Die Insolvenz des traditionsreichen Unternehmens Quester, das 1934 in Wien gegründet wurde, hat weitreichende Konsequenzen für die österreichische Baumaterialbranche. Nachdem im Vorjahr ein Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung eingeleitet wurde, stehen nun 18 Filialen in Wien, Niederösterreich,
Die Insolvenz des traditionsreichen Unternehmens Quester, das 1934 in Wien gegründet wurde, hat weitreichende Konsequenzen für die österreichische Baumaterialbranche. Nachdem im Vorjahr ein Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung eingeleitet wurde, stehen nun 18 Filialen in Wien, Niederösterreich, der Steiermark und Kärnten zur Versteigerung an. Bereits am 6. Februar 2026, um 10:00 Uhr, fallen die ersten Zuschläge. Das Auktionshaus AURENA führt die Versteigerungen durch, die innerhalb von elf Wochen abgeschlossen sein sollen.
Unter den Hammer kommen nicht nur Baumaterialien wie Dämmstoffe, Ziegel und Fliesen, sondern auch die komplette Ausstattung der Standorte. Dazu gehören Regalanlagen, Hubameisen und Büromöbel. Selbst Quester-Firmenlogos und Fahnenmasten sind Teil der Auktion. Insgesamt werden mehr als 15.000 Positionen versteigert, was die Dimension dieses Ereignisses verdeutlicht.
Quester, einst ein Synonym für Qualität im Baustoffhandel, hat eine bewegte Geschichte hinter sich. Gegründet in der Zwischenkriegszeit, hat sich das Unternehmen über Jahrzehnte hinweg als verlässlicher Partner für Bauprojekte etabliert. Die Insolvenz markiert einen dramatischen Wendepunkt in der Unternehmensgeschichte und wirft ein Schlaglicht auf die Herausforderungen in der Bauwirtschaft, die durch wirtschaftliche Schwankungen und veränderte Marktbedingungen geprägt ist.
Die Schließung von Standorten und die anschließende Versteigerung sind nicht nur ein Verlust für die Marke Quester, sondern auch für die lokale Wirtschaft, insbesondere in den betroffenen Regionen.
In Deutschland und der Schweiz sind Insolvenzen im Baustoffhandel ebenfalls keine Seltenheit. Allerdings gibt es Unterschiede in der Abwicklung solcher Verfahren. In Deutschland beispielsweise sind Sanierungsverfahren häufig von intensiven Verhandlungen mit Gläubigern geprägt, während in der Schweiz oft eine schnelle Abwicklung angestrebt wird, um die Liquidation zu vermeiden. Österreich bewegt sich mit dem Verfahren von Quester in einem Mittelfeld, das sowohl Sanierungsversuche als auch schnelle Liquidationen kennt.
Die Auswirkungen der Quester-Insolvenz sind vielfältig. Für die Angestellten bedeutet dies den Verlust von Arbeitsplätzen, während Kunden möglicherweise alternative Bezugsquellen für ihre Baumaterialien suchen müssen. Lokale Unternehmen, die auf Quester als Zulieferer angewiesen waren, stehen vor der Herausforderung, neue Partnerschaften zu knüpfen. Ein Beispiel ist ein kleiner Bauunternehmer aus der Steiermark, der nun seine Lieferkette neu organisieren muss, um seine Projekte fristgerecht abzuschließen.
Die Versteigerung umfasst mehr als 15.000 Positionen, die in 18 Standorten verteilt sind. Die Auktionen beginnen mit den Standorten in Mödling, Villach, Schwechat, Krieglach und Leoben, gefolgt von weiteren Filialen in Krems, Graz und Wien. Interessierte können sich nach einmaliger Registrierung auf der Website des Auktionshauses AURENA informieren und mitbieten.
Die Versteigerung ist nicht nur eine Möglichkeit für Schnäppchenjäger, sondern auch eine Chance für Unternehmen, ihre Ausstattung kostengünstig zu erweitern.
Die Zukunft der Quester-Marke bleibt ungewiss. Während die Versteigerung eine Möglichkeit bietet, die Insolvenzmasse zu maximieren, stellt sich die Frage, ob und wie die Marke in irgendeiner Form weiterbestehen könnte. Eine mögliche Übernahme durch einen Mitbewerber oder eine Neugründung durch ehemalige Mitarbeiter könnte den Namen Quester in der österreichischen Bauwirtschaft am Leben erhalten.
Langfristig wird die Insolvenz von Quester als Beispiel für die Herausforderungen in der Branche dienen und möglicherweise zu einer Neubewertung von Geschäftsstrategien im Baustoffhandel führen.
Die Versteigerung der Quester-Filialen markiert das Ende einer Ära in der österreichischen Bauwirtschaft. Für viele Beteiligte ist dies eine Zeit des Umbruchs und der Neuorientierung. Die kommenden Wochen werden zeigen, wie die Branche auf diese Entwicklung reagiert und welche neuen Wege eingeschlagen werden. Interessierte können die Auktionen auf der Website von AURENA verfolgen und möglicherweise von den Angeboten profitieren. Die Insolvenz von Quester ist ein Weckruf für die Branche, sich den Herausforderungen der Zukunft zu stellen und nachhaltige Lösungen zu entwickeln.