Das Kunsthistorische Museum Wien (KHM) öffnet seine Türen für eine der spektakulärsten Ausstellungen des Jahres 2025: Ab dem 30. September wird die flämische Barockmalerin Michaelina Wautier in einer umfassenden Werkschau gewürdigt. Diese Ausstellung verspricht nicht nur einen tiefen Einblick in das
Das Kunsthistorische Museum Wien (KHM) öffnet seine Türen für eine der spektakulärsten Ausstellungen des Jahres 2025: Ab dem 30. September wird die flämische Barockmalerin Michaelina Wautier in einer umfassenden Werkschau gewürdigt. Diese Ausstellung verspricht nicht nur einen tiefen Einblick in das Werk einer nahezu vergessenen Künstlerin, sondern wirft auch ein neues Licht auf die Rolle von Frauen in der Kunstgeschichte.
Michaelina Wautier, geboren zwischen 1614 und 1618, gilt als eine der bedeutendsten Wiederentdeckungen der Kunstgeschichte. Ihre Werke, die jahrhundertelang im Schatten ihrer männlichen Kollegen standen, sprengen die traditionellen Erwartungen an Künstlerinnen ihrer Zeit. Historienbilder, Porträts und Altargemälde zeigen nicht nur technisches Können, sondern auch eine psychologische Tiefe und einen feinen Humor, der für das 17. Jahrhundert außergewöhnlich ist.
Wautiers Werk wurde lange Zeit verkannt und oft männlichen Künstlern zugeschrieben. Ihr berühmtes Gemälde „Triumph des Bacchus“ wurde bis in die 1960er Jahre irrtümlich Rubens-Schülern oder sogar Luca Giordano zugeschrieben. Die Vorstellung, dass eine Frau solch monumentale Werke schaffen könnte, war für viele damals unvorstellbar. Dies zeigt, wie stark Geschlechterstereotypen in der Kunstwelt verwurzelt waren.
Die Ausstellung im KHM ist die größte Präsentation von Wautiers Werk, die es je gegeben hat. Mit 29 Gemälden, einer signierten Zeichnung und einer Druckgrafik nach einem verlorenen Werk bietet die Schau einen umfassenden Überblick über ihr Schaffen. Besonders hervorzuheben ist die Serie „Die fünf Sinne“, die erstmals in Europa in vollständiger Form zu sehen ist.
Viele dieser Werke stammen aus Privatsammlungen und sind im öffentlichen Raum selten zu sehen. Die Ausstellung in Wien vereint Wautiers Werk und stellt es in einen Dialog mit der Antike, Rubens und Van Dyck.
Michaelina Wautier lebte und arbeitete in einer Zeit, in der die künstlerische Welt von Männern dominiert wurde. Trotz der Herausforderungen, denen sie als Frau in der Kunstwelt des 17. Jahrhunderts gegenüberstand, hinterließ sie ein beeindruckendes Werk. Ihr Einfluss blieb jedoch lange Zeit unerkannt, was auf die patriarchalischen Strukturen der Kunstwelt zurückzuführen ist.
Die Wiederentdeckung und Anerkennung ihrer Werke ist nicht nur ein Gewinn für die Kunstgeschichte, sondern auch ein bedeutender Schritt in Richtung Gleichberechtigung in der Kunstwelt. Diese Ausstellung bietet eine Möglichkeit, die Rolle der Frau in der Kunst neu zu bewerten und zu würdigen.
Die Ausstellung von Wautiers Werken könnte weitreichende Auswirkungen auf die Kunstwelt haben. Sie zeigt, dass es auch in der Vergangenheit bedeutende Künstlerinnen gab, deren Werke es verdienen, gesehen und geschätzt zu werden. Dies könnte zu einer verstärkten Suche nach anderen vergessenen Künstlerinnen führen und die Forschung in diesem Bereich anregen.
Nach der Premiere in Wien wird die Ausstellung 2026 in adaptierter Form in der Royal Academy of Arts in London zu sehen sein. Diese internationale Anerkennung unterstreicht die Bedeutung von Wautiers Werk und ermöglicht einem breiteren Publikum, ihre Kunst zu erleben.
Die Ausstellung könnte auch dazu beitragen, das Bewusstsein für die Notwendigkeit der Gleichstellung der Geschlechter in der Kunstwelt zu schärfen. Es ist zu hoffen, dass mehr Museen und Galerien weltweit ähnliche Anstrengungen unternehmen werden, um vergessene Künstlerinnen ins Rampenlicht zu rücken.
Tickets für die Ausstellung sind ab sofort im Museum und im Online-Vorverkauf erhältlich. Wie bei vergangenen großen Ausstellungen ist der Besuch nur mit einem Ticket mit gültigem Timeslot möglich. Dies regelt den Zeitpunkt des Zutritts zur Sonderausstellung.
Verpassen Sie nicht die Chance, Teil dieser historischen Ausstellung zu sein und die Werke einer der größten Künstlerinnen ihrer Zeit zu entdecken!