Die Stadt Wien hat ein ehrgeiziges Projekt gestartet, das den Liesingbach in eine prächtige Natur-Oase verwandeln wird. Diese Initiative, die von der Stadt Wien und dem Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Klima- und Umweltschutz, Regionen und Wasserwirtschaft unterstützt wird, soll den
Die Stadt Wien hat ein ehrgeiziges Projekt gestartet, das den Liesingbach in eine prächtige Natur-Oase verwandeln wird. Diese Initiative, die von der Stadt Wien und dem Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Klima- und Umweltschutz, Regionen und Wasserwirtschaft unterstützt wird, soll den Flusslauf auf eine umweltfreundliche Weise umgestalten und gleichzeitig den Hochwasserschutz verbessern. Der Liesingbach, ein 9,2 Kilometer langes Gewässer, das bisher teilweise noch hart verbaut war, wird in den kommenden Jahren Schritt für Schritt renaturiert.
Seit 2020 wird intensiv an der Renaturierung des Liesingbachs gearbeitet. Bereits 3,5 Kilometer des Gewässers wurden erfolgreich umgestaltet, und nun steht der nächste Abschnitt zwischen der Gutheil-Schoder-Gasse und der Breitenfurter Straße an. Dieses Projekt ist Teil des größeren ökologischen Vorhabens „Integrativer Hochwasserschutz Liesingbach“, das bis 2027 abgeschlossen sein soll.
Renaturierung bedeutet, einen natürlichen Zustand wiederherzustellen, der durch menschliche Eingriffe verändert wurde. Im Fall des Liesingbachs handelt es sich um die Entfernung von Beton- und Steinverkleidungen, um dem Fluss einen natürlicheren Verlauf zu geben. Dies verbessert nicht nur die ästhetische Qualität des Gewässers, sondern auch seine ökologische Funktionalität.
Der Liesingbach wird durch das Projekt nicht nur zu einem Naturjuwel, sondern auch zu einem Modell für Hochwasserschutz und ökologische Nachhaltigkeit. Durch die Schaffung von Pendelstrecken, stark mäandrierenden und abwechslungsreichen Gewässerzonen, wird der Bachlauf aufgeweitet. Diese Maßnahmen fördern die Biodiversität und bieten Lebensräume für verschiedene Tier- und Pflanzenarten.
Eines der herausragendsten Merkmale des Projekts ist die innovative Rankbegrünung auf Höhe des Steinsees. Hier werden Seile über das Bachbett gespannt, an denen Pflanzen wie Wilder Wein und Waldrebe wachsen können. Diese „schwebende“ Begrünung sorgt für eine natürliche Kühlung des Wassers und schafft zudem ein optisch ansprechendes Bild.
Ein weiterer wichtiger Bestandteil des Projekts ist der Bau eines neuen Regenwasserkanals unter dem Liesingbach. Dieser Kanal wird im Microtunneling-Verfahren errichtet, einer modernen Tunnelbautechnik, die es ermöglicht, den Kanal ohne große Erdbewegungen zu bauen. Dadurch werden Lärm und Staubemissionen minimiert, was den Anwohnern zugutekommt.
„Der Bau im Microtunneling-Verfahren spart nicht nur viel Bauzeit, sondern verringert auch die Eingriffe für die Anrainer. Der Einbau des Kanalrohres erfolgt unterirdisch, wodurch kaum Aufgrabungen notwendig sind“, erklärt ein Sprecher von Wien Kanal.
Die Renaturierung des Liesingbachs ist nicht nur ein Gewinn für die Umwelt, sondern auch für die Menschen, die in der Nähe leben. Die neuen Uferbereiche bieten Platz für Freizeitaktivitäten und Erholung, während die verbesserten Wasserbedingungen der lokalen Flora und Fauna zugutekommen.
Die Stadt Wien spielt eine zentrale Rolle in diesem Projekt, indem sie die Koordination der verschiedenen Maßnahmen übernimmt und sicherstellt, dass die Arbeiten im Einklang mit den höchsten Umweltstandards durchgeführt werden. Durch die enge Zusammenarbeit mit dem Bundesministerium und anderen Partnern wird das Projekt zu einem Vorzeigeprojekt für nachhaltige Stadtentwicklung.
Ein Experte für Gewässerökologie lobt das Projekt: „Die Renaturierung des Liesingbachs zeigt, wie man städtische Gewässer in ein ökologisches und soziales Asset verwandeln kann. Diese Maßnahmen sind ein wichtiger Schritt, um die Lebensqualität in urbanen Gebieten zu verbessern.“
Blickt man in die Zukunft, so verspricht das Projekt, ein Modell für ähnliche Initiativen in anderen Städten zu werden. Der Liesingbach könnte als Beispiel dafür dienen, wie man Natur- und Hochwasserschutz miteinander verbinden kann, um städtische Gebiete lebenswerter zu machen.
Mit einem geplanten Abschluss im Jahr 2027 bleibt abzuwarten, welche weiteren positiven Effekte das Projekt auf die Umwelt und die Stadtbewohner haben wird. Eines ist jedoch sicher: Der Liesingbach wird bald in neuem, natürlichem Glanz erstrahlen und sowohl für die Menschen als auch für die Natur ein Gewinn sein.