In der besinnlichen Zeit um Allerheiligen, wenn viele Menschen über Vergänglichkeit und das eigene Vermächtnis nachdenken, erlebt Österreich eine bemerkenswerte Entwicklung: Das Interesse an gemeinnützigen Testamenten steigt rasant. Dies zeigt eine aktuelle Pressemitteilung des Fundraising Verband A
In der besinnlichen Zeit um Allerheiligen, wenn viele Menschen über Vergänglichkeit und das eigene Vermächtnis nachdenken, erlebt Österreich eine bemerkenswerte Entwicklung: Das Interesse an gemeinnützigen Testamenten steigt rasant. Dies zeigt eine aktuelle Pressemitteilung des Fundraising Verband Austria, die am 15. Oktober 2025 veröffentlicht wurde.
Jeder zehnte Spendeneuro in Österreich stammt aus einem Testament. Diese Form der Spende ist somit eine der tragenden Säulen des österreichischen Spendenwesens. Besonders in der Zeit um Allerheiligen, einem Feiertag, der traditionell dem Gedenken an die Verstorbenen gewidmet ist, verzeichnet die Initiative „Vergissmeinnicht – Die Initiative für das gute Testament“ eine verstärkte Nachfrage nach Informationen über diese Spendenform.
Eine Umfragestudie unter 2.000 Personen hat jedoch große Informationslücken im Bereich des Vererbens aufgedeckt. Fast 60% der österreichischen Bevölkerung fühlen sich wenig bis gar nicht über das Erbrecht informiert. Dies zeigt, dass es einen erheblichen Bedarf an Aufklärung gibt, den die Initiative „Vergissmeinnicht“ in Kooperation mit der Notariatskammer zu decken versucht.
„Vergissmeinnicht“ vereint rund 100 gemeinnützige Organisationen aus ganz Österreich und klärt flächendeckend über die Möglichkeiten bei der Testamentsgestaltung auf. Seit 2025 ist auch die bekannte Aktion „Licht ins Dunkel“ Teil dieser Initiative. Im Rahmen eines Hintergrundgesprächs, das am 23. Oktober stattfinden wird, erhalten Interessierte Einblicke in die Verbreitung von Testamenten, die Anlässe für deren Erstellung sowie die Einstellung der Bevölkerung zu gemeinnützigen Testamenten im Bundesländervergleich.
In Wien beispielsweise, erklärt ein erfahrener Notar, sei das Bewusstsein für die Möglichkeit, einen Teil seines Erbes gemeinnützig zu spenden, besonders hoch. Dies könnte an der hohen Dichte an gemeinnützigen Organisationen und der intensiven Aufklärungsarbeit in der Hauptstadt liegen. In ländlicheren Regionen hingegen sei noch viel Aufklärungsarbeit nötig, um das Potenzial dieser Spendenform voll auszuschöpfen.
Eine Testamentsspenderin von Greenpeace gibt Einblick in ihre persönlichen Beweggründe: „Es ist mir wichtig, dass mein Erbe nicht nur meinen Nachkommen zugutekommt, sondern auch einen positiven Einfluss auf die Welt hat. Die Unterstützung von Umweltprojekten ist für mich eine Herzensangelegenheit.“ Solche persönlichen Geschichten verdeutlichen, warum immer mehr Menschen in Österreich diesen Weg wählen.
Mario Thaler, Geschäftsführer von „Licht ins Dunkel“, betont die Bedeutung testamentarischer Zuwendungen für das gesellschaftliche Wirken der Aktion: „Ohne diese großzügigen Spenden könnten wir viele unserer Projekte nicht in dem Umfang realisieren, wie wir es tun. Sie sind ein unverzichtbarer Bestandteil unserer Finanzierung.“
Der Trend zu gemeinnützigen Testamenten wird sich voraussichtlich fortsetzen, da immer mehr Menschen den Wert erkennen, den ihr Erbe über ihren Tod hinaus haben kann. Organisationen wie „Vergissmeinnicht“ spielen dabei eine zentrale Rolle, indem sie Aufklärungsarbeit leisten und den Menschen die Möglichkeiten aufzeigen, die ihnen offenstehen.
Die Politik könnte diesen Trend unterstützen, indem sie steuerliche Anreize für gemeinnützige Testamentsspenden schafft. Derzeit gibt es solche Anreize in vielen Ländern, die dazu beitragen, dass mehr Menschen sich für diese Form der Spende entscheiden. Eine solche Maßnahme könnte auch in Österreich die Bereitschaft erhöhen, einen Teil des Erbes zu spenden.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass gemeinnützige Testamentsspenden in Österreich auf dem Vormarsch sind. Die Kombination aus persönlichem Engagement, gesellschaftlicher Verantwortung und der Möglichkeit, einen bleibenden positiven Einfluss zu hinterlassen, macht diese Spendenform für viele Menschen attraktiv. Es bleibt abzuwarten, wie sich dieser Trend in den kommenden Jahren entwickeln wird und welche Rolle die Politik dabei spielen wird, um diesen positiven Trend weiter zu fördern.
Für weitere Informationen und zur Teilnahme am Hintergrundgespräch am 23. Oktober können sich Interessierte beim Fundraising Verband Austria anmelden. Dieses Gespräch bietet eine hervorragende Gelegenheit, mehr über die Bedeutung und die Möglichkeiten von gemeinnützigen Testamenten zu erfahren und mit Experten aus verschiedenen Bereichen in Kontakt zu treten.