Am 7. November 2025 hat die Österreichische Tierärztekammer eine Warnung ausgesprochen, die Tierhalter*innen in ganz Österreich alarmieren sollte. Der Trend zu unprofessionellen Zahnreinigungen bei Hunden und Katzen nimmt zu und birgt erhebliche Risiken für die Gesundheit der Tiere. Diese Angebote,
Am 7. November 2025 hat die Österreichische Tierärztekammer eine Warnung ausgesprochen, die Tierhalter*innen in ganz Österreich alarmieren sollte. Der Trend zu unprofessionellen Zahnreinigungen bei Hunden und Katzen nimmt zu und birgt erhebliche Risiken für die Gesundheit der Tiere. Diese Angebote, die oft von nicht-tierärztlichen Anbietern stammen, sind nicht nur gesetzeswidrig, sondern auch gefährlich.
Die tierärztliche Zahnheilkunde umfasst weit mehr als die bloße Entfernung von Zahnstein. Eine umfassende Anamnese, klinische und orale Untersuchungen sowie bildgebende Diagnostik gehören ebenso dazu. Diese Tätigkeiten erfordern ein fundiertes Wissen in Anatomie, Physiologie und Pathologie. Laut dem Tierärztegesetz sind solche Eingriffe ausschließlich Tierärzt*innen vorbehalten.
Unqualifizierte Anbieter führen nicht nur gesetzeswidrige, sondern auch gesundheitlich riskante Eingriffe durch. Unsachgemäße Methoden können den Zahnschmelz schädigen und Schmerzen verursachen. Zudem könnten ernsthafte Erkrankungen verschleiert werden. Viele dieser Anbieter werben mit 'narkosefreien' Behandlungen, die jedoch keine medizinische Sicherheit bieten.
Die tierärztliche Zahnheilkunde hat sich in den letzten Jahrzehnten erheblich weiterentwickelt. Früher lag der Fokus hauptsächlich auf der Entfernung von Zahnstein, heute umfasst sie ein breites Spektrum an diagnostischen und therapeutischen Maßnahmen. Diese Entwicklung ist eng mit den Fortschritten in der Humanmedizin verbunden, wo ähnliche Standards gelten.
In Deutschland und der Schweiz sind die Regelungen ähnlich streng wie in Österreich. Auch dort sind Zahnreinigungen bei Tieren ausschließlich Tierärzt*innen vorbehalten. In einigen Bundesländern Deutschlands gibt es jedoch Pilotprojekte, die den Einsatz von speziell ausgebildetem Fachpersonal erlauben. Diese Maßnahmen werden jedoch streng überwacht.
Für Tierhalter*innen bedeutet die Wahl eines unqualifizierten Anbieters nicht nur ein finanzielles Risiko, sondern auch ein gesundheitliches für ihre Tiere. Ein Beispiel ist die häufig auftretende Parodontitis, die unbehandelt zu Zahnverlust und schwerwiegenden Folgeerkrankungen führen kann. Die Prävention und frühzeitige Behandlung solcher Erkrankungen ist ein Schwerpunkt der tierärztlichen Arbeit.
Statistiken zeigen, dass mehr als 80% der Hunde und Katzen über drei Jahren an Zahnproblemen leiden. Die meisten dieser Probleme könnten durch professionelle tierärztliche Betreuung vermieden werden. Die Tierärztekammer betont, dass regelmäßige Kontrollen und professionelle Zahnreinigungen unerlässlich sind.
In Zukunft wird die Bedeutung der Zahnheilkunde in der tierärztlichen Praxis weiter zunehmen. Mit der fortschreitenden Entwicklung neuer Technologien und Behandlungsmethoden wird es möglich sein, noch präzisere Diagnosen zu stellen und effizientere Behandlungen durchzuführen. Die Tierärztekammer plant, verstärkt Aufklärungsarbeit zu leisten, um Tierhalter*innen über die Risiken unprofessioneller Angebote zu informieren.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Zahngesundheit ein wesentlicher Bestandteil des Tierwohls ist. Tierhalter*innen sollten sich der Verantwortung bewusst sein und nur qualifizierte Tierärzt*innen mit der Pflege ihrer Tiere betrauen. Weiterführende Informationen finden Sie auf der Webseite der Österreichischen Tierärztekammer.