Am 4. Dezember 2025 veröffentlichte das MCI | Die Unternehmerische Hochschule® eine aufschlussreiche Analyse, die die Risiken von Gesundheits-Tipps durch Social-Media-Influencer:innen beleuchtet. Diese Studie, die in der renommierten Fachzeitschrift The BMJ erschienen ist, zeigt die potenziell gefäh
Am 4. Dezember 2025 veröffentlichte das MCI | Die Unternehmerische Hochschule® eine aufschlussreiche Analyse, die die Risiken von Gesundheits-Tipps durch Social-Media-Influencer:innen beleuchtet. Diese Studie, die in der renommierten Fachzeitschrift The BMJ erschienen ist, zeigt die potenziell gefährlichen Auswirkungen solcher Ratschläge auf die Gesundheit junger Menschen in Österreich auf. Die Aktualität dieser Analyse ist angesichts der steigenden Nutzung sozialer Medien für Gesundheitsinformationen von großer Bedeutung.
Social-Media-Influencer:innen sind zu einer der wichtigsten Informationsquellen für junge Menschen geworden. Sie bieten Ratschläge zu einer Vielzahl von Themen, einschließlich Gesundheit. Der Begriff 'Influencer' beschreibt Personen, die durch ihre Präsenz und Aktivität in sozialen Netzwerken eine große Anhängerschaft aufgebaut haben und dadurch in der Lage sind, Meinungen und Kaufentscheidungen ihrer Follower zu beeinflussen. Diese Einflussnahme ist jedoch nicht ohne Risiken.
Eine der größten Gefahren besteht darin, dass viele Influencer:innen keine medizinische Ausbildung haben und dennoch Gesundheitsratschläge erteilen. Dies führt oft zu Fehlinformationen, die ernsthafte gesundheitliche Folgen haben können. Die MCI-Analyse zeigt, dass 83 % der österreichischen Jugendlichen im Alter von 15 bis 25 Jahren Gesundheitsinhalte von Influencer:innen konsumieren. Ein Drittel dieser jungen Menschen hat aufgrund solcher Inhalte bereits Nahrungsergänzungsmittel gekauft, während 13 % Medikamente und 11 % medizinische Selbsttests erworben haben.
Historisch gesehen wurden Gesundheitsinformationen hauptsächlich von medizinischen Fachleuten und Gesundheitsorganisationen bereitgestellt. Mit dem Aufkommen des Internets und insbesondere der sozialen Medien hat sich dieses Modell jedoch drastisch verändert. Die Demokratisierung des Wissens durch das Internet hat es Laien ermöglicht, Informationen zu teilen und zu verbreiten, was zu einer Zunahme von nicht verifizierten Gesundheitsinformationen geführt hat. Diese Entwicklung hat die Art und Weise, wie Menschen Gesundheitsinformationen konsumieren, grundlegend verändert.
In Österreich hat die Nutzung sozialer Medien in den letzten Jahren stark zugenommen, was auch die Verbreitung von Gesundheitsinformationen durch Influencer:innen begünstigt hat. Im Vergleich zu Deutschland und der Schweiz ist die Nutzung von sozialen Medien in Österreich besonders unter Jugendlichen hoch, was die Relevanz der MCI-Analyse unterstreicht.
In Deutschland und der Schweiz ist die Diskussion über die Rolle von Influencer:innen im Gesundheitssektor ebenfalls präsent. In beiden Ländern gibt es ähnliche Trends wie in Österreich, wobei junge Menschen zunehmend Gesundheitsinformationen aus sozialen Medien beziehen. Jedoch sind die Regulierungsmaßnahmen in Deutschland strenger, was die Kennzeichnung von Werbung und gesponserten Inhalten betrifft. Die Schweiz hingegen hat begonnen, spezifische Leitlinien für Gesundheitsinformationen in sozialen Medien zu entwickeln, um die Verbreitung von Fehlinformationen einzudämmen.
Die Auswirkungen von Gesundheits-Tipps durch Influencer:innen sind vielfältig. Ein Beispiel ist der Kauf von Nahrungsergänzungsmitteln, die oft ohne ärztliche Beratung eingenommen werden. Dies kann zu gesundheitlichen Problemen führen, insbesondere wenn die empfohlenen Dosierungen überschritten werden. Ein weiteres Risiko besteht in der Verbreitung von Fehlinformationen über medizinische Tests und Behandlungen, die zu unnötigen Kosten und potenziell schädlichen Eingriffen führen können.
Die MCI-Analyse zeigt auch, dass die sogenannte 'parasoziale Beziehung' zwischen Influencer:innen und ihren Followern eine Rolle spielt. Diese einseitigen Beziehungsgefühle führen dazu, dass Follower den Ratschlägen ihrer Idole blind vertrauen, ohne deren fachliche Qualifikationen zu hinterfragen.
Die Studie des MCI zeigt, dass 31 % der jungen Österreicher:innen Nahrungsergänzungsmittel aufgrund von Influencer-Empfehlungen gekauft haben. Diese Zahl verdeutlicht die immense Reichweite und den Einfluss, den Influencer:innen auf ihre Follower haben. Darüber hinaus zeigt die Analyse, dass 13 % der Jugendlichen Medikamente aufgrund solcher Ratschläge erworben haben, was auf die potenziell gefährlichen Auswirkungen dieser Praxis hinweist.
Um die Risiken zu minimieren, betonen die Autor:innen der Analyse die Notwendigkeit einer stärkeren Regulierung. Der Digital Services Act der EU ist ein Schritt in die richtige Richtung, da er Plattformen in die Pflicht nimmt, systemische Gesundheitsrisiken zu erkennen und zu reduzieren. Auf nationaler Ebene könnten Regierungen Maßnahmen ergreifen, um Influencer:innen mehr redaktionelle Verantwortung zu übertragen und bestimmte Formen gesundheitsbezogener Werbung einzuschränken.
Eine wichtige Zukunftsperspektive ist auch die Stärkung der Gesundheitskompetenz junger Menschen. Durch Bildungsprogramme könnten Jugendliche lernen, Gesundheitsinformationen kritisch zu hinterfragen und fundierte Entscheidungen zu treffen. Dr. Raffael Heiss vom MCI betont die Notwendigkeit eines Updates des Gesundheitsschutzes für das digitale Zeitalter, um die Nutzer:innen besser zu unterstützen.
Die MCI-Analyse hebt die Risiken hervor, die mit Gesundheits-Tipps durch Influencer:innen verbunden sind. Ohne klare Regeln und eine verbesserte Gesundheitskompetenz der Nutzer:innen könnten diese Ratschläge zu Fehlbehandlungen und unnötigen Ausgaben führen. Die Studie unterstreicht die Notwendigkeit eines umfassenden Ansatzes, der sowohl Regulierungsmaßnahmen als auch Bildungsinitiativen umfasst, um die Gesundheit junger Menschen im digitalen Zeitalter zu schützen.
Abschließend bleibt die Frage: Wie können wir als Gesellschaft sicherstellen, dass junge Menschen Zugang zu verlässlichen Gesundheitsinformationen haben? Die Antwort könnte in einer stärkeren Zusammenarbeit zwischen Politik, Plattformen und Bildungseinrichtungen liegen.