Die österreichische Landwirtschaft steht am 2. Februar 2026 vor einer wirtschaftlichen Zerreißprobe. Während die Erzeugerpreise im Ackerbau bereits das zweite Jahr in Folge stagnieren, steigen die Produktionskosten unaufhaltsam. Besonders dramatisch ist der Anteil der Wertschöpfung, der tatsächlich
Die österreichische Landwirtschaft steht am 2. Februar 2026 vor einer wirtschaftlichen Zerreißprobe. Während die Erzeugerpreise im Ackerbau bereits das zweite Jahr in Folge stagnieren, steigen die Produktionskosten unaufhaltsam. Besonders dramatisch ist der Anteil der Wertschöpfung, der tatsächlich bei den Bauern ankommt. Von einem 1-kg-Laib Brot gehen gerade einmal 20 Cent an die Landwirte, was nur 6 % des Verkaufspreises ausmacht. Bei einer Semmel bleibt dem Bauern sogar nur rund 1 Cent.
Der Ackerbau in Österreich sieht sich mit massiven Herausforderungen konfrontiert. Ein zentraler Begriff in diesem Zusammenhang ist der 'Erzeugerpreis'. Dieser bezeichnet den Preis, den Landwirte für ihre Produkte direkt vom Abnehmer erhalten. In den letzten Jahren sind die Erzeugerpreise für Mahlweizen um 15 % gesunken, was die wirtschaftliche Lage vieler Betriebe verschärft. Gleichzeitig steigen die Produktionskosten, insbesondere für Düngemittel, seit dem Krieg in der Ukraine stark an.
Historisch gesehen war die Landwirtschaft in Österreich stets ein wichtiger Wirtschaftszweig. In den letzten Jahrzehnten jedoch hat sich der Markt stark verändert. Die Globalisierung und der Eintritt neuer Märkte, wie jener der Ukraine oder Südamerikas, haben den Wettbewerb verschärft. In Ländern wie Deutschland und der Schweiz sind ähnliche Tendenzen zu beobachten, jedoch mit unterschiedlichen Lösungsansätzen. Während Deutschland verstärkt auf Subventionen setzt, fördert die Schweiz ihre Bauern durch Direktzahlungen und nachhaltige Landwirtschaftspraktiken.
Die Auswirkungen der niedrigen Erzeugerpreise sind weitreichend. Konsumenten in Österreich könnten langfristig mit höheren Preisen für Grundnahrungsmittel konfrontiert werden, sollte die heimische Produktion weiter abnehmen. Ein Beispiel: Wenn österreichische Landwirte ihre Produktion reduzieren, steigt die Abhängigkeit von Importen, die oft teurer sind. Diese Preissteigerungen könnten sich in den Supermärkten bemerkbar machen.
Statistiken zeigen, dass der Selbstversorgungsgrad bei Getreide bereits unter 100 % liegt. Dies bedeutet, dass Österreich nicht mehr in der Lage ist, seinen gesamten Getreidebedarf selbst zu decken. Die Zahlen sind alarmierend: Pro Tonne Mahlweizen erhalten Landwirte nur rund 180 Euro, ein Rückgang, der viele Betriebe an den Rand der Existenz bringt.
Georg Strasser, Präsident des Bauernbundes, fordert dringende Maßnahmen, um die Landwirtschaft zu entlasten. Er plädiert für die Aussetzung des CO₂-Grenzausgleichs (CBAM) und eine gezielte Verwendung der Einnahmen zur Unterstützung der Landwirte. Auch die Verfügbarkeit von Pflanzenschutzmitteln ist ein kritisches Thema, da in Drittstaaten wie der Ukraine andere Regeln gelten.
Die Zukunft der Landwirtschaft in Österreich hängt von mehreren Faktoren ab. Eine Möglichkeit besteht darin, den Fokus stärker auf nachhaltige und ökologische Landwirtschaft zu legen. Dies könnte durch gezielte Förderungen und eine stärkere Unterstützung seitens der Regierung erreicht werden. Auch die Konsumenten spielen eine entscheidende Rolle: Durch den bewussten Kauf heimischer Produkte kann die heimische Landwirtschaft gestärkt werden.
Die österreichische Landwirtschaft steht an einem Scheideweg. Die Herausforderungen sind groß, aber nicht unüberwindbar. Ein gemeinsames Engagement von Politik, Konsumenten und Handel ist erforderlich, um die Zukunft der heimischen Landwirtschaft zu sichern. Unterstützen Sie die Kampagne „Schleuderpreise stoppen“ und tragen Sie dazu bei, dass österreichische Bauern eine faire Chance haben.