Am 17. August 2025 gab das Amt der Niederösterreichischen Landesregierung bekannt, dass die Deponie „Am Ziegelofen“ in St. Pölten einer umfassenden Sanierung unterzogen wird. Diese Entscheidung folgt auf eine intensive Untersuchung, die erhebliche Mängel in der Einhaltung der gesetzlichen Vorgaben a
Am 17. August 2025 gab das Amt der Niederösterreichischen Landesregierung bekannt, dass die Deponie „Am Ziegelofen“ in St. Pölten einer umfassenden Sanierung unterzogen wird. Diese Entscheidung folgt auf eine intensive Untersuchung, die erhebliche Mängel in der Einhaltung der gesetzlichen Vorgaben aufdeckte.
Die Deponie „Am Ziegelofen“ ist eine der größten ihrer Art in Niederösterreich und nimmt seit Jahrzehnten Reststoffe und Massenabfälle auf. Doch was sich nun als brisante Umweltsituation entpuppt, begann als gewöhnliche Routineuntersuchung. Am 12. Dezember 2024 wurden im aktuellen Schüttbereich Probeschürfe abgeteuft, um die Qualität der abgelagerten Materialien zu überprüfen.
Die Ergebnisse waren alarmierend: Abfälle, die nicht den Annahmekriterien entsprachen, wurden entdeckt. Dies verstößt gegen die Deponieverordnung (DVO) von 2008, die strenge Grenzwerte für die Zusammensetzung und Behandlung von Deponiematerialien festlegt. Diese Verordnung dient dem Schutz der Umwelt und der menschlichen Gesundheit, indem sie sicherstellt, dass nur Materialien, die keine Gefahr darstellen, langfristig gelagert werden.
Gemäß § 62 Abs. 2 des Abfallwirtschaftsgesetzes (AWG) 2002 wurde die Verfahrensanordnung erlassen, die die Sanierung der Deponie regelt. Diese Anordnung ist ein rechtliches Instrument, das es den Behörden erlaubt, bei Nichteinhaltung der gesetzlichen Bestimmungen einzugreifen. In diesem Fall wurde eine stufenweise Sanierung angeordnet, um den konsensgemäßen Zustand der Deponie wiederherzustellen.
Ein Experte für Umweltrecht erklärt: „Die Einhaltung dieser rechtlichen Vorgaben ist entscheidend, um langfristige Umweltschäden zu vermeiden. Die Behörden haben hier die Pflicht, strikt zu überwachen, dass die Sanierung planmäßig und gesetzeskonform erfolgt.“
Für die Anwohner in der Umgebung von St. Pölten bedeutet die Sanierung sowohl eine Erleichterung als auch eine Herausforderung. Einerseits wird durch die Maßnahmen sichergestellt, dass die Umweltbelastung reduziert und die Lebensqualität verbessert wird. Andererseits könnte die Sanierung vorübergehende Unannehmlichkeiten, wie Lärm oder Geruch, mit sich bringen.
Ein Anwohner äußerte seine Bedenken: „Es ist gut zu wissen, dass die Deponie endlich saniert wird, aber wir machen uns Sorgen über die Auswirkungen während der Bauarbeiten.“
Die Sanierung wird in Sektoren durchgeführt, wobei jeweils nur ein Bereich von maximal 25 x 25 Metern bearbeitet wird, um Geruchs- und Emissionsbelastungen zu minimieren. Diese Methode gewährleistet, dass die Arbeiten so umweltschonend wie möglich durchgeführt werden.
Die Sanierungsmaßnahmen sollen bis zum 31. Dezember 2027 abgeschlossen sein. Bis dahin wird die Deponie einer strengen Kontrolle unterzogen, um sicherzustellen, dass die Maßnahmen den gewünschten Erfolg bringen. Die langfristigen Auswirkungen dieser Sanierung könnten ein Vorbild für andere Deponien in Österreich sein, die ähnliche Herausforderungen bewältigen müssen.
Ein Umweltanalytiker kommentiert: „Diese Sanierung könnte als Modellprojekt für die gesamte Region dienen. Wenn erfolgreich, könnte sie Standards setzen, wie wir mit Altlasten in der Zukunft umgehen.“
Deponien und ihre Sanierung sind nicht nur in Niederösterreich ein Thema. In anderen Bundesländern wie Oberösterreich oder der Steiermark gab es ebenfalls Fälle, in denen Deponien nicht den gesetzlichen Anforderungen entsprachen. Die dortigen Behörden haben ähnliche Maßnahmen ergriffen, um die Umwelt zu schützen und die Einhaltung der Deponieverordnung zu gewährleisten.
Die Herausforderung besteht darin, die Balance zwischen wirtschaftlicher Effizienz und umweltgerechtem Handeln zu finden. Während einige Bundesländer bereits Fortschritte gemacht haben, bleibt Niederösterreich mit der Deponie „Am Ziegelofen“ ein prominentes Beispiel für die Notwendigkeit kontinuierlicher Überwachung und Anpassung.
Die Sanierung der Deponie „Am Ziegelofen“ ist ein bedeutender Schritt zur Verbesserung der Umweltsituation in St. Pölten. Die strengen Maßnahmen und die Überwachung durch die Behörden sollen sicherstellen, dass die Deponie den gesetzlichen Anforderungen entspricht und keine Gefahr für die Umwelt oder die Gesundheit der Anwohner darstellt. Diese Sanierung könnte als Vorbild für zukünftige Projekte dienen und den Weg für eine nachhaltige Abfallwirtschaft in Österreich ebnen.
Weitere Informationen zur Sanierung und deren Fortschritt finden Sie auf der offiziellen Webseite der Niederösterreichischen Landesregierung unter diesem Link.