In einer Zeit, in der digitale Zahlungsmethoden auf dem Vormarsch sind, setzt die Oesterreichische Nationalbank (OeNB) ein starkes Zeichen für die ländlichen Regionen Österreichs. Am 1. Juli 2025 wurde in der niederösterreichischen Gemeinde Obritzberg-Rust der erste von bis zu 120 geplanten Geldauto
In einer Zeit, in der digitale Zahlungsmethoden auf dem Vormarsch sind, setzt die Oesterreichische Nationalbank (OeNB) ein starkes Zeichen für die ländlichen Regionen Österreichs. Am 1. Juli 2025 wurde in der niederösterreichischen Gemeinde Obritzberg-Rust der erste von bis zu 120 geplanten Geldautomaten feierlich eröffnet. Diese Initiative, die in Zusammenarbeit mit dem Österreichischen Gemeindebund ins Leben gerufen wurde, zielt darauf ab, die Bargeldversorgung in bisher unterversorgten Gebieten signifikant zu verbessern.
Obwohl digitale Zahlungen zunehmend beliebter werden, bleibt Bargeld das bevorzugte Zahlungsmittel in Österreich. Dies hat mehrere Gründe: Bargeld ist nicht nur sicher und schützt die Privatsphäre, sondern es ist auch inklusiv. Es kann von Menschen aller Alters- und Bevölkerungsgruppen genutzt werden, was besonders in ländlichen Gebieten von großer Bedeutung ist.
Gouverneur Robert Holzmann von der OeNB betont: „Bargeld ist in Österreich das beliebteste Zahlungsmittel – vor allem deshalb, weil es viele Vorzüge in sich vereint. Bargeld ist sicher, es schützt die Privatsphäre beim Bezahlen und es ist inklusiv.“ Diese Eigenschaften machen Bargeld zu einem unverzichtbaren Bestandteil des täglichen Lebens, insbesondere in Regionen, in denen der Zugang zu digitalen Zahlungsmethoden eingeschränkt ist.
Die Bargeldversorgung in Österreich hat eine lange Tradition. Seit den Anfängen des Bankwesens war es stets ein Anliegen, den Menschen einen einfachen Zugang zu Bargeld zu ermöglichen. Mit der fortschreitenden Digitalisierung und dem Rückgang von Bankfilialen in ländlichen Gebieten ist es jedoch zu einer Herausforderung geworden, diesen Zugang aufrechtzuerhalten.
Im europäischen Vergleich steht Österreich in puncto Bargeldversorgung sehr gut da. Die Dichte an Geldausgabegeräten ist im europäischen Spitzenfeld. Dennoch gibt es in ländlichen Regionen Nachholbedarf. Länder wie Deutschland und Frankreich haben ähnliche Herausforderungen, wobei Österreich durch die Initiative der OeNB eine Vorreiterrolle einnimmt.
Für die Bewohner ländlicher Gebiete bedeutet die Errichtung neuer Geldautomaten mehr als nur eine Verbesserung der Bargeldversorgung. „Der Geldausgabeautomat im Ort wird sowohl die Bargeldversorgung erleichtern als auch zu einem nachbarschaftlichen Treffpunkt werden und für viele Gespräche sorgen“, erklärt Bürgermeisterin Daniela Engelhart.
Nicht nur Privatpersonen profitieren von der verbesserten Bargeldversorgung. Auch die lokale Wirtschaft und das Vereinsleben werden gestärkt. Ein Geldautomat in der Nähe bedeutet, dass lokale Geschäfte und Vereine weniger Aufwand betreiben müssen, um Bargeld zu erhalten, was den wirtschaftlichen Kreislauf in der Gemeinde fördert.
Ein wichtiger Partner der OeNB in diesem Projekt ist die PSA Payment Services Austria GmbH. Diese renommierte Betreiberin sorgt dafür, dass die Geldautomaten effizient und zuverlässig funktionieren. Die Zusammenarbeit mit der PSA garantiert, dass die Automaten den höchsten Standards entsprechen und den Bürgern eine reibungslose Nutzung ermöglichen.
Die Auswahl der Standorte für die neuen Geldautomaten erfolgt sorgfältig. Vorrangig werden Gemeinden ohne bestehende Geldautomaten oder Bankfilialen berücksichtigt, die zudem eine weite Durchschnittsdistanz zum nächsten Geldausgabegerät aufweisen. Mindestens 500 Einwohner sind eine weitere Voraussetzung, um sicherzustellen, dass die Automaten gut genutzt werden.
Die ersten 48 Gemeinden, die von der OeNB ausgewählt wurden, haben bereits ihren Bedarf angemeldet. Nach einer Evaluierung der ersten Ausrollung wird es eine weitere Runde geben, in der weitere Gemeinden Anträge stellen können. Diese fortlaufende Expansion zeigt das langfristige Engagement der OeNB für die ländlichen Regionen Österreichs.
Matthias Schroth von der OeNB betont: „Wir möchten für so viele Menschen wie möglich einen einfachen, nahegelegenen und gebührenfreien Zugang zu Bargeld gewährleisten.“ Langfristig soll die Initiative nicht nur die soziale Teilhabe stärken, sondern auch zur wirtschaftlichen Stabilität in den ländlichen Gebieten beitragen.
Die Entscheidung der OeNB, in die Bargeldversorgung zu investieren, ist nicht nur eine wirtschaftliche, sondern auch eine politische. Sie zeigt das Bestreben, die Infrastruktur im ländlichen Raum zu verbessern und die Lebensqualität der Menschen zu erhöhen. Diese Investition könnte auch als Reaktion auf den Druck gesehen werden, der durch die Schließung von Bankfilialen in den letzten Jahren entstanden ist.
Ein anonymer Experte äußerte sich positiv über die Initiative: „Die Stärkung der Bargeldversorgung ist ein wichtiger Schritt, um die Kluft zwischen Stadt und Land zu schließen. Es ist ein Zeichen dafür, dass die Bedürfnisse der Menschen in ländlichen Gebieten ernst genommen werden.“
Die Initiative der OeNB zur Stärkung der Bargeldversorgung im ländlichen Raum ist ein bedeutender Schritt, um die Infrastruktur in diesen Gebieten zu verbessern. Mit der Eröffnung des ersten Geldautomaten in Obritzberg-Rust wurde ein wichtiger Meilenstein erreicht. In den nächsten zwei Jahren sollen weitere 119 Automaten folgen, die den Zugang zu Bargeld für tausende Österreicher erleichtern werden.
Langfristig wird diese Initiative nicht nur die Lebensqualität der Menschen in ländlichen Regionen verbessern, sondern auch die lokale Wirtschaft stärken und die soziale Teilhabe fördern. Die OeNB hat sich zum Ziel gesetzt, die Bargeldversorgung flächendeckend zu verbessern – ein Ziel, das im digitalen Zeitalter von großer Bedeutung ist.