Am 13. November 2025 veröffentlichte die Österreichische Ophthalmologische Gesellschaft (ÖOG) eine Pressemitteilung, die ein oft übersehenes Thema beleuchtet: Die Auswirkungen der Wechseljahre auf das Sehvermögen. Während viele Frauen die körperlichen Veränderungen in dieser Lebensphase kennen, blei
Am 13. November 2025 veröffentlichte die Österreichische Ophthalmologische Gesellschaft (ÖOG) eine Pressemitteilung, die ein oft übersehenes Thema beleuchtet: Die Auswirkungen der Wechseljahre auf das Sehvermögen. Während viele Frauen die körperlichen Veränderungen in dieser Lebensphase kennen, bleibt die Beeinflussung der Augen meist im Verborgenen. Die ÖOG hebt hervor, dass hormonelle Umstellungen während der Menopause das Sehvermögen und die Augenoberfläche signifikant beeinflussen können.
Mit dem Eintritt in die Wechseljahre sinken die Spiegel von Östrogen und Androgen im Körper. Diese Hormone spielen eine entscheidende Rolle bei der Aufrechterhaltung eines gesunden Tränenfilms, der die Augenoberfläche schützt. Ein Tränenfilm ist eine dünne Flüssigkeitsschicht, die das Auge bedeckt und es vor Austrocknung und Infektionen schützt. In den Wechseljahren kann sich die Zusammensetzung dieses Films verändern, was zu trockenen, gereizten Augen führt. Frauen berichten häufig von Brennen, Juckreiz, Lichtempfindlichkeit und schwankender Sehschärfe. Diese Symptome können die Lebensqualität erheblich beeinträchtigen und erfordern oft eine Anpassung im Alltag.
Das Trockene Auge ist ein Beispiel für geschlechtsspezifische Unterschiede in der Medizin. Frauen sind häufiger und früher betroffen als Männer. Die hormonellen Veränderungen der Menopause spielen dabei eine wesentliche Rolle. Männer können ebenfalls ein Trockenes Auge entwickeln, jedoch meist später und mit unterschiedlichen Symptomen. Die ÖOG betont, dass Symptome wie Brennen oder Fremdkörpergefühl ernst genommen werden sollten, da sie unbehandelt das Sehvermögen und die Lebensqualität erheblich beeinträchtigen können.
In Deutschland und der Schweiz sind ähnliche Trends zu beobachten. Studien zeigen, dass Frauen in diesen Ländern ebenfalls häufiger unter trockenen Augen während der Menopause leiden. Die medizinische Versorgung und die Sensibilisierung für dieses Thema sind jedoch unterschiedlich ausgeprägt. In Österreich gibt es ein breites Angebot an augenärztlicher Versorgung, das speziell auf die Bedürfnisse von Frauen in den Wechseljahren abgestimmt ist.
Die Auswirkungen der Wechseljahre auf die Augen sind vielfältig. Ein Beispiel ist die veränderte Verträglichkeit von Kontaktlinsen. Viele Frauen berichten, dass sie während der Menopause ihre Kontaktlinsen nicht mehr so gut vertragen wie zuvor. Dies kann zu einem erhöhten Bedarf an Brillen oder speziellen Kontaktlinsen führen. Auch die Lichtempfindlichkeit kann den Alltag beeinflussen, besonders beim Autofahren oder bei der Arbeit am Bildschirm.
Statistiken zeigen, dass etwa 60% der Frauen in den Wechseljahren über Augensymptome klagen. Die Prävalenz des Trockenen Auges steigt mit dem Alter, wobei Frauen doppelt so häufig betroffen sind wie Männer. Diese Zahlen verdeutlichen die Notwendigkeit einer gezielten augenärztlichen Betreuung in dieser Lebensphase.
Die gute Nachricht ist, dass die Beschwerden in den meisten Fällen gut zu lindern sind. Eine individuell abgestimmte Behandlung, etwa mit konservierungsmittelfreien Tränenersatzmitteln oder Lidrandpflege, kann die Symptome deutlich verbessern. Die Zusammenarbeit mit einer Augenärztin oder einem Augenarzt ist dabei entscheidend, um die bestmögliche Therapie zu finden.
Eine Hormonersatztherapie (HET) kann das hormonell bedingte Trockene Auge sowohl positiv als auch negativ beeinflussen. Die Sensibilisierung für mögliche Auswirkungen ist daher wichtig. Die ÖOG empfiehlt, Entscheidungen über eine HET immer gemeinsam mit Gynäkolog:innen und Augenärzt:innen zu treffen, um die Augengesundheit bestmöglich zu berücksichtigen.
Die Wechseljahre sind ein natürlicher Lebensabschnitt, der auch die Augen betrifft. Die ÖOG rät, Veränderungen des Sehvermögens ernst zu nehmen und frühzeitig augenärztlich abklären zu lassen. Dies sichert gutes Sehen und Lebensqualität in jedem Alter. Mit der richtigen Therapie und Vorsorge können Frauen auch in den Wechseljahren ein hohes Maß an Lebensqualität erhalten. Weitere Informationen finden Sie auf der Website der ÖOG.