Die kleine Stadt Gmunden in Oberösterreich hat einen gigantischen Schritt in die Zukunft gemacht und schreibt Industriegeschichte. Die LAUFEN Austria GmbH hat dort die weltweit erste netto-null Produktionsstätte für Sanitärkeramik eröffnet. Was bedeutet das für die Umwelt, die Region und die Industr
Die kleine Stadt Gmunden in Oberösterreich hat einen gigantischen Schritt in die Zukunft gemacht und schreibt Industriegeschichte. Die LAUFEN Austria GmbH hat dort die weltweit erste netto-null Produktionsstätte für Sanitärkeramik eröffnet. Was bedeutet das für die Umwelt, die Region und die Industrie? Lassen Sie uns eintauchen in diese bemerkenswerte Entwicklung, die am 20. August 2025 verkündet wurde.
Im Zentrum dieser Revolution steht ein elektrischer Tunnelofen, der seit zwei Jahren erfolgreich im Vollbetrieb läuft. Diese Technologie erlaubt es, Waschbecken und WCs ohne CO₂-Emissionen zu fertigen und damit einen neuen Standard in der Keramikindustrie zu setzen. Aber was macht diesen Ofen so besonders?
Konventionelle Tunnelöfen, die gasbetrieben sind, benötigen extrem hohe Temperaturen von über 1.200 Grad Celsius, was sie sehr energieintensiv macht. Der neue Elektroofen in Gmunden hingegen wird mit selbst produziertem Photovoltaikstrom und zertifiziertem Ökostrom betrieben, was eine vollständig dekarbonisierte Produktion ermöglicht. „Durch unsere CO₂-emissionsfreie Produktionsstätte kann pro Stück Sanitärkeramik im Schnitt 50 Kilo CO₂ gespart werden“, erklärt ein Vertreter von LAUFEN.
Neben dem technologischen Fortschritt hat LAUFEN auch die Cradle to Cradle Certified® Circularity Bronze für ihre Produkte aus Gmunden erreicht. Dieses international anerkannte Nachhaltigkeitslabel bewertet unter anderem Materialgesundheit, Materialkreisläufe, Wasserverantwortung sowie den Einsatz erneuerbarer Energien und soziale Fairness. Diese Zertifizierung ist ein weiterer Beleg für den nachhaltigen Kurs des Unternehmens und ein Ansporn, sich kontinuierlich zu verbessern.
Die Einführung dieser innovativen Technologie hat nicht nur positive Auswirkungen auf die Umwelt, sondern auch auf die Region Oberösterreich. Durch die Einsparung von 5.000 Tonnen CO₂ jährlich trägt der Standort erheblich zur Verbesserung der regionalen Luftqualität bei. Darüber hinaus stärkt die Produktion auch die lokale Wirtschaft und schafft Arbeitsplätze in einem zukunftsorientierten Sektor.
Ein lokaler Wirtschaftsexperte kommentiert: „Gmunden hat sich von einem beschaulichen Städtchen zu einem Hotspot der industriellen Innovation entwickelt. Diese Entwicklungen ziehen nicht nur Fachkräfte an, sondern auch Investitionen und internationale Aufmerksamkeit.“
Die Bedeutung dieser Entwicklung geht weit über die Grenzen Österreichs hinaus. Der Standort Gmunden fungiert als Innovationszentrum innerhalb der gesamten LAUFEN-Gruppe und hat damit internationale Vorbildwirkung. Die Technologie könnte bald auch in anderen Produktionsstätten weltweit eingeführt werden, was die globale Keramikindustrie revolutionieren könnte.
Der Wandel in Gmunden zeigt, dass technologische Innovation und Nachhaltigkeit Hand in Hand gehen können. Der neue Elektroofen benötigt nur etwa ein Drittel der Energie konventioneller Öfen, was durch zwei eigene Trafostationen am Standort gesichert wird. Ein wesentlicher Teil der benötigten Energie wird direkt am Standort durch eine 2 MWp-Photovoltaikanlage mit 4.910 Modulen erzeugt.
„Wir haben die Photovoltaikanlage für den Eigenverbrauch installiert, die auf einer Gesamtfläche von rund 2 Fußballfeldern den Betrieb des E-Tunnelofens abdeckt“, erklärt ein Sprecher von LAUFEN. „Zusätzlich beziehen wir zertifizierten Ökostrom aus dem Netz, womit unsere Produktion heute vollständig emissionsfrei betrieben wird.“
Die politischen Rahmenbedingungen spielen eine entscheidende Rolle bei der Umsetzung solcher Projekte. Förderungen und gesetzliche Anreize für erneuerbare Energien und nachhaltige Produktionsmethoden haben es LAUFEN ermöglicht, diese bahnbrechenden Technologien zu entwickeln und umzusetzen. Ein Vertreter der lokalen Regierung betont: „Die Unterstützung durch die Politik ist essenziell, um den Wandel hin zu einer klimaneutralen Industrie zu fördern. Gmunden zeigt, was möglich ist, wenn Wirtschaft und Politik an einem Strang ziehen.“
Die Zukunftsaussichten für den Standort Gmunden sind vielversprechend. Die LAUFEN-Gruppe plant, die Silber-Zertifizierung in naher Zukunft zu erreichen und damit ihren nachhaltigen Kurs fortzusetzen. Gleichzeitig bieten die technologischen Fortschritte neue Perspektiven für weitere Anwendungsfelder, etwa für Fliesen oder technische Keramiken.
Ein Branchenexperte prognostiziert: „Die Entwicklungen in Gmunden sind nur der Anfang. Die Keramikindustrie steht vor einem Paradigmenwechsel, der nicht nur die Produktion, sondern auch die gesamte Wertschöpfungskette verändern wird.“
Was in Gmunden erreicht wurde, ist ein Musterbeispiel für moderne Industrieproduktion im Einklang mit Umwelt und Klima. Die Welt sowie die Branche befinden sich in einem starken Wandel, und LAUFEN zeigt, wie dieser aktiv mitgestaltet werden kann. Die Entwicklungen in Gmunden sind nicht nur ein Gewinn für die Umwelt, sondern auch für die regionale Wirtschaft und die Industrie als Ganzes.
Weitere Informationen zu diesem bemerkenswerten Projekt finden Sie auf der Webseite von LAUFEN: www.laufen.co.at.