29 Museen öffnen am 8. März ihre Türen mit kostenlosen Ausstellungen
Am 8. März 2026 laden Wiens Bezirksmuseen zum 19. Mal ein. Das Thema "Wasser - Natur und Kultur" und der Internationale Frauentag stehen im Mittelpunkt.
Am Sonntag, den 8. März 2026, findet bereits zum 19. Mal der Tag der Wiener Bezirksmuseen statt. Von 10 bis 16 Uhr öffnen 23 Bezirks- und sechs Sondermuseen ihre Türen und widmen sich dem Jahresthema "Wasser – Natur und Kultur". Da der Termin mit dem Internationalen Frauentag zusammenfällt, rücken zusätzlich die Leistungen und Perspektiven von Frauen in der Wiener Stadtgeschichte ins Zentrum der Aufmerksamkeit. Der Eintritt ist frei.
"Der Tag der Wiener Bezirksmuseen zeigt jedes Jahr aufs Neue, wie lebendig und vielfältig Stadtgeschichte vermittelt werden kann", betonte Veronica Kaup-Hasler, Stadträtin für Kultur und Wissenschaft. "Heuer steht mit dem Thema 'Wasser – Natur und Kultur' ein Element im Mittelpunkt, das Wien seit Jahrhunderten prägt – als Lebensgrundlage, als Motor städtischer Entwicklung und als kultureller Raum."
Das Thema Wasser durchzieht Wien wie ein roter Faden: von der Donau und dem Donaukanal über historische Bäder bis hin zur berühmten Wiener Hochquellwasserleitung. Jedes Museum setzt dabei individuelle Schwerpunkte und beleuchtet die Bedeutung des Wassers für den jeweiligen Bezirk aus unterschiedlichen Blickwinkeln.
Brigitte Neichl, Präsidentin der Arbeitsgemeinschaft der Wiener Bezirksmuseen (ARGE), hebt die besondere Bedeutung des Termins hervor: "Da der Termin zeitgleich auf den Internationalen Frauentag fällt, rücken wir zudem die Perspektiven und Leistungen von Frauen in den Fokus unserer Bezirksgeschichten. Ob Ausstellungen zu Pionierinnen oder Geschichten über mutige Artistinnen – wir laden alle Wiener:innen herzlich ein, bei freiem Eintritt die tiefen Wurzeln ihrer Grätzel zu entdecken."
Die Kombination aus Wasser-Thematik und Frauentag ermöglicht es den Museen, sowohl technische und kulturhistorische Aspekte als auch geschlechtsspezifische Perspektiven der Stadtgeschichte zu beleuchten.
Das Bezirksmuseum Innere Stadt eröffnet um 11 Uhr die Sonderausstellung "Die Wasserversorgung der Inneren Stadt" und zeigt damit auf, wie das Herz Wiens mit dem lebenswichtigen Element versorgt wurde. Im Bezirksmuseum Leopoldstadt erwartet die Besucher:innen ein Best-of der vergangenen Schau "Wie die Donau nach Wien kam" sowie das Theaterstück "Wien Frauen 1900" über die Frauenrechtlerinnen Rosa Mayreder und Auguste Fickert um 15 Uhr.
Das Bezirksmuseum Landstraße präsentiert die Ausstellung "Das Wasser und die Landstraße" und bietet um 11 Uhr die Lesung "Katharina Bukowski - Fragmente der Tagebuchnotizen" an, die einen persönlichen Einblick in die Lebenswelt einer Frau des Bezirks gewährt.
Eine besondere Konstellation bietet sich im 4. Bezirk: Das Bezirksmuseum Wieden und das Rauchfangkehrermuseum teilen sich nicht nur den Standort im ehemaligen Tröpferlbadgebäude in der Klagbaumgasse 4, sondern präsentieren auch gemeinsam die Hausthemen aus geschlechtsspezifischem Blickwinkel. Besucher:innen können sich über die Geschichte von Hygiene und Gesundheit sowie über die Geschichte und Gegenwart des Rauchfangkehrergewerbes informieren.
Im Bezirksmuseum Margareten wird eine neue Ausstellung dem Industriepionier Ignaz Gridl gewidmet (Eröffnung 11 Uhr). Das Bezirksmuseum Mariahilf bietet gleich mehrere Programmpunkte: die Lesung "Wir wollen Friede, Freiheit, Recht!" von Petra Unger (10:30 Uhr) und die Führung "Wirwienerwäscheweiber" von Ulli Fuchs, die Wissenswertes über die Wiener Wasserversorgung erzählt (11:30 Uhr). Das zugehörige Glasmuseum ergänzt das Programm mit einem Vortrag über "Jugendstilfenster in Mariahilf" von Alicia Waldstein (15 Uhr) und einer Familienführung (12:30 Uhr).
Besonders breit gefächert präsentiert sich das Programm im Bezirksmuseum Favoriten mit der neuen Ausstellung "Von A wie Amalienbad bis Z wie Ziegelteich" über "Wasser – Natur und Kultur – Frauen!". Die Eröffnung ab 15 Uhr wird von Musik und der Lesung "Im Lese- und Diskutierklub Libertas mit Amalie Pölzer und Ada Christen" von Elisabeth Osterberger und Edith Soukup begleitet.
Das Bezirksmuseum Simmering stellt den Wiener Neustädter Kanal in den Mittelpunkt seiner neuen Ausstellung (Eröffnung 10:15 Uhr). Christine Lapp liest "Simmeringer Wassergeschichte(n)" (10:30 Uhr, 13:30 Uhr) und um 14:30 Uhr gibt es Rätsel und Wasserexperimente für Kinder.
Ein besonderes Highlight bietet das Bezirksmuseum Rudolfsheim-Fünfhaus: Nach der Eröffnung der Ausstellung "Wasser in Rudolfsheim-Fünfhaus – Natur und Kultur" (10:45 Uhr) hält Andrea Steiner, ehemalige Staatsmeisterin und Gründerin der Schwimmschule Steiner im Stadthallenbad, den Vortrag "Schwimmen auf der Erfolgswelle" (11 Uhr). Um 14 Uhr folgt ein Salonkonzert von Andre Blau.
Besondere Aufmerksamkeit verdienen auch die Überraschungen für Besucher:innen: Wer zur Eröffnung ganz in Blau erscheint oder ein Frühschwimmerabzeichen von vor 1990 mitbringt (vor 13 Uhr), erhält eine kleine Aufmerksamkeit. Bei einem Gewinnspiel gibt es unter anderem Privatstunden für die Schwimmschule mit Andrea Steiner zu gewinnen.
Die äußeren Bezirke bieten ebenfalls ein reichhaltiges Programm: Das Bezirksmuseum Ottakring präsentiert die neue Ausstellung "Wasser in Ottakring" mit Kuratorinnenführungen (11 Uhr, 14 Uhr, 15 Uhr). Das Bezirksmuseum Hernals beschäftigt sich in der Schau "Hernals und das Wasser - Kultur & Natur" mit Themen vom Alsbach und Alszauberbrunnen über Bäder bis zur Hernalser Brauerei und bringt eine Neuauflage der Publikation "Hernalser Frauen. Heimat bist du großer Töchter" heraus.
Im Bezirksmuseum Brigittenau wird um 13:30 Uhr die Ausstellung "Frauen in der Brigittenau" eröffnet, gefolgt von einer Lesung von Linde Prelog mit Texten von Christine Nöstlinger und musikalischer Untermalung durch Maria Salamon um 14 Uhr. Zusätzlich findet auch heuer wieder ein Flohmarkt statt.
Das Bezirksmuseum Liesing eröffnet gleich zwei neue Ausstellungen: "Wasser – Natur und Kultur im 23. Bezirk" und "Frauen im Bezirk sichtbar machen" (10:30 Uhr), gefolgt von einer Matinee zum Frauentag (11:30 Uhr). Eine ganz besondere Note bringt das Circus & Clownmuseum ein: Robert Kaldy-Karo liest aus seinem Buch "Oben am Drahtseil, unten im Löwenkäfig. Geschichten über mutige Frauen" (11:30 Uhr, 14 Uhr).
Auch 2026 gibt es wieder einen Stempelpass zum Tag der Wiener Bezirksmuseen, der gegen Goodies aus den Wiener Bezirks- und Sondermuseen eingetauscht werden kann. Die Stempelpässe werden am 8. März in den teilnehmenden Standorten ausgeteilt und können direkt an die ARGE eingeschickt werden.
Eine Neuerung: Die Stempelpässe sind länger gültig und können auch bei Veranstaltungen des gemeinsamen Kulturprogramms "Wiener Lenz" (20. März bis 20. Juni 2026) der Wiener Bezirks- und Sondermuseen verwendet werden.
Der Tag der Wiener Bezirksmuseen hat bereits eine lange Tradition: Seit 2007 findet jeweils im März diese stadtweite Veranstaltung statt, bei der alle teilnehmenden Standorte ein gemeinsames stadtgeschichtliches Thema aus der Perspektive des jeweiligen Bezirks präsentieren. Das Jahresthema wird vom Vorstand der Arbeitsgemeinschaft der Wiener Bezirksmuseen vorgeschlagen.
Nach früheren Themen wie "Zu Gast in Wien" und "Kino, Theater und Varieté" und einer zweijährigen coronabedingten Pause fand die Veranstaltung 2022 unter dem Motto "Medizin in Wien" und 2023 zu "Bildung in Wien" statt. 2024 widmeten sich die Museen Schwerpunkten wie "Handel, Handwerk und Gewerbe" oder "Wien unterirdisch", 2025 lautete das gemeinsame Thema "Wien 1945-1955".
Besonders hervorzuheben ist das ehrenamtliche Engagement, das diese Veranstaltung möglich macht. Wie Stadträtin Kaup-Hasler betont: "Mein herzlicher Dank gilt den zahlreichen Ehrenamtlichen, die mit großem Engagement und Fachwissen diese Verbindung von lokalem historischem Wissen und gesellschaftlicher Aktualität möglich machen."
Die 29 ehrenamtlich geführten "Wunderkammern" – 23 Bezirks- und sechs Sondermuseen – zeigen eindrucksvoll, wie engagierte Bürger:innen zur Bewahrung und Vermittlung der Wiener Stadtgeschichte beitragen. Diese Arbeit macht es möglich, dass lokalhistorisches Wissen lebendig gehalten und mit aktuellen gesellschaftlichen Themen verknüpft wird.
Der Tag der Wiener Bezirksmuseen 2026 verspricht somit nicht nur spannende Einblicke in die Geschichte des Wassers in Wien, sondern auch in die oft übersehenen Beiträge von Frauen zur Stadtentwicklung. Bei freiem Eintritt können alle Wiener:innen und Besucher:innen der Stadt ihre Bezirke aus neuen Perspektiven entdecken und dabei die Vielfalt der lokalen Geschichte erleben.