Am 13. Januar 2026 veröffentlichte das Online-Research-Institut Marketagent eine neue Studie, die ein ambivalentes Bild der österreichischen Bevölkerung zur Geschlechtsneutralität zeichnet. Die Untersuchung zeigt, dass obwohl drei Viertel der Österreicherinnen und Österreicher genderneutralen Konzep
Am 13. Januar 2026 veröffentlichte das Online-Research-Institut Marketagent eine neue Studie, die ein ambivalentes Bild der österreichischen Bevölkerung zur Geschlechtsneutralität zeichnet. Die Untersuchung zeigt, dass obwohl drei Viertel der Österreicherinnen und Österreicher genderneutralen Konzepten grundsätzlich offen gegenüberstehen, die konkrete Umsetzung, insbesondere bei Unisex-Toiletten, auf Skepsis stößt. Diese Ergebnisse sind besonders relevant, da sie die aktuelle gesellschaftliche Debatte über Inklusion und Gleichberechtigung widerspiegeln.
Der Begriff Geschlechtsneutralität bezieht sich auf Konzepte und Praktiken, die keine geschlechtsspezifischen Unterscheidungen treffen. Historisch gesehen, hat sich die Diskussion um Geschlechtsneutralität in Österreich über die letzten Jahrzehnte entwickelt. In den 1990er Jahren begannen progressive Bewegungen, die Gleichstellung der Geschlechter zu fördern. In den 2000er Jahren rückten Themen wie die rechtliche Anerkennung gleichgeschlechtlicher Partnerschaften in den Vordergrund. Heute ist die Diskussion um geschlechtsneutrale Einrichtungen, wie Unisex-Toiletten, ein weiterer Schritt in der Entwicklung hin zu einer inklusiveren Gesellschaft.
Im Vergleich zu Deutschland und der Schweiz zeigt sich, dass Österreich in der Diskussion um Geschlechtsneutralität ähnliche Herausforderungen teilt. In Deutschland gibt es bereits in einigen Bundesländern gesetzliche Regelungen zur Einführung von Unisex-Toiletten in öffentlichen Gebäuden. Die Schweiz hingegen hat eine weniger einheitliche Vorgehensweise, wobei einige Kantone progressive Schritte unternehmen, während andere noch zögerlicher sind. Diese Vergleiche verdeutlichen, dass die Thematik nicht nur in Österreich, sondern auch in anderen deutschsprachigen Ländern kontrovers diskutiert wird.
Die Einführung von Unisex-Toiletten könnte konkrete Auswirkungen auf das tägliche Leben der Österreicherinnen und Österreicher haben. Für Familien mit Kindern könnten solche Einrichtungen praktischer sein, da sie eine einfachere Nutzung ermöglichen. Auch für Menschen, die sich keinem eindeutigen Geschlecht zuordnen, bieten Unisex-Toiletten eine wichtige Erleichterung. Dennoch bleibt das Unwohlsein groß: Laut der Studie fühlen sich 63 Prozent der Befragten bei der Nutzung von Unisex-Toiletten unwohl, wobei Frauen mit 72 Prozent deutlich häufiger betroffen sind als Männer (55 Prozent).
Die Marketagent-Umfrage zeigt, dass 38 Prozent der Österreicherinnen und Österreicher Geschlechtsneutralität positiv gegenüberstehen, während 37 Prozent neutral sind. 26 Prozent lehnen diese Konzepte ab, wobei die Ablehnung im politischen Spektrum rechts der Mitte mit 41 Prozent besonders hoch ist. Nur 19 Prozent bewerten Unisex-Toiletten positiv, während 57 Prozent ihnen ablehnend gegenüberstehen.
Experten sind sich uneinig, wie sich die Akzeptanz von Unisex-Toiletten in Österreich entwickeln wird. Während progressive Teile der Bevölkerung und jüngere Generationen offen für Veränderungen sind, könnte die Akzeptanz bei älteren und konservativen Gruppen langsamer voranschreiten. Die Zukunft wird zeigen, ob Österreich sich stärker in Richtung einer inklusiveren Gesellschaft bewegt, in der Geschlechtsneutralität als normal angesehen wird.
Insgesamt bleibt die Herausforderung bestehen, einen Balanceakt zwischen Fortschritt und Tradition zu finden. Wie bei vielen gesellschaftlichen Veränderungen wird auch hier die Zeit zeigen, wie sich die Akzeptanz entwickeln wird. Bis dahin bleibt es spannend zu beobachten, wie Österreich auf die Herausforderungen der Geschlechtsneutralität reagiert.