Es klingt fast zu schön, um wahr zu sein: Bis 2030 könnten die Strompreise in Österreich dank erneuerbarer Energien um satte 20 Prozent sinken. Doch wie realistisch ist dieses Szenario wirklich? Eine neue Studie des Beratungsunternehmens enervis liefert Antworten, die sowohl Hoffnung als auch Handlu
Es klingt fast zu schön, um wahr zu sein: Bis 2030 könnten die Strompreise in Österreich dank erneuerbarer Energien um satte 20 Prozent sinken. Doch wie realistisch ist dieses Szenario wirklich? Eine neue Studie des Beratungsunternehmens enervis liefert Antworten, die sowohl Hoffnung als auch Handlungsbedarf signalisieren.
Die Analyse, die von Kleinwasserkraft Österreich, Photovoltaik Austria und IG Windkraft in Auftrag gegeben wurde, zeigt klar: Der Ausbau von Windkraft, Photovoltaik und Kleinwasserkraft hat das Potenzial, die Strompreise signifikant zu senken. Diese Technologien sind nicht nur umweltfreundlich, sondern auch kosteneffizient. Sie könnten die Importabhängigkeit Österreichs von teurem Gas drastisch reduzieren.
Um die Zukunft besser zu verstehen, lohnt sich ein Blick zurück. Die Studie analysiert die Jahre 2021 bis 2024 und zeigt, dass die Strompreise ohne Erneuerbare im Schnitt um 6 Prozent höher gewesen wären. Besonders in Zeiten hoher Gaspreise, wie 2022, war der Effekt der Erneuerbaren deutlich spürbar. „Ohne Erneuerbare wäre der Preisausschlag nach oben zu Zeiten der Energiekrise klar höher gewesen“, erklärt ein enervis-Experte.
Nicht nur die Umwelt profitiert von erneuerbaren Energien. Auch wirtschaftlich sind sie ein Gewinn: Ohne sie würden die jährlichen Stromkosten für einen durchschnittlichen Haushalt um rund 73 Euro steigen. Für Industriebetriebe mit einem Verbrauch von 10 GWh wären es sogar 182.000 Euro jährlich. Diese Zahlen verdeutlichen, wie wichtig der konsequente Ausbau der Erneuerbaren ist.
Andere europäische Länder wie Deutschland und Dänemark sind bereits Vorreiter im Bereich der erneuerbaren Energien. Deutschland hat beispielsweise im Jahr 2020 rund 46 Prozent seines Stroms aus erneuerbaren Quellen erzeugt. Diese Länder zeigen, dass der Umstieg nicht nur möglich, sondern auch wirtschaftlich sinnvoll ist.
Doch warum wird der Ausbau der Erneuerbaren in Österreich nicht stärker vorangetrieben? Hier kommt die Politik ins Spiel. „Die Politik muss sich entscheiden: weiterhin Importe stützen und Erneuerbare behindern oder endlich echte Standortpolitik umsetzen!“, fordert ein Geschäftsführer der Kleinwasserkraft. Der Ausbau wird durch bürokratische Hürden und mangelnde politische Unterstützung gebremst.
Die Studie prognostiziert einen volkswirtschaftlichen Nutzen von bis zu 3,1 Milliarden Euro im Jahr 2030, wenn der Ausbau der Erneuerbaren konsequent vorangetrieben wird. Dieser Nutzen ergibt sich aus geringeren Strompreisen und entgangenen Erlösen aus Exporten. „Dieses Szenario - günstigere Haushaltsstrompreise und immenser volkswirtschaftlicher Nutzen - wird von der Bundesregierung derzeit täglich geopfert“, warnt ein Branchenexperte.
Für die österreichischen Haushalte bedeutet dies konkret: niedrigere Stromrechnungen und mehr Unabhängigkeit von schwankenden Gaspreisen. Doch dafür ist Handeln gefragt. Die Bürger können durch die Installation eigener Solaranlagen oder die Beteiligung an Windkraftprojekten aktiv zur Energiewende beitragen.
Die Ergebnisse der Studie sind ein klarer Appell an Politik und Bürger, den Ausbau erneuerbarer Energien voranzutreiben. Die Chancen für eine nachhaltige und kostengünstige Energiezukunft sind da - sie müssen nur genutzt werden. Die Entscheidung liegt bei uns allen.