Nach dem Erfolg des Pilotjahres stellt die Stadt 2026 wieder 270.000 Euro für Bürgerprojekte bereit
Die Wiener Kleinprojekteförderung für Demokratie und Beteiligung wird fortgesetzt. Nach über 270 Einreichungen im ersten Jahr folgt 2026 die nächste Runde.
Wien geht weiter voran, wenn es um die Stärkung der Demokratie geht. Nach dem erfolgreichen Pilotjahr der Kleinprojekteförderung für Demokratie- und Beteiligungsprojekte hat die Stadt Wien angekündigt, das Programm 2026 fortzusetzen. Insgesamt 270.000 Euro stehen dann wieder für innovative Bürgerprojekte zur Verfügung.
Die Bilanz des ersten Förderjahres kann sich sehen lassen: Über 270 Projekteinreichungen gingen bei der Stadt Wien ein, aus denen eine Fachjury 34 förderungswürdige Vorhaben auswählte. Das zur Verfügung stehende Budget von 300.000 Euro war damit vollständig ausgeschöpft. Die hohe Zahl der Einreichungen zeigt deutlich den großen Bedarf nach finanzieller Unterstützung für demokratiestärkende Initiativen in der österreichischen Hauptstadt.
"In Zeiten zunehmender Bedrohungen für die Demokratie ist die nachhaltige Förderung von Demokratie- und Beteiligungsprojekten eine politische Notwendigkeit", erklärt Demokratiestadtrat Jürgen Czernohorszky. "Der erfolgreiche erste Durchgang hat klar gezeigt, dass diese Form der Unterstützung gebraucht wird und wirkt."
Die geförderten Projekte des ersten Jahres deckten ein breites Spektrum ab und reichten vom Beserlparktheater über einen Mitmach-Supermarkt bis hin zu einem Bürgerrat zum Thema Medien und Demokratie. Diese Vielfalt unterstreicht den innovativen Ansatz der Förderung, die bewusst auf niederschwellige und praxisnahe Formate setzt.
Als Europäische Demokratiehauptstadt 2024/25 hatte Wien erstmals diese Form der direkten Projektförderung für Bürger, NGOs und Unternehmen eingeführt. Das Ziel: demokratische Teilhabe direkt erfahrbar zu machen und demokratische Strukturen nachhaltig zu stärken.
Die Förderung ist ein wesentlicher Baustein zur Umsetzung der im Oktober 2025 beschlossenen Wiener Demokratie-Strategie. Diese verfolgt vier zentrale Schwerpunkte: neue Zielgruppen aktivieren, Zusammenleben und Miteinander stärken, Gesprächs- und Streitkultur fördern sowie Demokratie- und Meinungsbildung unterstützen.
"Die Projekte sollen zur direkten Umsetzung dieser Strategie beitragen und demokratische Teilhabe für alle Wienerinnen und Wiener zugänglich machen", betont Czernohorszky. Dabei liegt der Fokus auf inklusiven Ansätzen, die verschiedene Bevölkerungsgruppen ansprechen und zum Mitmachen einladen.
Für das Jahr 2026 können sich Interessierte wieder um eine Förderung bewerben. Die Einreichfrist läuft vom 1. bis 30. April 2026. Pro Projekt können maximal 10.000 Euro beantragt werden. Antragsberechtigt sind Einzelunternehmer, Privatpersonen sowie gemeinnützige Vereine und GmbHs.
Die Abwicklung der Förderung übernimmt das Büro für Mitwirkung, das in der Abteilung Energieplanung (MA 20) angesiedelt ist. Eine unabhängige Jury aus Fachexperten für Demokratie und Beteiligung entscheidet innerhalb von acht Wochen über die Förderwürdigkeit und -höhe der eingereichten Projekte.
"In unserer Arbeit im Büro für Mitwirkung sehen wir tagtäglich, wie wichtig es ist, Menschen zusammenzubringen und zum Dialog einzuladen", erklärt Wencke Hertzsch, Referatsleitung des Büros für Mitwirkung. "Fördermöglichkeiten zu schaffen, ist ein ideales Instrument, um noch mehr Teilhabe zu ermöglichen und Barrieren abzubauen."
Um Transparenz zu gewährleisten, müssen Fördernehmer nach Projektabschluss eine vollständige Abrechnung gemäß den Vorgaben des Förderhandbuchs der Stadt Wien einreichen. Alle genehmigten Projekte werden zudem entsprechend dem Wiener Fördertransparenzgesetz veröffentlicht.
Mit der Fortsetzung der Kleinprojekteförderung positioniert sich Wien weiterhin als innovative Stadt im Bereich der Demokratieförderung. Das Programm zeigt, wie durch gezielte finanzielle Unterstützung bürgerschaftliches Engagement gefördert und demokratische Teilhabe gestärkt werden kann.
Die Initiative ist besonders vor dem Hintergrund aktueller gesellschaftlicher Herausforderungen relevant. In Zeiten, in denen demokratische Werte unter Druck stehen, setzt Wien ein klares Zeichen für die Stärkung der Bürgerbeteiligung und des gesellschaftlichen Zusammenhalts.
Interessierte Bürger, Vereine und Unternehmen können sich ab Anfang April 2026 über die genauen Förderkriterien und Antragsverfahren informieren. Detaillierte Informationen werden rechtzeitig auf der Website des Büros für Mitwirkung unter mitwirkung.wien.gv.at veröffentlicht.
Die Fortsetzung der Demokratieförderung unterstreicht Wiens Engagement als Europäische Demokratiehauptstadt und zeigt, wie kommunale Politik konkret zur Stärkung demokratischer Strukturen beitragen kann. Mit dem Programm wird nicht nur die Zivilgesellschaft unterstützt, sondern auch ein wichtiger Beitrag zur langfristigen Demokratieförderung in Österreich geleistet.