Die Spannung steigt, denn die neunten Berufseuropameisterschaften, die EuroSkills 2025, stehen vor der Tür. Dieses Jahr findet das prestigeträchtige Event in Herning, Dänemark, statt und Österreich schickt 49 Spitzenfachkräfte ins Rennen. Doch es gibt eine Besonderheit: Mehr als ein Fünftel der Teil
Die Spannung steigt, denn die neunten Berufseuropameisterschaften, die EuroSkills 2025, stehen vor der Tür. Dieses Jahr findet das prestigeträchtige Event in Herning, Dänemark, statt und Österreich schickt 49 Spitzenfachkräfte ins Rennen. Doch es gibt eine Besonderheit: Mehr als ein Fünftel der Teilnehmer kommt aus der Steiermark, und erstmals in der Geschichte der EuroSkills ist das steirische Team weiblich dominiert. Sechs talentierte Frauen aus der Steiermark treten an, um zu beweisen, dass Talent kein Geschlecht kennt.
Seit Beginn der internationalen Berufsmeisterschaften im Jahr 1950 hat es noch nie eine derartige weibliche Beteiligung aus der Steiermark gegeben. „Dass erstmals mehr Frauen als Männer unser Bundesland bei EuroSkills vertreten, ist kein Zufall. Es ist ein kraftvolles Signal, dass Talent kein Geschlecht kennt“, erklärt der Präsident der Wirtschaftskammer Steiermark. Diese Entwicklung ist nicht nur ein bedeutender Schritt für die Gleichstellung der Geschlechter in der Berufswelt, sondern auch ein starkes Zeichen für die Qualität und das Engagement der steirischen Fachkräfte.
Zu den herausragenden Teilnehmerinnen zählt Leonie Tieber aus Paldau, eine Kfz-Technikerin, die ihre Leidenschaft für Autos schon in jungen Jahren entdeckte. „Meine Nachbarn fahren Autocrash – da war ich oft dabei, hab’ zugeschaut und bald auch selbst mitgeschraubt“, erklärt sie. Leonie ist fest entschlossen, in einer traditionell männerdominierten Branche zu punkten und Anerkennung zu erlangen.
Katharina Höller aus Graz tritt in der Kategorie Malerei an und hat klare Ziele: „Ich will bei EuroSkills eine Medaille mit nach Hause nehmen, das ist mein großes Ziel.“ Sie ist ein Beispiel dafür, dass Leidenschaft und Engagement unabhängig vom Geschlecht sind.
Während die steirischen Talente sich auf den Wettbewerb vorbereiten, können sie auf die Unterstützung von Hunderten Fans aus der Heimat zählen. „Unsere Fachkräfte werden mit Sicherheit durch ihre Unterstützer nach vorne gepusht. Die steirischen Fans liefern den entscheidenden Funken Leidenschaft für unsere Teilnehmenden“, sagt der Geschäftsführer von SkillsAustria.
Damit nichts dem Zufall überlassen wird, haben die Teilnehmer in intensiven Teamtrainings ihre Fähigkeiten geschärft. Zusätzlich nehmen sie an internationalen Wettbewerben teil, um ein Gefühl für das Niveau und die Dynamik zu bekommen. Diese umfassende Vorbereitung zeigt, wie ernst die Steirer ihre Teilnahme nehmen und wie sehr sie darauf brennen, ihr Bestes zu geben.
Die EuroSkills bieten eine Plattform, um mit alten Klischees aufzuräumen. „Es wird höchste Zeit, dass Frauen in technischen Berufen die gleiche Anerkennung bekommen wie ihre männlichen Kollegen“, erklärt eine der Teilnehmerinnen. Solche Aussagen sind nicht nur motivierend, sondern auch inspirierend für die nächste Generation von Fachkräften.
Ein weiteres Beispiel für diesen Wandel ist Simone Tieber aus St. Margarethen, die sich als Fleischerin etabliert hat. Ihr Berufswettbewerb findet im Rahmen eines eigenständigen europäischen Kräftemessens in der Schweiz statt. „Schon im Kindergarten habe ich gesagt: Ich werde Fleischerin, wie mein Papa“, erzählt sie stolz.
In Herning treten die steirischen Talente gegen mehr als 600 internationale Konkurrenten aus 32 Ländern an. Über 100.000 Fans werden die Wettkämpfe verfolgen. Diese immense Aufmerksamkeit zeigt die Bedeutung der EuroSkills als Plattform für junge Fachkräfte, ihr Können zu präsentieren und sich international zu messen.
Die EuroSkills sind nicht nur ein Wettbewerb, sondern auch eine Gelegenheit, um zu zeigen, wie wichtig es ist, junge Talente zu fördern und ihnen die Möglichkeit zu geben, sich zu entwickeln. Die Teilnahme der steirischen Frauen ist ein Beweis dafür, dass Österreich auf einem guten Weg ist, die Gleichstellung in der Berufswelt voranzutreiben.
Die Teilnahme von mehr Frauen an den EuroSkills könnte langfristige Auswirkungen auf die Berufswelt haben. Wenn junge Frauen sehen, dass ihre Kolleginnen in traditionell männlichen Berufen erfolgreich sind, könnte dies mehr Mädchen ermutigen, solche Karrieren in Betracht zu ziehen.
Die Unterstützung durch Unternehmen wie die BAWAG Group, die sich als Partner im Kampf gegen den Fachkräftemangel engagiert, ist ebenfalls entscheidend. Durch solche Partnerschaften wird die Bedeutung der Ausbildung und der Förderung von Talenten unterstrichen.
Die Steiermark hat mit ihrer beeindruckenden Bilanz bei den EuroSkills, darunter 13 Gold-, 11 Silber- und 6 Bronzemedaillen, bereits einen hohen Standard gesetzt. Diese Erfolge könnten als Vorbild für andere Bundesländer dienen, um ähnliche Initiativen zur Förderung junger Talente zu ergreifen.
Mit der Unterstützung der Wirtschaftskammer und engagierter Unternehmen könnten auch andere Regionen in Österreich ihre jungen Fachkräfte stärken und ihnen die Möglichkeit geben, auf internationaler Bühne zu glänzen.
Zusammengefasst ist die Teilnahme der steirischen Frauen an den EuroSkills 2025 nicht nur ein Meilenstein für die Steiermark, sondern auch ein bedeutender Schritt für die Gleichstellung der Geschlechter in der Berufswelt. Es bleibt spannend zu beobachten, wie sich diese Entwicklung in den kommenden Jahren fortsetzen wird.