Am 2. Februar 2026 erschütterte eine unerwartete Ankündigung das Fundament der österreichischen Fensterindustrie. Das Klimaschutzministerium entschied, den Sanierungsbonus für thermisch-energetische Sanierungen einzustellen und stattdessen den Fokus auf den Kesseltausch zu legen. Diese Entscheidung
Am 2. Februar 2026 erschütterte eine unerwartete Ankündigung das Fundament der österreichischen Fensterindustrie. Das Klimaschutzministerium entschied, den Sanierungsbonus für thermisch-energetische Sanierungen einzustellen und stattdessen den Fokus auf den Kesseltausch zu legen. Diese Entscheidung traf die Branche unvorbereitet und sorgte für erhebliche Unruhe. Die Fensterindustrie, eine Schlüsselbranche, die maßgeblich zur österreichischen Wertschöpfung beiträgt, sieht sich nun mit einer ungewissen Zukunft konfrontiert.
Die thermisch-energetische Sanierung, ein Begriff, der Laien oft als komplex erscheint, bezieht sich auf Maßnahmen zur Verbesserung der Energieeffizienz von Gebäuden. Dazu gehört die Isolierung von Wänden, Dächern und Fenstern, um den Heizwärmebedarf zu senken. Diese Maßnahmen sind entscheidend, um den Energieverbrauch zu reduzieren und die Umwelt zu schonen. Die plötzliche Umstellung der Förderpolitik stellt die Fensterindustrie vor große Herausforderungen. Dr. Manfred Gaulhofer, Vorsitzender des Vereins Plattform Fenster Österreich, kritisiert, dass die Unternehmen ihre Produktionsplanung und Marketingstrategien auf den bisherigen Förderrahmen abgestimmt hatten. Diese Investitionen drohen nun, ins Leere zu laufen.
Die Förderung energetischer Sanierungen hat in Österreich eine lange Tradition. Seit den 1990er Jahren wurden diverse Programme ins Leben gerufen, um den Energieverbrauch zu senken und die CO2-Emissionen zu reduzieren. Besonders im letzten Jahrzehnt wurde der Fokus verstärkt auf die thermische Sanierung gelegt, um die Klimaziele zu erreichen. Die Entscheidung, den Schwerpunkt nun auf den Kesseltausch zu verlagern, widerspricht diesem langjährigen Trend und sorgt für Verwirrung.
Ein Blick über die Grenzen zeigt, dass Österreich mit dieser Entscheidung einen Sonderweg einschlägt. In Deutschland und der Schweiz wird weiterhin stark auf thermische Sanierungen gesetzt. Diese Länder haben erkannt, dass eine verbesserte Wärmedämmung die Grundlage für einen effizienten Energiehaushalt bildet. Der Kesseltausch wird dort als ergänzende Maßnahme betrachtet, nicht als Ersatz.
Die Entscheidung hat weitreichende Folgen für die Bürger und die Wirtschaft. Viele Hausbesitzer, die in thermische Sanierungen investieren wollten, stehen nun vor finanziellen Unsicherheiten. Die Fensterindustrie, die auf eine steigende Nachfrage nach energieeffizienten Fenstern gesetzt hatte, sieht sich mit einem Einbruch der Aufträge konfrontiert. Dies könnte zu einem Rückgang der Produktion und damit verbundenen Arbeitsplätzen führen. Ein Beispiel ist die Firma Fensterbau Müller in Niederösterreich, die bereits erste Entlassungen ankündigen musste.
Laut Angaben des Klimaschutzministeriums waren Ende Januar 2026 bereits 208 Millionen Euro der insgesamt 360 Millionen Euro Fördermittel abgerufen. Zwei Drittel dieser Summe entfielen auf thermische Sanierungen, was etwa 137 Millionen Euro entspricht. Mit dem neuen Fokus auf den Kesseltausch werden künftig nur noch rund 38 Prozent der Mittel für Sanierungen aufgewendet, während 62 Prozent für den Kesseltausch vorgesehen sind.
Experten wie der Energieberater Dr. Thomas Huber warnen vor den langfristigen Folgen dieser Entscheidung. Eine verbesserte Wärmedämmung sollte der erste Schritt sein, bevor ein neuer Kessel installiert wird. Andernfalls drohen überdimensionierte Heizsysteme, die nicht nur ineffizient sind, sondern auch unnötige Kosten verursachen. Die Zukunftsperspektive für die Fensterindustrie sieht düster aus, wenn keine rasche Anpassung der Förderpolitik erfolgt. Ein Dialog zwischen der Industrie und dem Ministerium ist dringend erforderlich, um eine nachhaltige Lösung zu finden.
Die Einstellung des Sanierungsbonus für thermisch-energetische Sanierungen stellt Österreichs Fensterindustrie vor große Herausforderungen. Die Entscheidung, den Fokus auf den Kesseltausch zu legen, wird von Experten und Branchenvertretern kritisch gesehen. Eine Rückkehr zu einer ausgewogenen Förderpolitik ist notwendig, um sowohl die wirtschaftlichen als auch die klimapolitischen Ziele zu erreichen. Die nächsten Schritte der Regierung werden entscheidend für die Zukunft der Branche sein. Welche Maßnahmen werden Sie ergreifen, um die Situation zu verbessern? Weitere Informationen finden Sie auf der Webseite des Vereins Plattform Fenster Österreich.