Am 28. Januar 2026 veröffentlichte der Verein für Konsumenteninformation (VKI) alarmierende Ergebnisse über die Inhaltsstoffe von Haarölen. Diese Untersuchung, die in Zusammenarbeit mit Verbraucherschutzorganisationen aus Dänemark, Norwegen, der Tschechischen Republik und Slowenien durchgeführt wurd
Am 28. Januar 2026 veröffentlichte der Verein für Konsumenteninformation (VKI) alarmierende Ergebnisse über die Inhaltsstoffe von Haarölen. Diese Untersuchung, die in Zusammenarbeit mit Verbraucherschutzorganisationen aus Dänemark, Norwegen, der Tschechischen Republik und Slowenien durchgeführt wurde, zeigt, dass fast die Hälfte der in Österreich erhältlichen Haaröle problematische Chemikalien enthält. Diese Nachricht betrifft viele Österreicher, die diese Produkte täglich verwenden, um ihrem Haar Glanz zu verleihen. Doch wie sicher sind diese Produkte wirklich?
Die Untersuchung umfasste 40 Haaröle, von denen keines frei von bedenklichen Substanzen war. 22 Produkte erhielten eine gelbe Bewertung, was bedeutet, dass sie zwar einige kritische Stoffe vermeiden, aber dennoch Inhaltsstoffe enthalten, die für sensible oder umweltbewusste Nutzer:innen problematisch sein könnten. Dazu gehören Duftstoffe wie Limonene, die Allergien auslösen oder umweltschädlich sein können.
Besonders auffällig war das „Haaröl Plex Boost“ von Aveo Professionals, das mit elf potenziell allergenen Duftstoffen den unrühmlichen Spitzenplatz einnimmt. Knapp dahinter folgt das „Gliss tägliches Öl-Elixir“ von Schwarzkopf mit zehn problematischen Duftstoffen und einer roten Bewertung aufgrund eines potenziell hormonell wirksamen Stoffes.
18 der getesteten Haaröle erhielten die rote Karte, weil sie problematische Substanzen wie potenziell hormonell wirksame oder schwer abbaubare Stoffe enthalten. Diese Substanzen sind zwar gesetzlich zugelassen, tragen jedoch zur Gesamtbelastung durch problematische Chemikalien bei. Besonders besorgniserregend sind die Siloxane D5 und D6, die ab Juni 2026 in der EU weitgehend verboten werden.
Die betroffenen Produkte stammen von Marken wie Aussie, Kevin.Murphy, Langhaarmädchen, Pantene Pro-V, Sebastian Professionals und Wella Professionals. Diese Substanzen sind nicht nur umweltschädlich, sondern können auch gesundheitliche Risiken bergen.
Der Markt für Haaröle wird von synthetischen Produkten dominiert. Synthetische Lösungsmittel und Silikone sind weit verbreitet, oft ergänzt durch Pflanzenöle. Nur wenige Produkte bestehen tatsächlich aus einer Mischung von pflanzlichen Ölen. Ein Beispiel ist das Haaröl von „Hairlust“, das mit „organic“ wirbt, aber hauptsächlich aus Silikonen und synthetischem Öl besteht.
VKI-Chemikalienexpertin Birgit Schiller rät, die Inhaltsstoffliste genau zu prüfen. Bei Kosmetika gilt: Je höher der Anteil einer Substanz, desto weiter oben wird sie gelistet. Wenn ein Silikon wie Cyclopentasiloxan an erster Stelle steht, besteht das Produkt oft vornehmlich aus künstlichen Inhaltsstoffen.
In den letzten Jahren hat das Bewusstsein für die Inhaltsstoffe in Kosmetika zugenommen. In Österreich, Deutschland und der Schweiz gibt es seit langem Diskussionen über die Sicherheit von Kosmetikprodukten. Während in Deutschland und der Schweiz ähnliche Untersuchungen durchgeführt wurden, zeigt der Vergleich, dass die Problematik der chemischen Belastung in Haarölen ein europaweites Thema ist.
Die EU hat bereits Maßnahmen ergriffen, um besonders besorgniserregende Stoffe zu regulieren. Dies zeigt, dass das Bewusstsein für die Gefahren solcher Substanzen wächst und die Regulierungsbehörden aktiv werden, um die Verbraucher zu schützen.
Die Ergebnisse der VKI-Untersuchung haben direkte Auswirkungen auf die Verbraucher in Österreich. Viele Menschen verwenden Haaröle täglich, um ihr Haar zu pflegen. Die Erkenntnis, dass diese Produkte problematische Chemikalien enthalten, könnte das Verbraucherverhalten erheblich beeinflussen.
Ein Beispiel ist die Wahl zwischen synthetischen und pflanzlichen Haarölen. Verbraucher könnten sich verstärkt für natürliche Alternativen entscheiden, die weniger chemische Belastungen mit sich bringen. Die Empfehlung von Expertin Schiller, auf pure Öle wie Kokosöl oder Sonnenblumenkernöl zurückzugreifen, könnte an Bedeutung gewinnen.
Die Zukunft der Haarpflegeprodukte könnte in der verstärkten Nutzung natürlicher Inhaltsstoffe liegen. Da die EU ab Juni 2026 bestimmte Siloxane verbietet, werden Hersteller gezwungen sein, ihre Formulierungen anzupassen. Dies könnte zu einem Anstieg von Produkten führen, die auf natürliche Öle setzen.
Verbraucher sollten weiterhin wachsam bleiben und die Inhaltsstofflisten ihrer Kosmetikprodukte genau prüfen. Die VKI wird auch in Zukunft Untersuchungen durchführen, um die Sicherheit der Verbraucher zu gewährleisten.
Die Untersuchung des VKI zeigt, dass viele Haaröle problematische Chemikalien enthalten, die sowohl gesundheitliche als auch umweltbezogene Risiken bergen. Verbraucher sollten sich der Inhaltsstoffe bewusst sein und gegebenenfalls auf natürliche Alternativen umsteigen. Weitere Informationen sind ab dem 29. Januar 2026 in der Februar-Ausgabe der Zeitschrift KONSUMENT und auf der Webseite des VKI verfügbar.
Welche Erfahrungen haben Sie mit Haarölen gemacht? Teilen Sie Ihre Meinung in den Kommentaren oder besuchen Sie die Webseite des VKI für weiterführende Informationen.