In einer Welt, in der das Wohl der Tiere immer mehr an Bedeutung gewinnt, stehen Tierärztinnen und Tierärzte unter immensem Druck. Am 10. Oktober 2025, dem Welttag der psychischen Gesundheit, hat die Österreichische Tierärztekammer (ÖTK) eine eindringliche Kampagne gestartet, um auf die psychischen
In einer Welt, in der das Wohl der Tiere immer mehr an Bedeutung gewinnt, stehen Tierärztinnen und Tierärzte unter immensem Druck. Am 10. Oktober 2025, dem Welttag der psychischen Gesundheit, hat die Österreichische Tierärztekammer (ÖTK) eine eindringliche Kampagne gestartet, um auf die psychischen Belastungen in diesem Beruf aufmerksam zu machen und Unterstützung zu bieten. Die Kampagne umfasst die Initiative „vetmental“ und die Info-Kampagne „Respekt für Tierärzt*innen“. Beide Maßnahmen zielen darauf ab, die mentale Gesundheit der Tierärzt*innen zu stärken und den gesellschaftlichen Respekt für diesen Berufsstand zu fördern.
Tierärzt*innen sind täglich mit emotionalen Herausforderungen konfrontiert. Die Behandlung kranker Tiere, die oft mit der Euthanasie endet, stellt eine erhebliche psychische Belastung dar. Hinzu kommen der hohe Zeitdruck, wirtschaftliche Herausforderungen und nicht zuletzt der zunehmende Hass im Netz. Diese Faktoren führen zu einem Berufsalltag, der sowohl körperlich als auch seelisch belastend ist.
Die „vetmental“-Initiative, begleitet von der Sigmund Freud Privatuniversität, richtet ihren Fokus auf die psychische Gesundheit innerhalb des Berufs. Tierärzt*innen sind nicht nur für die Behandlung ihrer tierischen Patienten verantwortlich, sondern auch für das seelische Wohl der Tierhalter*innen. Oftmals gehen sie dabei über die Grenzen des physisch und psychisch Leistbaren hinaus. Die ÖTK bietet seit 2022 kostenfreie Supervisionseinheiten, Webinare mit Psycholog*innen und Coaches sowie Online-Tools zur Selbsteinschätzung von Stressbelastung an. Diese Maßnahmen sollen helfen, Resilienz zu fördern, psychische Stabilität zu sichern und langfristig Burnout vorzubeugen.
Historisch gesehen war der Beruf des Tierarztes schon immer mit Herausforderungen verbunden. In den vergangenen Jahrzehnten hat sich das Bewusstsein für die psychische Gesundheit jedoch stark verändert. Früher wurde wenig über die emotionalen Belastungen gesprochen, die mit der Pflege und Behandlung von Tieren einhergehen. Heute erkennen wir, dass die mentale Gesundheit von Tierärzt*innen genauso wichtig ist wie ihre fachliche Kompetenz.
Die Info-Kampagne „Respekt für Tierärzt*innen“ zielt darauf ab, das gesellschaftliche Bewusstsein für den Wert veterinärmedizinischer Arbeit zu stärken. Sie ruft zu einem respektvollen Umgang mit dem Berufsstand auf – sowohl im persönlichen Kontakt als auch online. Die Kampagnen-Website bietet rechtliche und praktische Informationen und zeigt auf, wie sich Tierärzt*innen gegen Beleidigungen oder Diffamierungen wehren können.
„Tierärztinnen tragen enorme Verantwortung – für Tiere, Halter*innen und die Gesellschaft. Damit sie diese Aufgabe gut bewältigen können, brauchen sie auch selbst Schutz, Respekt und mentale Unterstützung“, betont der Präsident der ÖTK.
Während Tierärzt*innen in ganz Österreich mit ähnlichen Herausforderungen konfrontiert sind, gibt es Unterschiede in der Unterstützung, die sie erhalten. In städtischen Gebieten wie Wien ist der Zugang zu psychologischen Diensten oft besser als in ländlichen Regionen. Ähnliche Berufe, wie Humanmediziner*innen und Pflegekräfte, stehen ebenfalls unter hohem psychischen Druck, doch die gesellschaftliche Anerkennung und die verfügbaren Unterstützungsmaßnahmen variieren stark.
Die mentale Gesundheit von Tierärzt*innen hat direkte Auswirkungen auf die Gesellschaft. Wenn Tierärzt*innen unter Burnout oder psychischen Problemen leiden, können sie ihre Aufgaben nicht mehr optimal erfüllen. Dies kann die Qualität der tierärztlichen Versorgung beeinträchtigen und letztlich auch die Gesundheit und das Wohl von Tieren und ihren Halter*innen gefährden.
Ein Experte für psychische Gesundheit im Veterinärbereich erklärt: „Die psychischen Belastungen, denen Tierärzt*innen ausgesetzt sind, sind enorm. Es ist wichtig, dass wir als Gesellschaft erkennen, dass diese Fachleute Unterstützung benötigen, um ihre wichtige Arbeit fortsetzen zu können.“
Die Zukunft der psychischen Gesundheit von Tierärzt*innen hängt von der kontinuierlichen Unterstützung und Anerkennung ab. Die ÖTK plant, ihre Initiativen weiter auszubauen und die Öffentlichkeit stärker für die Herausforderungen des Berufs zu sensibilisieren. Langfristig könnte dies zu einer besseren Arbeitsumgebung und einer höheren Lebensqualität für Tierärzt*innen führen.
Weitere Informationen zu den Kampagnen finden Sie auf den Websites vetmental.at und tieraerztekammer.at/respekt-fuer-tieraerztinnen.