Wien (OTS) - Der Countdown läuft. Am kommenden Montag, dem 1. September 2025, enden im Osten Österreichs die Sommerferien. Während die meisten Kinder und Jugendlichen voller Vorfreude auf das neue Schuljahr blicken, gibt es auch viele, die mit gemischten Gefühlen in die Schule zurückkehren. Die Grün
Wien (OTS) - Der Countdown läuft. Am kommenden Montag, dem 1. September 2025, enden im Osten Österreichs die Sommerferien. Während die meisten Kinder und Jugendlichen voller Vorfreude auf das neue Schuljahr blicken, gibt es auch viele, die mit gemischten Gefühlen in die Schule zurückkehren. Die Gründe dafür sind vielfältig und besorgniserregend zugleich.
Christian Moser, Geschäftsführer von SOS-Kinderdorf, warnt eindringlich vor den zunehmenden psychischen Belastungen, denen Kinder und Jugendliche ausgesetzt sind. Laut Moser fühlen sich vier von zehn jungen Menschen in der Schule nicht wohl. Diese alarmierende Zahl ist ein Spiegelbild des hohen Leistungsdrucks, der auf den Schülern lastet.
„Schulen sollten Orte sein, an denen sich Kinder wohl und unterstützt fühlen. Leider sieht die Realität oft anders aus“, erklärt Moser. Eine Umfrage hat ergeben, dass etwa die Hälfte der Schüler sich mehr Mitbestimmung wünscht. Dies könnte eine bedeutende Chance für positive Veränderungen darstellen.
Um den Schulalltag zu verbessern, betont Moser die Wichtigkeit der Mitbestimmung. Gerade zu Beginn eines neuen Schuljahres gibt es zahlreiche Möglichkeiten, die Schüler aktiv einzubinden. „Mit der Wahl der Klassen- und Schulsprecher ist es dabei noch lange nicht getan“, sagt Moser. Er schlägt vor, dass selbst kleine Dinge, wie die Gestaltung des Klassenzimmers oder die Sitzordnung, eine große Wirkung haben können.
Als konkretes Instrument zur Förderung der Mitbestimmung bietet SOS-Kinderdorf das Projekt 'Aula' an. Dieses Projekt unterstützt Schulen dabei, gemeinsame Entscheidungen zu treffen und die Demokratiebildung zu fördern. Weitere Informationen dazu finden Sie auf der offiziellen Website von SOS-Kinderdorf unter sos-kinderdorf.at.
Ein weiteres großes Thema ist die psychische Gesundheit der Schüler. „Viele Kinder und Jugendliche stehen unter großem Druck und haben psychische Probleme. Schlechte Noten sind da wohl ihre kleinste Sorge“, so Moser. Dies wirft die Frage auf, wie man in einer solchen Situation von den Schülern erwarten kann, sich in der Schule zu engagieren und zu beteiligen.
Die Politik ist gefordert, die bestmöglichen Voraussetzungen für alle Kinder zu schaffen. Dazu gehören mehr Unterstützungsangebote und Prävention. SOS-Kinderdorf fordert zum Schulbeginn mehr Schulpsychologen und -sozialarbeiter, eine flächendeckende Einführung von 'School Nurses' sowie einen Ausbau der therapeutischen und psychiatrischen Versorgung.
Die Herausforderungen in der Bildung sind vielfältig und komplex. Doch es gibt Hoffnung. „Als Kinderrechtsorganisation merken wir, dass langsam Bewegung in die Sache kommt, doch es liegt noch ein langer Weg vor uns“, so Moser. Die kommenden Jahre werden entscheidend sein, um die Weichen für eine bessere und gerechtere Bildung zu stellen.
Die Forderungen von SOS-Kinderdorf sind klar: Mehr Mitbestimmung, bessere psychologische Unterstützung und eine Politik, die die Bedürfnisse der Kinder ernst nimmt, sind der Schlüssel zu einer nachhaltigen und chancengerechten Bildung.