Wien steht Kopf! Die Suche nach den '9 Betonschätzen' Österreichs hat begonnen, und niemand Geringerer als der beliebte Musiker und Kabarettist Paul Pizzera sowie das Kabarettisten-Trio 'Wir Staatskünstler' sind an Bord, um gemeinsam mit Greenpeace dem grauen Einerlei den Kampf anzusagen. Warum das
Wien steht Kopf! Die Suche nach den '9 Betonschätzen' Österreichs hat begonnen, und niemand Geringerer als der beliebte Musiker und Kabarettist Paul Pizzera sowie das Kabarettisten-Trio 'Wir Staatskünstler' sind an Bord, um gemeinsam mit Greenpeace dem grauen Einerlei den Kampf anzusagen. Warum das so wichtig ist? Österreich gehört zu den Spitzenreitern in Europa, wenn es um den Bodenverbrauch geht. Täglich verschwinden 16 Fußballfelder unter Beton und Asphalt – ein alarmierender Trend, der dringend gestoppt werden muss.
In den Sommermonaten verwandeln sich viele Plätze in Österreichs Städten in unerträgliche Hitze-Hotspots. 'Im Sommer wird's auf zubetonierten Plätzen oftmals so heiß, dass man sich die Eierspeise direkt am Boden braten kann', scherzt ein Mitglied der Staatskünstler. Diese Übertreibung verdeutlicht jedoch ein ernstes Problem: Die fehlende Begrünung sorgt dafür, dass sich die Hitze staut und die Lebensqualität der Anwohner massiv beeinträchtigt wird.
Historisch gesehen war die Betonierung von Flächen ein Symbol für Fortschritt und Modernität. In den 1960er und 1970er Jahren erlebte Österreich – wie viele andere Länder – einen Bauboom, der keine Rücksicht auf Umweltbelange nahm. Asphaltierte Flächen galten als pflegeleicht und funktional. Doch der Klimawandel und die zunehmende Urbanisierung haben gezeigt, dass diese Sichtweise dringend überdacht werden muss.
Die meisten Nominierungen für die 'Betonschätze' kommen aus Wien, Oberösterreich und Niederösterreich. Diese Regionen sind dicht besiedelt und haben in der Vergangenheit stark auf Beton gesetzt, um den wachsenden Platzbedarf zu decken. Doch die Bevölkerung sehnt sich nach mehr Grünflächen, die nicht nur das Stadtbild verschönern, sondern auch als natürliche Klimaanlagen fungieren.
Während Wien und die umliegenden Bundesländer stark vom Bodenverbrauch betroffen sind, gibt es positive Beispiele in Österreich, die zeigen, wie es anders geht. Vorarlberg etwa setzt seit Jahren auf nachhaltige Stadtentwicklung und hat es geschafft, den Bodenverbrauch zu reduzieren. Hier wird mehr auf Holzbau und begrünte Dächer gesetzt, was nicht nur der Umwelt, sondern auch dem Wohlbefinden der Bewohner zugutekommt.
Paul Pizzera und die Staatskünstler sind nicht nur Publikumslieblinge, sondern auch Meinungsmacher. Ihre Beteiligung an der Kampagne sorgt für erhöhte Aufmerksamkeit und bringt das Thema in die Wohnzimmer der Menschen. Pizzera betont: 'Österreich liegt in Europa im Spitzenfeld, wenn es um Bodenverbrauch geht. Deshalb unterstütze ich Greenpeace bei 'Österreichs 9 Betonschätzen', damit das Thema weiterhin den Platz bekommt, den es verdient.'
Eine Bodenschutzexpertin von Greenpeace erklärt: 'Mit 'Österreichs 9 Betonschätzen' zeigen wir den politisch Verantwortlichen, an welchen Plätzen sich die Menschen in Österreich mehr Grün in ihren Städten und Gemeinden wünschen. Je mehr Orte wir finden, wo Asphalt und Beton dringend Bäumen, Blumen und Büschen weichen müssen, desto besser. Gemeinsam bringen wir Österreich raus aus Grau!'
Für die Bürger bedeutet mehr Grün in der Stadt nicht nur eine optische Aufwertung, sondern auch eine Verbesserung der Luftqualität und eine Reduktion der Lärmbelastung. Studien zeigen, dass Grünflächen die Temperaturen in urbanen Gebieten um bis zu 5 Grad Celsius senken können. Zudem bieten sie Lebensraum für Vögel und Insekten und fördern damit die Biodiversität.
Die Kampagne 'Österreichs 9 Betonschätze' läuft noch bis zum 15. Juli. Danach wird eine Fachjury zusammen mit der Öffentlichkeit die neun schlimmsten Betonwüsten wählen. Doch was passiert danach? Am 9. September sollen die Gewinner bei einer Pressekonferenz bekanntgegeben werden. Doch das ist erst der Anfang. Ziel ist es, konkrete Maßnahmen zu entwickeln, um die nominierten Plätze zu begrünen und damit ein Zeichen gegen den Bodenfraß zu setzen.
Die Aktion von Greenpeace fällt in eine Zeit, in der das Thema Bodenverbrauch auch politisch heiß diskutiert wird. Die österreichische Regierung hat sich ehrgeizige Klimaziele gesetzt, zu denen auch der Schutz und die nachhaltige Nutzung von Böden gehört. Der Druck, die Versiegelung von Flächen zu reduzieren, wächst – nicht zuletzt durch Aktionen wie diese.
Die Umsetzung von Begrünungsmaßnahmen ist jedoch nicht immer einfach. Oft stehen wirtschaftliche Interessen im Vordergrund, und es bedarf eines langen Atems, um Veränderungen durchzusetzen. Doch die Zeichen stehen gut: Immer mehr Städte erkennen die Vorteile von Grünflächen und investieren in entsprechende Projekte.
Die Suche nach 'Österreichs 9 Betonschätzen' ist ein wichtiger Schritt, um das Bewusstsein für die Problematik zu schärfen und gleichzeitig konkrete Lösungsansätze zu entwickeln. Bleibt zu hoffen, dass die Aktion nicht nur kurzfristig für Aufmerksamkeit sorgt, sondern langfristig zu einem Umdenken führt.