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Spritpreise: Österreich fordert EU-weite Transparenz-Offensive

4. April 2026
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Eine neue Analyse des Instituts für Höhere Studien (IHS) bringt Licht in das Dunkel der Spritpreisbildung. Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer drängt auf eine koordinierte europäische Antwort und mehr Transparenz bei internationalen Handelsplätzen.

Eine neue Analyse des Instituts für Höhere Studien (IHS) untersucht die Preisbildung für Benzin und Diesel entlang der Wertschöpfungskette – von internationalen Rohölpreisen über Raffineriemargen bis hin zu Großhandel und Tankstellen. Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer fordert eine koordinierte europäische Antwort und mehr Transparenz bei internationalen Handelsplätzen.

IHS-Studie deckt komplexe Preismechanismen auf

Das Institut für Höhere Studien hat im Auftrag des Wirtschaftsministeriums die gesamte Wertschöpfungskette von Benzin und Diesel analysiert. Das zentrale Ergebnis: Die Preisbildung entsteht am internationalen Markt und nicht national. Benzin und Diesel werden auf Basis internationaler Notierungen gehandelt – etwa über Marktberichte von Argus oder Platts. Steigen dort die Preise, wirkt sich das auf die gesamte Wertschöpfungskette aus.

Vom Rohöl bis zur Zapfsäule: Die Preiskette im Detail

Die IHS-Analyse beschreibt die Stufen der Preisbildung: internationale Rohölpreise bilden die Grundlage, darauf folgen Raffineriemargen sowie Großhandel und Tankstellen. Zusätzlich kommen Abgaben wie Mineralölsteuer, Pflichtnotstandsreserve und CO2-Steuer sowie Mehrwertsteuer hinzu.

Europäische Dimension des Problems

Weil die zentralen Preistreiber außerhalb Österreichs liegen, richtet sich der Fokus verstärkt auf die europäische Ebene. Es wird ein koordiniertes europäisches Vorgehen, mehr Transparenz an den internationalen Handelsplätzen und rasches Handeln eingefordert.

  • Nationale Alleingänge dürfen den Binnenmarkt nicht verzerren – es braucht abgestimmte europäische Lösungen.
  • Entscheidungsprozesse müssen deutlich beschleunigt werden, um auf volatile Märkte reagieren zu können.
  • Mehr Klarheit bei der Preisbildung – insbesondere bei internationalen Benchmarks – ist zentral für Vertrauen und Wettbewerb.
  • Auch strukturelle Fragen wie Merit-Order, ETS-Effekte und Gasmarktmechanismen müssen auf EU-Ebene weiterentwickelt werden.

„Transparenz entlang der gesamten Wertschöpfungskette reicht national nicht aus – sie muss besonders auch auf europäischer Ebene sichergestellt werden. Wir fordern hier einen konsequenten Einsatz der Kommission“, so Hattmannsdorfer.

Fokus auf Transparenz entlang der gesamten Kette

Ein zentrales Ergebnis der IHS-Analyse zeigt die Komplexität der Preisbildung und die Notwendigkeit, diese transparenter zu machen. Das IHS wird künftig die Preisentwicklungen tagesaktuell beobachten und öffentlich zur Verfügung stellen. Die Analysen werden in den kommenden Wochen vertieft und bilden die Grundlage für mögliche weitere Maßnahmen.

Neben der Transparenz rückt damit auch die Frage nach der Marktstruktur stärker in den Fokus. Aus österreichischer Sicht braucht es eine europäische Überprüfung der Marktmechanismen sowie Maßnahmen, die mehr Wettbewerb und Nachvollziehbarkeit entlang der Preisbildung sicherstellen.

„Das IHS hat die Preissteigerungen an den Zapfsäulen in ihre Einzelteile zerlegt. Dabei zeigt sich: der größte Teil kommt durch die Preissteigerungen am Weltmarkt und bei den Raffinerien zustande. Wir müssen aber weiter genau analysieren, ob und gegebenenfalls wo in der Wertschöpfungskette ungewöhnliche Margen auftreten. Damit deren Ursachen dann auf der richtigen Ebene bekämpft werden“, so Holger Bonin, Direktor des Instituts für Höhere Studien.

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