Schneefälle sorgten am Christtag für Behinderungen im Süden und Osten des Landes
Am Weihnachtstag mussten Autofahrer in weiten Teilen Österreichs mit winterlichen Fahrbedingungen rechnen. Der ÖAMTC warnt vor Glätte und empfiehlt angepasste Fahrweise.
Der Traum von weißen Weihnachten wurde in diesem Jahr für viele Österreicherinnen und Österreicher Realität – allerdings mit Konsequenzen für den Straßenverkehr. Am Christtag sorgten teils kräftige Schneefälle in mehreren Bundesländern für winterliche Fahrverhältnisse und stellten Autofahrende vor Herausforderungen.
Bereits in den frühen Morgenstunden des Weihnachtstages zeigte sich das winterliche Wetter von seiner herausfordernden Seite. Laut ÖAMTC waren vor allem folgende Gebiete von den Schneefällen betroffen:
Diese weiträumige Verteilung der Schneefälle machte deutlich, dass die winterlichen Wetterverhältnisse keineswegs auf alpine Regionen beschränkt blieben. Auch in tiefer gelegenen Gebieten und sogar in der Bundeshauptstadt mussten Verkehrsteilnehmer mit Schnee und Glätte rechnen.
Im Laufe des Weihnachtstages verlagerte sich das Zentrum der Schneefälle zunehmend in den Süden Österreichs. Besonders betroffen waren dabei die klassischen Alpenübergänge und Passstraßen, die zu dieser Jahreszeit ohnehin als neuralgische Punkte im Verkehrsnetz gelten.
Der ÖAMTC berichtete, dass auf mehreren wichtigen Verbindungen Schneeketten für sämtliche Fahrzeuge – unabhängig von ihrer Antriebsart oder Bereifung – verpflichtend vorgeschrieben wurden:
Diese Kettenpflicht verdeutlicht die Intensität der Schneefälle in den betroffenen Regionen. Gerade an Feiertagen wie Weihnachten, wenn viele Menschen zu Familienbesuchen unterwegs sind oder aus Skigebieten zurückkehren, können solche Einschränkungen den Reiseverkehr erheblich beeinflussen.
Die schwierigen Straßenbedingungen blieben leider nicht ohne Folgen. Der ÖAMTC vermeldete, dass sich im Zusammenhang mit den winterlichen Fahrverhältnissen mehrere Unfälle ereignet hatten. Nähere Details zu Anzahl, Ort oder Schwere der Unfälle wurden zunächst nicht bekannt gegeben.
Die Häufung von Verkehrsunfällen bei winterlichen Straßenverhältnissen ist ein bekanntes Phänomen, das Experten jedes Jahr aufs Neue besorgt. Häufige Unfallursachen bei Schnee und Glätte sind:
Angesichts der winterlichen Verhältnisse appellierte der ÖAMTC eindringlich an alle Verkehrsteilnehmer, ihre Fahrweise den aktuellen Straßenbedingungen anzupassen. Der Automobilclub empfiehlt grundsätzlich folgende Verhaltensweisen bei Schnee und Glätte:
Die wichtigste Maßnahme bei winterlichen Straßenverhältnissen ist eine deutliche Reduktion der Geschwindigkeit. Auf schneebedeckten oder vereisten Fahrbahnen verlängert sich der Bremsweg erheblich – unter Umständen auf das Zehnfache der normalen Distanz. Eine angepasste Geschwindigkeit gibt dem Fahrer mehr Reaktionszeit und verringert das Unfallrisiko drastisch.
Gerade bei winterlichen Bedingungen ist vorausschauendes Fahren von entscheidender Bedeutung. Plötzliche Brems- oder Lenkmanöver können auf rutschigem Untergrund zum Kontrollverlust führen. Erfahrene Winterfahrer achten daher besonders auf das Verkehrsgeschehen weit voraus und vermeiden abrupte Reaktionen.
Der verlängerte Bremsweg bei Schnee und Eis erfordert auch einen größeren Sicherheitsabstand zum vorausfahrenden Fahrzeug. Experten empfehlen, den normalen Sicherheitsabstand bei winterlichen Verhältnissen mindestens zu verdoppeln.
Vor jeder Fahrt bei winterlichen Bedingungen sollte die Winterausrüstung des Fahrzeugs überprüft werden. Dazu gehören:
In Österreich gilt von 1. November bis 15. April die situative Winterreifenpflicht. Das bedeutet, dass bei winterlichen Fahrbedingungen – also bei Schnee, Matsch oder Eis auf der Fahrbahn – Winterreifen montiert sein müssen. Verstöße gegen diese Vorschrift können mit empfindlichen Geldstrafen geahndet werden.
Bei Kettenpflicht, wie sie am Weihnachtstag auf mehreren Passstraßen bestand, müssen tatsächlich Schneeketten an den Antriebsrädern montiert werden. Auch Fahrzeuge mit Allradantrieb oder Winterreifen sind von dieser Pflicht nicht ausgenommen. Die Missachtung einer Kettenpflicht kann nicht nur zu Strafen führen, sondern bei einem Unfall auch versicherungsrechtliche Konsequenzen haben.
Der ÖAMTC empfiehlt allen Verkehrsteilnehmern, sich vor Fahrtantritt über die aktuelle Verkehrslage und Straßenverhältnisse zu informieren. Der Automobilclub stellt dafür verschiedene Informationskanäle zur Verfügung:
Besonders bei längeren Fahrten oder Reisen über Pässe und in alpine Regionen ist eine vorherige Information über die Straßenverhältnisse dringend anzuraten. So können Autofahrer ihre Route gegebenenfalls anpassen oder zusätzliche Zeit einplanen.
Autofahrer sollten auch in den kommenden Tagen mit winterlichen Straßenverhältnissen in Teilen Österreichs rechnen. Die Weihnachtsfeiertage und der Jahreswechsel sind traditionell Zeiten mit erhöhtem Verkehrsaufkommen, in denen viele Menschen zu Familie und Freunden reisen oder Wintersportgebiete aufsuchen.
Die Kombination aus winterlichen Straßenverhältnissen und hohem Verkehrsaufkommen erfordert von allen Verkehrsteilnehmern besondere Aufmerksamkeit und Rücksichtnahme. Mit angepasster Fahrweise, ausreichend Zeit für die Reise und der richtigen Winterausrüstung lassen sich die Risiken jedoch deutlich minimieren.
Der ÖAMTC steht bei Pannen oder Unfällen mit seinem Pannendienst rund um die Uhr zur Verfügung und ist unter der bekannten Notrufnummer erreichbar. Gerade an Feiertagen sind die gelben Engel verstärkt im Einsatz, um gestrandeten Autofahrern zu helfen.