Am 30. Dezember 2025 veröffentlichte die Rat auf Draht gemeinnützige GmbH alarmierende Zahlen: Die Beratungen zu Gewalt und Angst bei Kindern und Jugendlichen in Österreich haben im Jahr 2025 deutlich zugenommen. Diese Entwicklung zeigt, dass die psychische Belastung junger Menschen weiterhin auf ei
Am 30. Dezember 2025 veröffentlichte die Rat auf Draht gemeinnützige GmbH alarmierende Zahlen: Die Beratungen zu Gewalt und Angst bei Kindern und Jugendlichen in Österreich haben im Jahr 2025 deutlich zugenommen. Diese Entwicklung zeigt, dass die psychische Belastung junger Menschen weiterhin auf einem hohen Niveau bleibt. Die Notrufnummer 147, die einzige österreichische Notrufnummer für junge Menschen, verzeichnete rund 40.500 Anfragen, was eine signifikante Steigerung im Vergleich zum Vorjahr darstellt. Besonders die Themen Gesundheit, Familie und Gewalt führten zu längeren Gesprächen, da junge Menschen Zeit benötigen, um sich zu öffnen.
Die Beratungszahlen von Rat auf Draht zeigen einen besorgniserregenden Trend: Gespräche zum Thema Angst stiegen um 29,5 %, während körperliche Gewalt in der Familie um 19,2 % und psychische Gewalt um 16,9 % zunahmen. Diese Zahlen unterstreichen den dringenden Bedarf an psychosozialer Unterstützung. Die häufigsten Anfragen betrafen die psychosoziale Versorgung, gefolgt von familiären Problemen und Suizidalität. Trotz der hohen Belastung gibt es positive Anzeichen: Die allgemeine Stimmung unter jungen Menschen hat sich verbessert, was sich in mehr Anfragen zu Freundschaft und Liebeskummer zeigt.
Ein dramatisches Ereignis, das zu einem Anstieg der Beratungen führte, war das School Shooting in Graz. Zwischen dem 10. und 22. Juni 2025 stieg die Zahl der Beratungen um über 15 % auf 1.824 Gespräche. Viele Anrufer suchten Rat im Umgang mit ihrer Angst und der Informationsflut in den sozialen Medien. Diese Krise verdeutlichte die Notwendigkeit eines neuen Beratungsangebots, das in Zusammenarbeit mit dem Bildungsministerium entwickelt wurde: Die „Chateria Speciale“ bietet digitale Unterstützung zur mentalen Gesundheit.
Seit 2025 ist Rat auf Draht auch als Trusted Flagger aktiv. Dies ermöglicht es Kindern und Jugendlichen, rechtswidrige Inhalte auf Online-Plattformen direkt zu melden, die dann priorisiert behandelt werden müssen. Diese Initiative wurde seit ihrer Einführung bereits 157 Mal genutzt und zeigt, wie wichtig der Schutz junger Menschen im digitalen Raum ist.
Auch Eltern standen 2025 vor großen Herausforderungen. Die Beratungsplattform elternseite.at verzeichnete rund 1.200 Videochatberatungen. Die häufigsten Themen waren Erziehung, Pubertät und Alltagsanforderungen. Besonders besorgniserregend ist der Anstieg der Beratungen zum Thema Gewalt um über 34 %. Dies bedeutet, dass jeden zweiten Tag ein Elternteil über Mobbing oder Gewalt in der Schule berichtet.
Für das Jahr 2026 rechnet Rat auf Draht mit einem weiterhin hohen Beratungsbedarf. Psychische Belastungen und mentale Gesundheit werden voraussichtlich im Fokus bleiben. Auch Herausforderungen durch digitale Medien und künstliche Intelligenz dürften zunehmen, ebenso wie Zukunftsängste und Leistungsdruck.
Abschließend bleibt die Frage, wie die Gesellschaft auf diese Herausforderungen reagieren wird. Es ist entscheidend, dass Initiativen wie Rat auf Draht weiterhin unterstützt werden, um jungen Menschen und ihren Familien die notwendige Hilfe zu bieten. Weitere Informationen und Unterstützungsmöglichkeiten finden Sie auf der offiziellen Webseite von Rat auf Draht.