ORF „Bewusst gesund
Die seltene Riesenzellarteriitis kann zu Schlaganfall und Sehverlust führen. In Österreich sind rund 1.500 Menschen betroffen.
Eine seltene, aber potenziell lebensbedrohliche Erkrankung steht im Mittelpunkt der neuen Ausgabe von "Bewusst gesund" am 28. Februar 2026. Die Riesenzellarteriitis, eine chronische Entzündung der großen und mittelgroßen Arterien, betrifft in Österreich etwa 1.500 bis 1.900 Menschen – vorwiegend ältere Frauen.
Riesenzellarteriitis ist eine Autoimmunerkrankung, bei der das körpereigene Immunsystem fälschlicherweise die Wände der großen Blutgefäße angreift. Diese Fehlsteuerung führt zu Entzündungen, die den Blutfluss erheblich beeinträchtigen können. Im schlimmsten Fall droht eine komplette Blutunterversorgung betroffener Organe.
Die Erkrankung manifestiert sich typischerweise durch akute, starke Kopf- und Kieferschmerzen. Besonders gefährlich wird es, wenn die Entzündung die Arterien betrifft, die das Gehirn oder die Augen versorgen. Ohne angemessene Behandlung kann es zu schwerwiegenden Komplikationen wie Schlaganfällen oder Sehverlust kommen.
Die Symptome der Riesenzellarteriitis können vielfältig sein und werden oft zunächst nicht richtig zugeordnet. Neben den charakteristischen Kopf- und Kieferschmerzen können auch allgemeine Beschwerden wie Müdigkeit, Gewichtsverlust und Fieber auftreten. Besonders alarmierend sind plötzliche Sehstörungen oder einseitige Kopfschmerzen im Schläfenbereich.
Die Diagnose erfordert meist eine Kombination aus Blutuntersuchungen, bildgebenden Verfahren und in manchen Fällen auch eine Gewebeprobe der betroffenen Arterie. Eine frühe Erkennung ist entscheidend, um schwere Folgeschäden zu vermeiden.
Neben der seltenen Gefäßerkrankung widmet sich die Sendung auch einem Thema, das Millionen von Österreichern betrifft: der bevorstehenden Pollensaison. Das Pollenservice der Medizinischen Universität Wien warnt vor einer möglicherweise intensiven Allergiesaison 2026.
Nach einem eher milden Pollenjahr 2025 beobachten Experten bereits jetzt zahlreiche blühbereite Kätzchen bei Frühblühern wie Hasel, Erle und Birke. Dies deutet auf einen starken Pollenflug hin, der bereits bei milden Temperaturen ab etwa 5 Grad Celsius beginnen kann.
Allergologe Prim. Dr. Fritz Horak erklärt in einem Studiogespräch, wie sich Betroffene optimal vorbereiten können. Wichtig ist eine frühzeitige medikamentöse Prophylaxe, noch bevor die ersten Symptome auftreten. Moderne Antihistaminika und nasale Kortisonsprays können die Beschwerden erheblich lindern.
Zusätzlich zur medikamentösen Behandlung spielen auch Verhaltensmaßnahmen eine wichtige Rolle: Pollenschutzgitter vor Fenstern, das Waschen der Haare vor dem Schlafengehen und das Vermeiden von Aktivitäten im Freien während der Hauptpollenflugzeiten können die Belastung deutlich reduzieren.
Ein weiterer Beitrag der Sendung beschäftigt sich mit den positiven Auswirkungen von Zimmerpflanzen auf das Raumklima. Forscher der Technischen Universität Wien untersuchen systematisch, welche Pflanzen besonders effektiv bei der Luftreinigung sind und wie groß ihr tatsächlicher Beitrag zu einem gesunden Wohnklima ist.
Zimmerpflanzen wie Gummibaum, Wasserlilie und andere grüne Mitbewohner wandeln nicht nur CO2 in Sauerstoff um, sondern verbessern auch die Luftfeuchtigkeit und filtern Staub aus der Raumluft. Die Forschung reicht dabei von einzelnen Topfpflanzen bis hin zu kompletten begrünten Wänden.
Die positiven Effekte von Zimmerpflanzen auf die Luftqualität sind mittlerweile wissenschaftlich gut dokumentiert. Besonders effektiv sind großblättrige Pflanzen mit hoher Transpirationsrate. Sie können die Luftfeuchtigkeit um bis zu 10 Prozent erhöhen und gleichzeitig Schadstoffe aus der Luft filtern.
Der Winter 2026 zeigt sich besonders im Osten Österreichs von seiner grauen Seite. Die wenigen Sonnenstunden führen zu einem weit verbreiteten Vitamin-D-Mangel in der Bevölkerung. Prof. Dr. Siegfried Meryn klärt über die Risiken auf und erklärt, wie viel des "Sonnen-Vitamins" der Körper tatsächlich benötigt.
Eine aktuelle Studie des Vereins für Konsumenteninformation (VKI) und der deutschen Stiftung Warentest zeigt, dass die meisten frei verkäuflichen Vitamin-D-Präparate sehr hoch dosiert sind. Eine Überdosierung kann jedoch ebenso gesundheitsschädlich sein wie ein Mangel.
Vitamin D ist essentiell für die Kalziumaufnahme und die Knochengesundheit. Ein Mangel erhöht das Osteoporose-Risiko erheblich. Die empfohlene Tagesdosis liegt bei etwa 800 bis 1000 Internationalen Einheiten für Erwachsene. Eine Überdosierung kann zu Nierenschäden und Herzrhythmusstörungen führen.
Den Abschluss der Sendung bildet ein besonders herzerwärmender Beitrag über die Initiative "Radeln ohne Alter". Ehrenamtliche Rikscha-Piloten ermöglichen Senioren kostenlose Ausfahrten und schaffen damit ein wirksames Mittel gegen Einsamkeit und soziale Isolation.
Die Fahrten führen zu Kaffeehäusern, Einkaufszentren oder einfach durch die Nachbarschaft. Dabei entstehen oft tiefe Gespräche und neue Freundschaften. Eine wissenschaftliche Studie bestätigt die positiven Effekte auf das psychische Wohlbefinden der Fahrgäste.
Mobilität bedeutet Lebensqualität – diese einfache Formel zeigt die große Bedeutung der Rikscha-Initiative. Wenn ältere Menschen ihre gewohnte Mobilität verlieren, leiden oft auch die sozialen Kontakte und die psychische Gesundheit. Die kostenlosen Rikscha-Fahrten durchbrechen diesen Teufelskreis und geben den Senioren ein Stück Selbstständigkeit zurück.
Die Initiative "Radeln ohne Alter" ist mittlerweile in mehreren österreichischen Städten aktiv und sucht kontinuierlich nach neuen ehrenamtlichen Fahrern. Die speziell konstruierten Rikschas bieten auch körperlich eingeschränkten Personen sichere und komfortable Transportmöglichkeiten.
"Bewusst gesund" läuft am Samstag, 28. Februar 2026, um 17.30 Uhr in ORF 2 und ist auch über ORF ON abrufbar. Die Sendung mit Christine Reiler bietet wie gewohnt fundierte medizinische Informationen für ein breites Publikum.