Die Welt der Kosmetik steht Kopf, denn eine unsichtbare Bedrohung namens PFAS sorgt für Aufsehen! Diese sogenannten 'Ewigkeitschemikalien' haben es in sich: Einmal freigesetzt, bleiben sie für immer in unserer Umwelt. Doch was sind PFAS genau und warum sind sie so gefährlich?Was sind PFAS und warum
Die Welt der Kosmetik steht Kopf, denn eine unsichtbare Bedrohung namens PFAS sorgt für Aufsehen! Diese sogenannten 'Ewigkeitschemikalien' haben es in sich: Einmal freigesetzt, bleiben sie für immer in unserer Umwelt. Doch was sind PFAS genau und warum sind sie so gefährlich?
PFAS steht für per- und poly-fluorierte Alkylsubstanzen, eine Gruppe von Chemikalien, die aufgrund ihrer extremen Beständigkeit gegen Hitze, Feuchtigkeit und chemische Einflüsse kaum abbaubar sind. Diese Eigenschaften machen sie in vielen industriellen Anwendungen attraktiv, aber genau das macht sie auch zur Gefahr für Mensch und Umwelt. Die Europäische Chemikalienagentur ECHA hat einige PFAS-Verbindungen als vermutlich krebserregend und fortpflanzungsschädigend eingestuft. Das bedeutet, dass sie das ungeborene Leben im Mutterleib und sogar über die Muttermilch beeinträchtigen können.
In der Kosmetik werden PFAS eingesetzt, um Produkte haut- und haarpflegend zu machen. Sie helfen, Fett mit Wasser zu verbinden, stabilisieren die Konsistenz und regulieren die Zähflüssigkeit. Doch diese chemischen Helferlein sind nicht ohne Risiko: Sie hinterlassen einen dünnen Film auf der Haut und können als Lösungsmittel oder reinigendes Tensid fungieren. Laut Sandra Papes von DIE UMWELTBERATUNG sind PFAS nahezu unzerstörbar und verbleiben in der Umwelt, sobald sie freigesetzt werden.
Ein Test von DIE UMWELTBERATUNG im Auftrag des Konsumentenschutzes der Arbeiterkammer Oberösterreich (AK OÖ) im Jahr 2024 enthüllte, dass PFAS in Gesichtscremes, Gesichtsmasken und Make-up-Produkten wie Lidschatten und Puder enthalten sind. Diese Erkenntnisse sind alarmierend, da viele Konsumenten sich der potenziellen Risiken nicht bewusst sind.
Die einfachste Methode, um PFAS zu vermeiden, ist der Kauf von zertifizierter Naturkosmetik und Biokosmetik. Diese Produkte sind durch Gütesiegel wie das Österreichische Umweltzeichen oder das EU-Ecolabel gekennzeichnet. Labels wie Austria Bio Garantie, NATRUE und der cosmos-Standard garantieren ebenfalls PFAS-freie Produkte.
PFAS wurden erstmals in den 1940er Jahren entwickelt und fanden schnell breite Anwendung in der Industrie, insbesondere in der Herstellung von wasser- und schmutzabweisenden Beschichtungen für Textilien und Papier. In den letzten Jahrzehnten gerieten sie jedoch zunehmend in die Kritik, da ihre Umweltpersistenz und gesundheitlichen Risiken bekannt wurden. Länder weltweit, darunter auch Österreich, arbeiten an Regulierungen, um den Einsatz von PFAS zu begrenzen.
In Schweden und Dänemark gibt es bereits strenge Regulierungen für den Einsatz von PFAS, insbesondere in Lebensmittelverpackungen. Diese Länder gelten als Vorreiter im Kampf gegen die 'Ewigkeitschemikalien'. Österreich zieht nach und arbeitet ebenfalls an Maßnahmen zur Reduktion von PFAS in Konsumgütern.
Für den Verbraucher bedeutet die Präsenz von PFAS in Kosmetikprodukten ein potenzielles Gesundheitsrisiko. Langfristig können diese Chemikalien in den Körper gelangen und dort Schaden anrichten. Die Umstellung auf PFAS-freie Produkte ist nicht nur eine Frage der persönlichen Gesundheit, sondern auch ein Beitrag zum Umweltschutz.
Dr. Maria Gruber, Umweltchemikerin an der Universität Wien, erklärt: „PFAS sind eine der größten Herausforderungen unserer Zeit. Der Übergang zu PFAS-freien Produkten ist nicht nur wünschenswert, sondern notwendig, um künftige Generationen zu schützen.“
Die EU plant, den Einsatz von PFAS bis 2030 schrittweise zu reduzieren. Dies wird die Hersteller zwingen, Alternativen zu finden und die Produktformeln anzupassen. Verbraucher werden zunehmend aufgefordert, sich zu informieren und bewusste Entscheidungen beim Kauf zu treffen.
Die Broschüre „PFAS – die ewigen Chemikalien“, erstellt von DIE UMWELTBERATUNG im Auftrag des Bundesministeriums für Klimaschutz, bietet umfassende Informationen über die Vermeidung von PFAS im Alltag. Sie steht kostenlos zum Download bereit unter umweltberatung.at/pfas-broschuere.
Der alarmierende Bericht über PFAS in Kosmetikprodukten ist ein Weckruf für Konsumenten, Hersteller und Regulierungsbehörden. Während die Forschung weitergeht und die Regulierungen verschärft werden, liegt es an jedem Einzelnen, sich zu informieren und verantwortungsbewusste Kaufentscheidungen zu treffen.
Für individuelle Beratung zum Vermeiden von PFAS im Alltag bietet DIE UMWELTBERATUNG Unterstützung an der Hotline unter Tel. 01 803 32 32.