Die Gesundheitsversorgung in Niederösterreich steht vor einem bahnbrechenden Wandel! Das Land hat es sich zur Aufgabe gemacht, die künstliche Intelligenz (KI) in den Mittelpunkt der medizinischen Forschung zu stellen. Am 2. September 2025 verkündeten Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner und ihr Stel
Die Gesundheitsversorgung in Niederösterreich steht vor einem bahnbrechenden Wandel! Das Land hat es sich zur Aufgabe gemacht, die künstliche Intelligenz (KI) in den Mittelpunkt der medizinischen Forschung zu stellen. Am 2. September 2025 verkündeten Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner und ihr Stellvertreter Stephan Pernkopf, dass eine neue Stiftungsprofessur mit dem Schwerpunkt „KI in der Gesundheit“ an der Universität für Weiterbildung in Krems eingerichtet wird. Diese Initiative wird mit 1,5 Millionen Euro über einen Zeitraum von fünf Jahren finanziert. Der Fokus liegt dabei auf der Verbesserung von Therapien, der Verständlichkeit von Gesundheitswissen und der Nutzung von Daten.
Künstliche Intelligenz, oft als KI abgekürzt, ist ein Bereich der Informatik, der darauf abzielt, Maschinen mit der Fähigkeit zur intelligenten Problemlösung auszustatten. Im Gesundheitswesen kann KI beispielsweise dazu genutzt werden, große Mengen an Patientendaten zu analysieren, um Diagnosen zu stellen oder Behandlungsempfehlungen zu geben. Die Landeshauptfrau betont: „An der KI führt kein Weg vorbei, sie ist kein Zukunftsszenario, sondern Realität und allgegenwärtig.“
Eine Studie des Instituts für Demoskopie und Datenanalyse zeigt, dass bereits 83 Prozent der Menschen in Niederösterreich Erfahrungen mit KI gemacht haben. Trotz dieser hohen Zahl schätzen nur 20 Prozent ihre eigenen KI-Kenntnisse als gut ein. Hier sieht die Landesregierung Handlungsbedarf. Mit Projekten wie dem Haus der Digitalisierung und dem Science Center in Tulln wird die KI-Kompetenz der Bevölkerung weiter gestärkt.
Europa steht im globalen Wettbewerb um die KI-Dominanz vor großen Herausforderungen. Der Markt wird derzeit von den USA und China beherrscht. Von den weltweiten KI-Investitionen fließen 61 Prozent an amerikanische Unternehmen, während europäische Firmen lediglich sechs Prozent erhalten. Niederösterreich will sich hier nicht abhängen lassen und setzt deshalb einen Forschungsschwerpunkt im Gesundheitsbereich.
Die Vorteile der KI im Gesundheitswesen sind vielfältig. In den Landeskliniken kann KI bereits jetzt Krankheiten schneller erkennen und Behandlungen effektiver gestalten. Die neue Professur wird getragen vom Department für evidenzbasierte Medizin unter der Leitung von Prof. Gartlehner. Zu den Schwerpunkten zählen die Bewertung von Therapien und die Nutzung von Gesundheitsdaten. Ein besonderes Augenmerk liegt auf Erkrankungen des Bewegungsapparates.
„Wer die Wissenschaft schwächt, gefährdet die Zukunft“, warnt LH-Stellvertreter Stephan Pernkopf. Während andere Länder Wissenschaftler vertreiben, bietet Niederösterreich ihnen eine Heimat. Die Stiftungsprofessur richtet sich nicht nur an Professoren, sondern auch an Doktoranden und Studierende. Insgesamt werden sechs Millionen Euro in den Forschungsschwerpunkt KI investiert.
Pernkopf betont: „KI darf sich nicht nur um Daten drehen, der Mensch muss im Mittelpunkt stehen.“ Ärzte können dank KI schneller und sicherer Diagnosen stellen, das Pflegepersonal wird entlastet und Patienten profitieren von kürzeren Wartezeiten.
Gerald Gartlehner, der die Professur mit Mitte 2026 besetzen möchte, kündigt die Einrichtung eines Forschungslabors im Bereich der Fakultät für Gesundheit und Medizin an. Die Forschung wird sich auf Versorgungsunterschiede, evidenzbasierte Information und die Automatisierung von Evidenzsynthesen konzentrieren. Ziel ist es, die Gesundheitskompetenz der Bevölkerung zu verbessern.
Sepp Hochreiter von der Johannes Kepler Universität Linz beschreibt die Stiftungsprofessur als „eine echt coole Sache“. Er betont die Notwendigkeit von KI im Gesundheitswesen, um das System auf einem hohen Niveau zu halten. KI kann helfen, Daten besser zu verstehen und so den gesamten Gesundheitsbereich effizienter zu gestalten.
Während Niederösterreich im Bereich KI in der Gesundheit neue Wege geht, stehen andere Bundesländer noch am Anfang. Beispielsweise hat Wien kürzlich erste Schritte in Richtung Digitalisierung im Gesundheitswesen unternommen, jedoch ohne den spezifischen Fokus auf KI. Oberösterreich hingegen investiert stark in die Automatisierung von industriellen Prozessen, eine andere Facette der KI.
Für die Bürger bedeutet die Einführung der Stiftungsprofessur eine Verbesserung der Gesundheitsversorgung. Durch den Einsatz von KI können Diagnosen präziser und Behandlungen individueller gestaltet werden. Dies führt nicht nur zu besseren Gesundheitsoutcomes, sondern auch zu einer Entlastung des Gesundheitssystems insgesamt.
Ein anonymer Experte erklärt: „Die Integration von KI in den medizinischen Alltag wird unser Gesundheitssystem revolutionieren. Patienten können von individuelleren und schnelleren Behandlungen profitieren, während das medizinische Personal durch die Entlastung von Routineaufgaben mehr Zeit für die direkte Patientenversorgung hat.“
Die Einrichtung der Stiftungsprofessur markiert einen wichtigen Schritt für Niederösterreich auf dem Weg zu einem Vorreiter in der KI-gestützten Gesundheitsforschung. Die kommenden Jahre werden zeigen, wie sich diese Investitionen auszahlen und welche konkreten Vorteile sie für die Bevölkerung bringen werden.