
Graz - Wie stehen Studierende zur LGBTQIA+-Community? Und wie wichtig sind queere Themen an Österreichs Hochschulen? Anlässlich des Pride Month hat die Studierenden-App Studo eine Online-Umfrage durchgeführt, an der über 3300 Studierende teilgenommen haben. Das Ergebnis: ein überwiegend positives Bi
Wie stehen Studierende zur LGBTQIA+-Community? Und wie wichtig sind queere Themen an Österreichs Hochschulen? Anlässlich des Pride Month hat die Studierenden-App Studo eine Online-Umfrage durchgeführt, an der über 3300 Studierende teilgenommen haben. Das Ergebnis: ein überwiegend positives Bild.
Mit Paraden, Protesten und Vorträgen zum Thema ist der Pride Month aktuell in vollem Gange. Angesichts kritischer Stimmen und Gegendemonstrationen ist klar: Die Akzeptanz queerer Menschen ist in Österreich nach wie vor nicht selbstverständlich. Um herauszufinden, welche Rolle die LGBTQIA+-Community für die Studierenden in Österreich spielt und wie akzeptiert sie an den österreichischen Hochschulen ist, hat Studo, Österreichs meistgenutzte Studierenden-App, wie bereits im Vorjahr eine Online-Umfrage unter 3300 Studierenden durchgeführt.
60 % der Studierenden, die an der Studo-Umfrage teilgenommen haben, sind offene Unterstützer*innen der LGBTQIA+-Community. Rund ein Viertel (23 %) davon sieht sich auch als Teil der Community, die weiteren als sogenannte „Allies“ (dt. Verbündete). Besonders Frauen (76 %) und Personen, die als Geschlecht „divers“ angegeben haben (85 %), unterstützen die queere Community. Diese Unterstützung zeigen Studierende hauptsächlich, indem sie sich über queere Themen informieren oder in ihrem persönlichen Umfeld darüber aufklären und Vorurteilen oder Kritik entgegentreten. „Studierende wollen Toleranz und Respekt voreinander“, berichtet Studo-Geschäftsführer Lorenz Schmoly aus der Umfrage, „einzelne beteiligen sich auch an Forschung zu Queer Studies an ihrer Hochschule oder indem sie in queeren Organisationen mitarbeiten.“
Dass Hochschulen Bewusstseinsbildung rund um queere Themen fördern sollten, sehen besonders Frauen und Personen, die als Geschlecht „divers“ angegeben haben, als wichtig an. Der Großteil der Männer (58 %) stuft das Thema als eher unwichtig ein.
Ein ähnlicher Gap zeigt sich auch bei der Frage nach Vorurteilen oder Diskriminierung queerer Studierender an den österreichischen Hochschulen: Drei Viertel (75 %) der Studierenden sagen, es gäbe keine oder eher keine Vorurteile und Diskriminierung gegenüber queeren Studierenden. Personen, die sich als Teil der LGBTQIA+-Community identifizieren, und Personen mit Geschlechtsangabe „divers“ sehen das anders: 40 % bzw. 50 % haben das Gefühl, dass es Vorurteile oder Diskriminierung gegenüber queeren Studierenden gibt.
Auf die Frage, ob die Studierenden in Österreich schon einmal einen queerfeindlichen Angriff miterlebt haben, antwortete der Großteil mit „Nein“ (63 %). Personen, die sich als Teil der LGBTQIA+-Community identifizieren, und Personen mit Geschlechtsangabe „divers“ berichten jedoch durchaus von Übergriffen: Zwei Drittel haben in ihrem Alltag bereits einen queerfeindlichen Angriff erlebt, waren Zeug*innen von solchen oder berichten von Bekannten, die betroffen waren. Nach einem Übergriff haben die meisten Personen nichts getan oder nur mit ihren Freund*innen oder der Familie darüber gesprochen. Viele würden aber einschreiten wollen und die Betroffene*n verteidigen bzw. in Sicherheit bringen sowie die Polizei informieren.
„Dass sich Studierende für Werte wie Toleranz stark machen und Haltung und Zivilcourage zeigen, ist jetzt im Pride Month, aber auch an allen anderen Tagen des Jahres wichtig“, sagt Lorenz Schmoly, „dafür stehen und standen wir auch schon immer mit Studo. Wir wünschen deshalb allen Studierenden einen tollen, sicheren Pride Month. Be loud, be proud!“
Die wichtigsten Ergebnisse zusammengefasst:
Über Studo:
Studo ist ein Educational-Technology-Unternehmen mit Sitz in Graz, Leverkusen und Maribor und beschäftigt sich mit Digitalisierungslösungen für Studierende und Hochschulen. Seit 2016 bietet Studo eine Organisations-App für Studierende an. Die App wird derzeit von über 400.000 Studierenden täglich genutzt. Neben Studierenden befinden sich unter den Nutzer*innen mittlerweile auch zunehmend Hochschul-Mitarbeiter*innen. Über 40 Hochschulen in Österreich, Deutschland, Slowenien und in der Schweiz sind bereits Kooperationspartner*innen von Studo. Die App organisiert Kurse, Stundenplan und Mails und bietet mit dem integrierten Chat und Newsfeed eine Plattform für Studierende an den jeweiligen Hochschulen.
Fotos:
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