Die jüngste Studie der Quirin Privatbank enthüllt eine überraschende Wahrheit: Jeder dritte Deutsche schiebt das Thema Erben und Vererben auf die lange Bank. Doch was steckt hinter dieser Zurückhaltung, und welche Auswirkungen hat diese Prokrastination auf die Gesellschaft und den Einzelnen? Wir tau
Die jüngste Studie der Quirin Privatbank enthüllt eine überraschende Wahrheit: Jeder dritte Deutsche schiebt das Thema Erben und Vererben auf die lange Bank. Doch was steckt hinter dieser Zurückhaltung, und welche Auswirkungen hat diese Prokrastination auf die Gesellschaft und den Einzelnen? Wir tauchen tief in die Emotionen, Ängste und regionalen Unterschiede ein, die das Erben und Vererben begleiten.
Erben und Vererben sind mehr als nur finanzielle Angelegenheiten. Sie berühren die tiefsten Emotionen der Menschen. Laut der Studie empfinden 55 % der Befragten neutrale Gefühle gegenüber dem Erben und Vererben, während 21 % positive und 16 % negative Emotionen hegen. Besonders auffallend ist, dass Münchner und Frankfurter deutlich positivere Assoziationen haben als der Bundesdurchschnitt. Eine Schenkung, die nicht mit dem Tod verbunden ist, löst sogar bei 61 % der Befragten positive Gefühle aus.
Der Gedanke an eine Erbschaft weckt bei vielen Dankbarkeit (61 %) und finanzielle Erleichterung (45 %). Doch auch Traurigkeit (44 %) und die Angst vor dem Tod (27 %) sind allgegenwärtig. Frauen reagieren emotionaler als Männer, was auf tief verwurzelte gesellschaftliche Rollenbilder hindeuten könnte.
Jeder dritte Deutsche schiebt das Thema Erben und Vererben vor sich her. Besonders die über 50-Jährigen, die sich eigentlich intensiver damit auseinandersetzen sollten, zeigen eine bemerkenswerte Zurückhaltung. Susanne Steinmann von der Quirin Privatbank betont, dass spätestens mit 50 der richtige Zeitpunkt gekommen ist, um diese Themen anzugehen, insbesondere für vermögende Kunden, die Erbschaftssteuern vermeiden wollen.
Die Studie zeigt interessante regionale Unterschiede: Münchner schieben das Thema am stärksten auf, während Hamburger hier deutlich aktiver sind. Diese regionalen Unterschiede könnten auf unterschiedliche kulturelle Einstellungen oder wirtschaftliche Bedingungen hinweisen.
Nur 37 % der Befragten halten es für wichtig, sich um das Erben zu kümmern. Bei den Münchnern ist das Vererben sogar für 70 % von Bedeutung. Die gefühlte Wichtigkeit steigt mit den erwarteten Erbschaften, was darauf hindeutet, dass finanzielle Anreize eine große Rolle spielen.
Die Vermeidung von Konflikten ist der stärkste Motivator, sich mit dem Erben zu beschäftigen. Beim Vererben ist es das Wissen, selbst bestimmen zu können, was geschieht. Die größte Hürde ist jedoch die Auseinandersetzung mit dem Tod, ein Tabuthema, das viele Menschen meidet.
Nur 56 % der Befragten haben in ihren Familien über Erben und Vererben gesprochen. Diese Zahl ist erschreckend niedrig, wenn man bedenkt, dass klare Kommunikation viele Konflikte verhindern könnte. Die Gespräche, die stattfinden, sind jedoch oft positiv und konstruktiv.
63 % der Befragten befürchten Konflikte innerhalb der Familie, sei es wegen ungleicher Verteilung des Erbes oder fehlender Testamente. Diese Ängste sind nicht unbegründet, da 71 % der Befragten kein Testament haben. Überraschenderweise sorgen sich diejenigen, die bereits darüber gesprochen haben, mehr um Konflikte als jene, die noch nicht gesprochen haben.
Die Bereitschaft, etwas zu vererben, ist seit 2017 rückläufig. In München hat bereits jeder Zweite geerbt, während in Köln nur jeder Dritte diese Erfahrung gemacht hat. Die Studie deutet darauf hin, dass sich diese Trends fortsetzen könnten, wenn keine proaktive Auseinandersetzung mit dem Thema erfolgt.
Ein fiktiver Experte betont, dass die Politik mehr Anreize schaffen sollte, um das Thema Erben und Vererben aus der Tabuzone zu holen. Steuerliche Erleichterungen und öffentliche Aufklärungskampagnen könnten helfen, die Menschen zu motivieren, sich rechtzeitig mit diesen wichtigen Themen auseinanderzusetzen.
Die Studie der Quirin Privatbank zeigt deutlich, dass Erben und Vererben nicht nur finanzielle, sondern auch emotionale und gesellschaftliche Aspekte berühren. Die Prokrastination in diesem Bereich kann weitreichende Folgen haben, sowohl für den Einzelnen als auch für die Gesellschaft als Ganzes. Es ist an der Zeit, das Tabu zu brechen und offen über diese wichtigen Themen zu sprechen.
Weitere Informationen finden Sie auf der Website der Quirin Privatbank.