Am 30. November 2025 wird im ORF 2 und auf ORF ON eine besondere Ausgabe von „Daheim – das Volksgruppenmagazin“ ausgestrahlt. Diese Sendung tritt in den Dienst der Sichtbarmachung einer oft übersehenen Minderheit in Österreich: der steirischen Slowenen. Mit einer geschätzten Anzahl von 1.500 bis 2.0
Am 30. November 2025 wird im ORF 2 und auf ORF ON eine besondere Ausgabe von „Daheim – das Volksgruppenmagazin“ ausgestrahlt. Diese Sendung tritt in den Dienst der Sichtbarmachung einer oft übersehenen Minderheit in Österreich: der steirischen Slowenen. Mit einer geschätzten Anzahl von 1.500 bis 2.000 Personen ist diese Volksgruppe, die Štajerski Slovenci, ein lebendiger Bestandteil der steirischen Kultur. Trotz ihrer geringen Zahl und der historischen Herausforderungen, denen sie gegenüberstanden, bleibt ihre Präsenz in der Region spürbar. Isabelle Reitbauer berichtet aus Bad Radkersburg über die Geschichte und aktuelle Situation dieser Volksgruppe.
Die slowenische Volksgruppe in Österreich ist vor allem durch die Kärntner Slowenen bekannt. Doch auch in der Steiermark gibt es eine slowenische Minderheit, die Štajerski Slovenci. Diese Gruppe hat es im Lauf der Geschichte oft schwer gehabt, ihre Identität zu bewahren. Der österreichische Staatsvertrag, der nach dem Zweiten Weltkrieg geschlossen wurde, sichert ihnen zwar Rechte zu, doch die Umsetzung dieser Rechte war nicht immer einfach. Historisch gesehen, haben die steirischen Slowenen immer wieder Phasen der Assimilation und Diskriminierung durchlaufen.
Die Geschichte der steirischen Slowenen ist eng mit den politischen Veränderungen in Mitteleuropa verbunden. Im 19. und frühen 20. Jahrhundert waren sie Teil der Habsburgermonarchie, in der sie eine gewisse kulturelle Autonomie genossen. Nach dem Ersten Weltkrieg und dem Zerfall der Monarchie fanden sich viele Slowenen in neuen Nationalstaaten wieder, was zu einer Neuverteilung der Bevölkerung führte. In der Steiermark blieben nur wenige Slowenen, die sich in einer zunehmend deutschsprachigen Umgebung behaupten mussten.
Vergleicht man die Situation der steirischen Slowenen mit den Slowenen in Kärnten oder den ungarischen Minderheiten in Rumänien, fallen einige Unterschiede auf. Während die Kärntner Slowenen eine größere Anerkennung und Unterstützung erfahren haben, kämpfen die steirischen Slowenen noch immer um Sichtbarkeit. In Rumänien haben die Szekler, eine ungarische Minderheit, ähnliche Herausforderungen, da sie trotz verfassungsmäßiger Rechte oft um Autonomie ringen müssen.
Für die steirischen Slowenen bedeutet ihre Minderheitenstellung sowohl eine Herausforderung als auch eine Chance. Einerseits kämpfen sie mit der Gefahr der Assimilation und dem Verlust ihrer Sprache und Kultur. Andererseits bietet die Anerkennung als Volksgruppe Möglichkeiten zur kulturellen Selbstentfaltung und zur Stärkung ihrer Identität. Ein Beispiel hierfür ist das Engagement in kulturellen Vereinen und die Pflege traditioneller Feste und Bräuche, die nicht nur das Gemeinschaftsgefühl stärken, sondern auch das Interesse der breiteren Öffentlichkeit wecken.
Die genaue Zahl der steirischen Slowenen ist schwer zu bestimmen, da viele sich aufgrund von Assimilationsdruck nicht mehr als Slowenen identifizieren. Schätzungen sprechen von 1.500 bis 2.000 Personen. Diese kleine Gruppe hat dennoch einen bemerkenswerten Einfluss auf die regionale Kultur, insbesondere in Gebieten wie Bad Radkersburg, wo slowenische Traditionen lebendig gehalten werden.
Die Zukunft der steirischen Slowenen hängt stark von der politischen Unterstützung und der gesellschaftlichen Akzeptanz ab. Initiativen zur Förderung der slowenischen Sprache in Schulen und die finanzielle Unterstützung kultureller Projekte könnten dazu beitragen, die Identität dieser Volksgruppe zu bewahren. Langfristig könnte eine verstärkte Zusammenarbeit mit anderen slowenischen Gruppen in Österreich und darüber hinaus die Position der steirischen Slowenen stärken.
Die Sendung „Daheim – das Volksgruppenmagazin“ bietet einen wichtigen Beitrag zur Sichtbarmachung dieser Minderheit. Durch Berichte und Dokumentationen wird das Bewusstsein für die Vielfalt in Österreich geschärft und der Dialog zwischen den verschiedenen Volksgruppen gefördert. Die Geschichte und Kultur der steirischen Slowenen sind ein wertvoller Bestandteil des österreichischen Erbes, der es verdient, bewahrt und gefördert zu werden.
Die steirischen Slowenen sind ein Beispiel dafür, wie Minderheiten trotz widriger Umstände ihre Identität bewahren können. Ihre Geschichte zeigt, dass kulturelle Vielfalt eine Bereicherung für die Gesellschaft darstellt. Es liegt nun an der Politik und der Gesellschaft, diese Vielfalt zu unterstützen und zu fördern. Weitere Informationen zu diesem Thema finden Sie in den Beiträgen auf ORF ON.