Zurück
OTS-MeldungTermin/Nachhaltigkeit/Mozarteum/Sustainability Award/Bild/Bildung/Universität/Kunst & Kultur/Wissens

Salzburger Mozarteum gewinnt Sustainability Award mit innovativem Co-CreART Projekt

8. April 2026 um 10:25
Teilen:

Ein wegweisendes Projekt der Universität Mozarteum Salzburg erobert die österreichische Bildungslandschaft im Sturm: Co-CreART vereint Kunst, Wissenschaft und Technologie zu einem einzigartigen Kon...

Ein wegweisendes Projekt der Universität Mozarteum Salzburg erobert die österreichische Bildungslandschaft im Sturm: Co-CreART vereint Kunst, Wissenschaft und Technologie zu einem einzigartigen Konzept, das bereits mit dem renommierten Sustainability Award 2024 in Gold ausgezeichnet wurde. Das interdisziplinäre Vorhaben beschäftigt sich mit brennenden Zukunftsfragen unserer Zeit und bringt dabei revolutionäre Ideen hervor – von Häusern mit Wänden aus Pilzen bis hin zu Tischplatten aus Kaffeesatz.

Sustainability Award würdigt innovative Bildungsarbeit

Der Sustainability Award des Bundesministeriums für Bildung, Wissenschaft und Forschung (BMBWF) sowie des Bundesministeriums für Klimaschutz, Umwelt, Energie, Mobilität, Innovation und Technologie (BMK) gilt als höchste Auszeichnung für nachhaltige Projekte im österreichischen Bildungsbereich. Diese prestigeträchtige Ehrung wird seit 2008 jährlich vergeben und zeichnet Initiativen aus, die Nachhaltigkeit in Lehre, Forschung und Betrieb vorbildlich umsetzen. Das Co-CreART-Projekt der Universität Mozarteum konnte sich 2024 in der anspruchsvollen Kategorie "Lernen" durchsetzen und erhielt die Goldmedaille – eine Anerkennung, die nur den innovativsten und wirkungsvollsten Projekten zuteil wird.

Die Jury würdigte besonders den transdisziplinären Ansatz des Projekts, der Kunstschaffende, Wissenschaftler und Techniker gleichermaßen einbindet. Diese Herangehensweise entspricht dem zeitgemäßen Verständnis von Bildung, bei dem verschiedene Disziplinen miteinander verschmelzen, um komplexe gesellschaftliche Herausforderungen zu bewältigen. Der Award unterstreicht die führende Rolle Österreichs in der nachhaltigen Bildungsforschung und positioniert das Land als Vorreiter für innovative Lehr- und Lernmethoden im deutschsprachigen Raum.

CreART-Lab: Mobiles Forschungslabor revolutioniert Bildungsarbeit

Das Herzstück des Co-CreART-Projekts bildet das revolutionäre CreART-Lab, ein mobiles Mitmach-Labor, das in zweieinhalb Jahren intensiver Entwicklungsarbeit entstanden ist. Dieses innovative Konzept bricht mit traditionellen Bildungsformaten und bringt wissenschaftliche Forschung direkt zu den Menschen – sei es in Schulen, Museen oder auf öffentlichen Plätzen. Das mobile Labor umfasst vielfältige kreative Angebote, die sich mit den drängendsten Themen unserer Zeit beschäftigen: nachhaltiges Bauen und Wohnen, zukunftsfähige Mobilität und Kreislaufwirtschaft.

Die Entwicklung erfolgte in enger Zusammenarbeit mit Kindern, Jugendlichen und zahlreichen Partnern aus verschiedenen Bereichen. Diese partizipative Herangehensweise gewährleistet, dass die Inhalte nicht nur wissenschaftlich fundiert, sondern auch altersgerecht und praxisnah vermittelt werden. Das CreART-Lab stellt somit einen Paradigmenwechsel in der Wissenschaftskommunikation dar: Statt passive Konsumenten werden Besucher zu aktiven Mitgestaltern ihres Lernprozesses.

Besonders bemerkenswert ist die Vielseitigkeit des Labors. Es kann flexibel an verschiedene Zielgruppen und Veranstaltungsformate angepasst werden. Von der Langen Nacht der Forschung über die Kinderstadt Mini-Salzburg 2026 bis hin zu individuellen Schulbesuchen – das CreART-Lab macht Wissenschaft erlebbar und greifbar. Interessierte Institutionen können das mobile Labor auch direkt buchen, was die Reichweite des Projekts erheblich erweitert.

Zukunftsvisionen: Innovative Materialien und nachhaltiges Bauen

Die im Co-CreART-Projekt entwickelten Zukunftsvisionen klingen wie Science-Fiction, sind jedoch bereits heute technisch realisierbar. Häuser mit Wänden aus Pilzen basieren auf der innovativen Mycel-Technologie, bei der das Wurzelgeflecht von Pilzen als nachhaltiger Baustoff genutzt wird. Dieses biologische Material wächst in speziellen Formen und kann nach dem Trocknungsprozess als vollwertiger Ersatz für traditionelle Dämmstoffe eingesetzt werden. Die Vorteile sind beeindruckend: Mycel ist vollständig biologisch abbaubar, besitzt hervorragende Isoliereigenschaften und kann regional produziert werden, was Transportwege minimiert.

Ebenso faszinierend ist die Entwicklung von Möbeln aus Kaffeesatz. Österreich verbraucht jährlich etwa 8,1 Kilogramm Kaffee pro Person, was zu enormen Mengen an Kaffeesatz führt. Dieser vermeintliche Abfall kann durch innovative Verfahren zu hochwertigen Verbundwerkstoffen verarbeitet werden. Tischplatten aus Kaffeesatz sind nicht nur ästhetisch ansprechend, sondern auch extrem robust und umweltfreundlich. Die Technologie zeigt exemplarisch, wie Kreislaufwirtschaft in der Praxis funktionieren kann.

Diese Materialinnovationen sind nicht nur ökologisch sinnvoll, sondern auch wirtschaftlich interessant. Die österreichische Baubranche, die jährlich Milliarden Euro umsetzt, steht vor der Herausforderung, nachhaltiger zu werden. Innovative Materialien wie Mycel oder Kaffeesatz-Verbundwerkstoffe könnten dabei eine Schlüsselrolle spielen und österreichische Unternehmen zu Vorreitern einer neuen, nachhaltigen Bauindustrie machen.

Interdisziplinäre Zusammenarbeit stärkt Salzburger Hochschullandschaft

Das Co-CreART-Projekt ist ein Paradebeispiel für erfolgreiche Kooperation in der österreichischen Hochschullandschaft. Die Universität Mozarteum Salzburg arbeitet eng mit der Universität Salzburg und der Fachhochschule Salzburg zusammen – eine Konstellation, die die verschiedenen Stärken der Institutionen optimal nutzt. Während die Universität Mozarteum ihre Expertise in Kunst und kreativen Prozessen einbringt, steuert die Universität Salzburg wissenschaftliche Grundlagenforschung bei. Die Fachhochschule Salzburg ergänzt das Team mit praxisorientierter Anwendungsforschung und Technologie-Transfer.

Diese interdisziplinäre Herangehensweise spiegelt einen internationalen Trend wider: Komplexe gesellschaftliche Herausforderungen wie der Klimawandel oder die Urbanisierung lassen sich nur durch das Zusammenwirken verschiedener Disziplinen lösen. Salzburg positioniert sich mit diesem Ansatz als innovative Bildungsregion, die über traditionelle Fachgrenzen hinausdenkt.

Die Kooperation geht über die drei Hauptpartner hinaus und umfasst zahlreiche weitere Institutionen aus Kunst, Wissenschaft und Gesellschaft. Diese Netzwerkbildung stärkt nicht nur das Projekt selbst, sondern trägt zur Entwicklung einer lebendigen Forschungslandschaft in der Region bei. Salzburg kann sich dadurch als Zentrum für nachhaltige Innovation etablieren und internationale Aufmerksamkeit gewinnen.

Social Streets: Demokratische Raumgestaltung im Fokus

Ein zentrales Element des Co-CreART-Projekts ist die Initiative "Social Streets", die sich mit der demokratischen Nutzung öffentlicher Räume beschäftigt. Die Frage "Wem gehören unsere Straßen und Plätze?" ist hochaktuell und betrifft jeden Bürger unmittelbar. In Zeiten zunehmender Urbanisierung und Verkehrsbelastung gewinnt die Gestaltung lebenswerte Städte an Bedeutung. Das Projekt untersucht, wie öffentliche Räume so gestaltet werden können, dass sie allen Bevölkerungsgruppen gleichermaßen zugutekommen.

Die Schweizer Künstlerin Anna Reinhold bringt mit ihrem "Freiluftparlament" und "Café des Visions" innovative Formate in das Projekt ein. Diese partizipativen Ansätze ermöglichen es Bürgern, ihre Visionen für eine lebenswerte Stadt aktiv mitzugestalten. Statt nur über Stadtentwicklung zu diskutieren, werden konkrete Lösungsansätze co-kreativ entwickelt. Diese Methodik entspricht dem zeitgemäßen Verständnis von Bürgerbeteiligung und demokratischer Teilhabe.

Besonders bemerkenswert ist das MOBILE-Manifest "Recht auf Teilhabe", das im Rahmen des Projekts entwickelt wurde. Dieses Dokument formuliert Grundsätze für eine inklusive Stadtentwicklung und könnte wegweisend für zukünftige Planungsprozesse in österreichischen Gemeinden werden. Die Idee der "dritten Räume" – Orte zwischen privatem und öffentlichem Raum, die Begegnungen zwischen verschiedenen Kulturen ermöglichen – ist besonders relevant für eine multikulturelle Gesellschaft wie die österreichische.

Projektfinanzierung und wirtschaftliche Dimensionen

Das Co-CreART-Projekt verfügt über ein beeindruckendes Gesamtvolumen von 650.000 Euro, wovon 325.000 Euro als Förderung durch öffentliche Mittel bereitgestellt werden. Diese Finanzierung unterstreicht das Vertrauen der österreichischen Politik in innovative Bildungsprojekte und zeigt die Bereitschaft, in zukunftsweisende Forschung zu investieren. Die Ko-Finanzierung durch die beteiligten Universitäten und Partner demonstriert deren Engagement für das Projekt und gewährleistet eine nachhaltige Durchführung.

Die Laufzeit von vier Jahren (Oktober 2023 bis September 2027) ermöglicht eine gründliche Entwicklung, Erprobung und Evaluierung der verschiedenen Projektkomponenten. Diese langfristige Perspektive ist entscheidend für den Erfolg komplexer Forschungsvorhaben und erlaubt es, die entwickelten Methoden und Materialien ausführlich zu testen und zu optimieren.

Volkswirtschaftlich betrachtet könnte das Projekt erhebliche Impulse für die österreichische Wirtschaft setzen. Die entwickelten nachhaltigen Materialien und Technologien haben das Potenzial, neue Industriezweige zu begründen oder bestehende zu transformieren. Österreichische Unternehmen könnten durch frühzeitigen Einsatz dieser Innovationen Wettbewerbsvorteile im internationalen Markt erlangen.

Veranstaltungsprogramm bringt Forschung zur Bevölkerung

Das umfangreiche Veranstaltungsprogramm am Salzburger Mirabellplatz macht die Projektergebnisse für eine breite Öffentlichkeit zugänglich. Die Terminserie im April 2026 ist strategisch geplant und umfasst verschiedene Formate für unterschiedliche Zielgruppen. Das Social Streets Happening am 20. April von 13 bis 16 Uhr lädt zur aktiven Teilnahme ein und ermöglicht es Besuchern, selbst kreativ zu werden und ihre Ideen für eine lebenswerte Stadt zu entwickeln.

Die interaktive Pop-up-Ausstellung "Social Streets. Straßen und Plätze für alle!" ab 18 Uhr bietet tiefere Einblicke in die Projektprozesse und ermöglicht das spielerische Ausprobieren verschiedener Formate. Diese Kombination aus aktivem Mitmachen und informativer Präsentation entspricht modernen Vermittlungskonzepten und macht komplexe wissenschaftliche Inhalte für Laien verständlich.

Besonders wertvoll ist der Talk mit Anna Reinhold am 21. April, der Einblicke in die theoretischen Grundlagen demokratischer Raumgestaltung bietet. Die Diskussion um "Visions of Home" und kollektive Raumkreationen ist hochrelevant für die österreichische Stadtentwicklung und könnte Impulse für Planungsprozesse in anderen Gemeinden geben.

Die Teilnahme an der Langen Nacht der Forschung am 24. April positioniert das Projekt im Kontext der österreichischen Wissenschaftslandschaft und ermöglicht es, ein noch breiteres Publikum zu erreichen. Diese etablierte Veranstaltung zieht jährlich tausende Besucher an und bietet optimale Voraussetzungen für die Vermittlung wissenschaftlicher Inhalte.

Internationale Vernetzung und Zukunftsperspektiven

Das Co-CreART-Projekt positioniert Salzburg und Österreich im internationalen Diskurs um nachhaltige Bildung und Innovation. Die Zusammenarbeit mit der Schweizer Künstlerin Anna Reinhold zeigt bereits die grenzüberschreitende Dimension des Vorhabens. Ähnliche Projekte in Deutschland und anderen EU-Ländern könnten von den Salzburger Erfahrungen profitieren und umgekehrt.

Die entwickelten Methoden und Materialien haben das Potenzial, in anderen Regionen adaptiert und weiterentwickelt zu werden. Das mobile CreART-Lab könnte als Modell für ähnliche Initiativen dienen und zur Entstehung eines europäischen Netzwerks mobiler Forschungslabore beitragen. Österreich könnte sich dadurch als Vorreiter für innovative Wissenschaftskommunikation etablieren.

Langfristig könnte das Projekt zur Entwicklung neuer Studiengänge oder Forschungsschwerpunkte an österreichischen Hochschulen führen. Die interdisziplinäre Herangehensweise entspricht dem internationalen Trend zu transdisziplinärer Bildung und könnte österreichische Absolventen besonders gut auf die Herausforderungen der Zukunft vorbereiten.

Die gesellschaftlichen Auswirkungen des Projekts reichen weit über den Bildungsbereich hinaus. Wenn die entwickelten Ansätze zur demokratischen Raumgestaltung und nachhaltigen Materialnutzung in die Praxis übertragen werden, könnte dies zu einer grundlegenden Transformation österreichischer Städte und Gemeinden führen. Bürger würden stärker in Planungsprozesse einbezogen, öffentliche Räume demokratischer gestaltet und Gebäude nachhaltiger errichtet – eine Vision, die das Potenzial hat, die Lebensqualität aller Österreicher nachhaltig zu verbessern.

Weitere Meldungen

OTS
ME

ME/CFS-Podiumsdiskussion: Wie Lebensqualität möglich wird

8. Apr. 2026
Lesen
OTS
Niederösterreich

Nationalpark Donau-Auen startet Frühlingsprogramm

8. Apr. 2026
Lesen
OTS
Termin

Ministerrat tagt heute: Wiederkehr führt Pressefoyer

8. Apr. 2026
Lesen
Alle Meldungen anzeigen