Am 18. November 2025 wird in Österreich ein bedeutendes Gesetz verabschiedet, das die verpflichtende Kennzeichnung von Shrinkflation einführt. Diese Entwicklung markiert einen wichtigen Meilenstein im Kampf gegen versteckte Preiserhöhungen durch geringere Füllmengen, eine Praxis, die Konsument:innen
Am 18. November 2025 wird in Österreich ein bedeutendes Gesetz verabschiedet, das die verpflichtende Kennzeichnung von Shrinkflation einführt. Diese Entwicklung markiert einen wichtigen Meilenstein im Kampf gegen versteckte Preiserhöhungen durch geringere Füllmengen, eine Praxis, die Konsument:innen seit Jahren belastet. Die Konsument:innenschutzorganisation foodwatch Österreich hat sich intensiv für diese Regelung eingesetzt und sieht darin einen großen Erfolg. Die Einführung dieser Kennzeichnungspflicht ist nicht nur ein Sieg für die Transparenz, sondern auch ein Schritt zur Stärkung der Konsumentenrechte in Zeiten steigender Lebensmittelpreise.
Shrinkflation ist ein Begriff, der eine Praxis beschreibt, bei der Hersteller die Füllmenge eines Produkts reduzieren, während der Preis gleich bleibt oder sogar steigt. Dies führt dazu, dass Konsument:innen unwissentlich mehr für weniger Inhalt bezahlen. Besonders in der Lebensmittelindustrie ist dieser Trick weit verbreitet, was zu einer zusätzlichen Belastung für die Haushaltsbudgets führt. Der Begriff selbst setzt sich aus den englischen Wörtern 'shrink' (schrumpfen) und 'inflation' (Inflation) zusammen und beschreibt treffend die versteckte Preissteigerung.
Die Praxis der Shrinkflation ist nicht neu. Bereits in den 1970er Jahren begannen Unternehmen, diese Strategie als Reaktion auf steigende Rohstoffpreise zu nutzen. In den letzten Jahren hat die Häufigkeit dieser Praxis jedoch zugenommen, insbesondere in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit. Während Österreich nun mit der Einführung einer Kennzeichnungspflicht einen bedeutenden Schritt unternimmt, haben andere Länder wie Deutschland und die Schweiz bisher keine vergleichbaren Maßnahmen ergriffen. In Deutschland wird das Thema zwar diskutiert, jedoch ohne konkrete gesetzliche Vorgaben. Die Schweiz hingegen setzt auf freiwillige Transparenzinitiativen der Hersteller.
Die Einführung der Kennzeichnungspflicht für Shrinkflation wird den österreichischen Konsument:innen mehr Transparenz beim Einkauf bieten. Künftig müssen Supermärkte 60 Tage lang deutlich darauf hinweisen, wenn Produkte geschrumpft wurden. Dadurch können Konsument:innen informierte Kaufentscheidungen treffen und sind nicht länger den versteckten Preistricks der Hersteller ausgeliefert. Ein konkretes Beispiel ist die Reduktion der Füllmenge bei Ovomaltine, Mondseer-Käse oder Doritos, die foodwatch bereits 2022 aufgedeckt hatte. Diese Produkte enthielten bis zu 12 Prozent weniger Inhalt, während die Preise stiegen.
Eine Analyse von foodwatch und der Preisvergleichs-Plattform preisrunter.at zeigt, dass fast alle Produktkategorien von Shrinkflation betroffen sind. Von Knabbergebäck über Gemüsekonserven bis hin zu Eiscreme – die Reduktion der Füllmengen ist weit verbreitet. Diese Praxis führt dazu, dass Konsument:innen oft unwissentlich mehr für weniger bezahlen. Die Einführung der Kennzeichnungspflicht wird dazu beitragen, diese intransparente Praxis zu reduzieren und den Konsument:innen mehr Kontrolle über ihre Ausgaben zu geben.
Indra Kley-Schöneich, Leiterin von foodwatch Österreich, betont die Bedeutung der neuen Regelung: „Das ist ein wichtiger Durchbruch für die Rechte der Konsument:innen. Shrinkflation ist einer der unfairsten Tricks der Lebensmittelindustrie und verschärft die ohnehin aktuell schwierige Lage aufgrund der hohen Lebensmittelpreise.“ Die Zukunftsperspektive sieht vor, dass die Kennzeichnungspflicht umfassend umgesetzt wird und keine Schlupflöcher für Hersteller bestehen. Dies wird durch regelmäßige Überprüfungen und Anpassungen der gesetzlichen Vorgaben sichergestellt.
Die Einführung der Shrinkflation-Kennzeichnung in Österreich ist ein bedeutender Schritt zur Stärkung der Konsumentenrechte. Es bleibt abzuwarten, wie sich diese Regelung in der Praxis bewährt und ob weitere Länder diesem Beispiel folgen werden. Für die österreichischen Konsument:innen bedeutet dies jedenfalls mehr Transparenz und Schutz vor versteckten Preistricks. Bleiben Sie informiert und achten Sie beim nächsten Einkauf auf die neuen Kennzeichnungen – Ihre Meinung zählt!