Am Montag, dem 29. September 2025, wird im CEU-Auditorium in Wien eine spannende Panel-Diskussion stattfinden, die sich mit einem faszinierenden Thema beschäftigt: Wie entstehen Überzeugungen – und warum halten wir an ihnen fest? Diese Frage betrifft uns alle, denn unsere Überzeugungen prägen unser
Am Montag, dem 29. September 2025, wird im CEU-Auditorium in Wien eine spannende Panel-Diskussion stattfinden, die sich mit einem faszinierenden Thema beschäftigt: Wie entstehen Überzeugungen – und warum halten wir an ihnen fest? Diese Frage betrifft uns alle, denn unsere Überzeugungen prägen unser Leben und unsere Entscheidungen. Doch was passiert, wenn diese Überzeugungen widersprüchlich sind?
Überzeugungen sind tief in unserem Denken verwurzelt. Sie beeinflussen, wie wir die Welt wahrnehmen und auf sie reagieren. Ein Umweltingenieur könnte sich beispielsweise ein Elektroauto kaufen und sein Dach mit Solarpaneelen ausstatten, weil er an die Gesetze der Physik glaubt. Doch der gleiche Ingenieur könnte gleichzeitig Zweifel am menschengemachten Klimawandel haben. Diese Inkohärenz, also der Widerspruch innerhalb eines Überzeugungssystems, ist ein Phänomen, das viele Menschen betrifft.
Ein interdisziplinäres Team der Central European University (CEU) und der Wirtschaftsuniversität Wien (WU) untersucht derzeit, warum Menschen solche Inkohärenzen in Kauf nehmen. Der Fokus liegt darauf, zu verstehen, warum kohärente Überzeugungssysteme Widersprüche tolerieren. Dieses Forschungsprojekt, das vom Österreichischen Wissenschaftsfonds FWF gefördert wird, zielt darauf ab, Strategien zu entwickeln, um Fehlüberzeugungen entgegenzuwirken und evidenzbasierte Überzeugungsänderungen zu fördern.
Um dieses Ziel zu erreichen, wurde an der CEU das „Center for Belief Update and Debiasing“ (CEU De-Bias) eingerichtet. Mit innovativen Methoden will das Zentrum die Mechanismen der Stabilität und Veränderung von Überzeugungen aufdecken. Die Erkenntnisse sollen Politik, Bildung und Kommunikationsstrategien bereichern.
Im Rahmen dieser Bemühungen lädt die CEU zu einer Panel-Diskussion ein, die von der renommierten Journalistin und Autorin Ingrid Brodnig moderiert wird. Die Veranstaltung bietet eine Plattform für führende Forscherinnen und Forscher, um über die Gründe zu diskutieren, warum Individuen und Gesellschaften häufig widersprüchliche Überzeugungen aufrechterhalten. Das Panel wird in englischer Sprache stattfinden.
Nach der Diskussion sind die Teilnehmer zu einem Glas Wein eingeladen, um die Gespräche in informeller Atmosphäre fortzusetzen. Diese Veranstaltung bietet eine einzigartige Gelegenheit, mehr über die Dynamiken von Überzeugungen zu erfahren und sich mit Experten auszutauschen.
Die Untersuchung von Überzeugungen hat eine lange Geschichte. Bereits in der Antike beschäftigten sich Philosophen wie Sokrates und Platon mit der Frage, was Menschen glauben und warum. Im Laufe der Jahrhunderte hat sich unser Verständnis von Überzeugungen weiterentwickelt, beeinflusst durch Erkenntnisse aus der Psychologie, Soziologie und Neurowissenschaften.
In Österreich, wie auch in anderen Ländern, sind Überzeugungen oft kulturell geprägt. Während in städtischen Gebieten wie Wien progressive Überzeugungen vorherrschen können, sind in ländlichen Gebieten traditionellere Ansichten verbreitet. Diese Unterschiede können zu gesellschaftlichen Spannungen führen, insbesondere wenn es um Themen wie Klimawandel, Migration oder Bildungspolitik geht.
Für den Durchschnittsbürger haben Überzeugungen konkrete Auswirkungen. Sie beeinflussen, welche Produkte wir kaufen, welche Parteien wir wählen und wie wir mit anderen Menschen interagieren. In einer zunehmend polarisierten Welt ist es wichtiger denn je, sich der eigenen Überzeugungen bewusst zu sein und sie kritisch zu hinterfragen.
Ein Experte aus dem Bereich der Kognitionswissenschaft erklärt: „Unsere Überzeugungen sind oft resistent gegenüber Veränderungen, weil sie tief in unserer Identität verwurzelt sind. Um diese zu ändern, müssen wir bereit sein, uns mit widersprüchlichen Informationen auseinanderzusetzen und unsere Perspektiven zu erweitern.“
Die Forschung zur Veränderung und Stabilität von Überzeugungen wird in den kommenden Jahren weiter an Bedeutung gewinnen. Angesichts der Herausforderungen durch Desinformation und Polarisierung ist es entscheidend, evidenzbasierte Strategien zu entwickeln, die Menschen helfen, ihre Überzeugungen zu reflektieren und anzupassen.
Politische Entscheidungsträger sind zunehmend daran interessiert, die Dynamiken von Überzeugungen zu verstehen. Dies ist nicht nur wichtig für die Formulierung effektiver Politiken, sondern auch für die Förderung eines offenen Dialogs in der Gesellschaft. Die Erkenntnisse aus der Forschung können dazu beitragen, das Vertrauen in Institutionen zu stärken und den gesellschaftlichen Zusammenhalt zu fördern.
Die bevorstehende Panel-Diskussion an der CEU verspricht, ein bedeutender Schritt in Richtung eines besseren Verständnisses der komplexen Welt der Überzeugungen zu sein. Für alle, die an der Schnittstelle von Wissenschaft, Politik und Gesellschaft interessiert sind, bietet diese Veranstaltung wertvolle Einblicke und die Möglichkeit, sich mit führenden Experten auszutauschen.
Weitere Informationen zur Veranstaltung und zur Anmeldung finden Sie auf der Webseite der CEU.