Am 10. April 2026 wurde in der VHS Kulturgarage in der Seestadt Wien eine außergewöhnliche Ausstellung eröffnet, die weit mehr ist als eine gewöhnliche Kunstpräsentation. Rund 150 handgefertigte Ta
Am 10. April 2026 wurde in der VHS Kulturgarage in der Seestadt Wien eine außergewöhnliche Ausstellung eröffnet, die weit mehr ist als eine gewöhnliche Kunstpräsentation. Rund 150 handgefertigte Taschen, entstanden in einem besonderen Kunsthandwerkskurs, erzählen die Geschichte von kulturellem Austausch, weiblicher Kreativität und einer 12.000 Jahre alten archäologischen Sensation. Die Ausstellung „Göbeklitepe – Taschen" vereint österreichische Bildungstradition mit türkischem Kulturerbe und zeigt eindrucksvoll, wie Integration durch gemeinsame kreative Projekte gelingen kann.
Um die Bedeutung dieser Wiener Ausstellung zu verstehen, muss man zunächst einen Blick auf Göbeklitepe werfen – eine archäologische Stätte in der türkischen Provinz Şanliurfa, die als revolutionäre Entdeckung der Menschheitsgeschichte gilt. Göbeklitepe, was auf Türkisch „Hügel mit dem Nabel" bedeutet, ist eine prähistorische Kultstätte aus der Zeit um 10.000 vor Christus. Damit ist sie älter als Stonehenge und die Pyramiden von Gizeh.
Die Anlage besteht aus kreisförmig angeordneten Steinpfeilern mit kunstvollen Reliefs von Tieren und mysteriösen Symbolen. Besonders bemerkenswert sind die sogenannten „Taschenreliefs" – steinerne Darstellungen von Taschen oder Beuteln, deren Bedeutung bis heute Archäologen rätseln lässt. Diese uralten Symbole inspirierten die Wiener Kunsthandwerkerinnen zu ihrer kreativen Interpretation.
Seit der Entdeckung in den 1960er Jahren und den intensiven Ausgrabungen seit den 1990er Jahren revolutioniert Göbeklitepe unser Verständnis der Menschheitsgeschichte. Die UNESCO erklärte die Stätte 2018 zum Weltkulturerbe. Experten bezeichnen Göbeklitepe als den „Nullpunkt der Geschichte