Die Diskussion um die Arbeitsbedingungen des Wiener Spitalspersonals erreicht einen neuen Höhepunkt. Am 25. Juli 2025 veröffentlichte die Kammer für Ärztinnen und Ärzte in Wien eine eindringliche Pressemitteilung, die sowohl die Politik als auch die Öffentlichkeit wachrütteln soll. Die zentralen For
Die Diskussion um die Arbeitsbedingungen des Wiener Spitalspersonals erreicht einen neuen Höhepunkt. Am 25. Juli 2025 veröffentlichte die Kammer für Ärztinnen und Ärzte in Wien eine eindringliche Pressemitteilung, die sowohl die Politik als auch die Öffentlichkeit wachrütteln soll. Die zentralen Forderungen: marktgerechte Gehälter und eine nachvollziehbare Personalplanung. Doch was steckt dahinter?
Bereits im Mai 2024 hatte der Wiener Gesundheitsverbund (WIGEV) seinen Erweiterten Personalbericht für die Jahre 2019 bis 2023 veröffentlicht. Damals wurde von einer positiven Entwicklung im Personalbereich gesprochen. Doch die Realität sieht anders aus, wie Eduardo Maldonado-González, Vizepräsident der Kammer, betont. Laut ihm werden Überstunden nicht aus Luxus, sondern aus Notwendigkeit geleistet.
Marktgerechte Gehälter sind Gehälter, die im Einklang mit den durchschnittlichen Löhnen für vergleichbare Positionen auf dem Arbeitsmarkt stehen. In der Praxis bedeutet dies, dass das Spitalspersonal in Wien Gehälter erhalten sollte, die mit denen in anderen europäischen Metropolen vergleichbar sind. Dies ist nicht nur eine Frage der Fairness, sondern auch der Notwendigkeit, um qualifizierte Fachkräfte zu halten und neue anzuziehen.
Der Wiener Gesundheitsverbund, kurz WIGEV, ist eine zentrale Institution im Gesundheitswesen der Stadt. Er ist verantwortlich für die Verwaltung und Organisation der städtischen Krankenhäuser. In seinem Bericht von 2024 wurde eine Besetzungsquote von über 90 Prozent in ärztlichen und pflegerischen Bereichen angegeben. Doch Kritiker werfen dem WIGEV vor, dass diese Zahl wenig über die tatsächlichen Arbeitsbedingungen aussagt.
Johannes Steinhart, Präsident der Kammer, unterstreicht die Notwendigkeit einer umfassenden Modernisierung der Wiener Gesundheitsversorgung. Die Stadt plant, bis 2030 rund 3,3 Milliarden Euro in die Modernisierung der städtischen Kliniken zu investieren. Doch Steinhart betont, dass modernste Infrastruktur allein nicht ausreicht. Ebenso wichtig sind ausreichend viele exzellente medizinische Fachkräfte.
Ein Blick über die Stadtgrenzen hinaus zeigt: Wien steht mit diesen Herausforderungen nicht allein da. In Bundesländern wie Oberösterreich oder der Steiermark gibt es ähnliche Diskussionen um die Arbeitsbedingungen im Gesundheitssektor. Auch dort wird immer wieder die Notwendigkeit einer verbesserten Personalplanung betont.
Für die Bürger Wiens haben diese Diskussionen ganz konkrete Auswirkungen. Lange Wartezeiten in den Notaufnahmen, eine geringere Anzahl verfügbarer Fachärzte und überlastetes Pflegepersonal sind nur einige der Probleme, die auftreten können, wenn die Forderungen der Ärztekammer nicht ernst genommen werden.
Ein nicht namentlich genannter Experte aus dem Gesundheitswesen betont: „Die Investitionen in die Infrastruktur sind wichtig, aber ohne eine gleichzeitige Verbesserung der Arbeitsbedingungen wird die Qualität der Versorgung leiden.“
Die Zukunft der Wiener Gesundheitsversorgung hängt also maßgeblich davon ab, wie die Stadt auf die aktuellen Forderungen reagiert. Wird es gelingen, die notwendigen Reformen umzusetzen? Oder wird die Spitalskrise weiter eskalieren?
Die Verantwortung für die Lösung dieser Probleme liegt nicht allein bei den Krankenhäusern oder der Ärztekammer. Auch die Stadtregierung ist gefordert. Eine enge Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Akteuren ist notwendig, um nachhaltige Lösungen zu finden.
Die kommenden Monate werden entscheidend dafür sein, ob Wien es schafft, die Herausforderungen im Gesundheitswesen zu meistern. Die Bürger der Stadt hoffen auf positive Veränderungen, die sowohl die Qualität der Versorgung als auch die Arbeitsbedingungen der medizinischen Fachkräfte verbessern.
Quelle: OTS-Presseaussendung