Am 23. November 2025 startet die Stadt Wien eine wegweisende Kampagne zur Prävention sexualisierter Gewalt. Unter dem Motto „Nur Ja heißt Ja“ wird ein starkes Zeichen für die Stärkung der sexuellen Selbstbestimmung gesetzt. Diese Initiative zielt darauf ab, das Bewusstsein für das Zustimmungsprinzip
Am 23. November 2025 startet die Stadt Wien eine wegweisende Kampagne zur Prävention sexualisierter Gewalt. Unter dem Motto „Nur Ja heißt Ja“ wird ein starkes Zeichen für die Stärkung der sexuellen Selbstbestimmung gesetzt. Diese Initiative zielt darauf ab, das Bewusstsein für das Zustimmungsprinzip zu schärfen und die gesellschaftlichen Normen zu verändern. Die Kampagne ist eine Reaktion auf die anhaltenden Herausforderungen im Bereich der sexuellen Gewaltprävention und betont die Notwendigkeit einer klaren und aktiven Zustimmung bei sexuellen Handlungen.
Das Zustimmungsprinzip ist ein entscheidender Schritt, um sexualisierte Gewalt konsequenter zu verhindern und gerecht zu ahnden. Vizebürgermeisterin und Frauenstadträtin Kathrin Gaál betont, dass Gewalt und sexualisierte Übergriffe unter keinen Umständen akzeptabel sind. Die Kampagne richtet sich bewusst an Frauen und Männer, um ein Umdenken in der Gesellschaft zu fördern. Sie macht deutlich, dass ein Outfit, ein Lächeln oder gemeinsame Aktivitäten kein automatisches Ja bedeuten.
In Österreich ist derzeit das „Nein heißt Nein“-Prinzip im Sexualstrafrecht verankert. Dieses Prinzip stellt eine Verletzung der sexuellen Selbstbestimmung dar, wenn gegen den Willen einer Person gehandelt wird. Allerdings berücksichtigt es nicht die Schockstarre („Freezing“), in die viele Opfer in bedrohlichen Situationen geraten. Länder wie Spanien, Schweden und Norwegen haben bereits das „Nur Ja heißt Ja“-Prinzip eingeführt, das das Bewusstsein in der Bevölkerung stärkt und Betroffene besser schützt.
Die Einführung des Zustimmungsprinzips hat weitreichende Auswirkungen auf die Gesellschaft. Es stärkt persönliche Grenzen und fördert Respekt in Beziehungen. Die Kampagne zielt darauf ab, Missverständnisse zu vermeiden und klare Kommunikation zu fördern. Offene Gespräche über sexuelle Handlungen sind entscheidend, um Missverständnisse zu vermeiden und Vertrauen aufzubauen.
Der 24-Stunden Frauennotruf der Stadt Wien bietet eine kostenlose, vertrauliche und barrierefreie Anlaufstelle für Frauen und Mädchen ab 14 Jahren. Diese Einrichtung hilft Betroffenen, ihre Erlebnisse einzuordnen und ihre eigenen Grenzen zu stärken. Auch die Männerberatung Wien spielt eine wichtige Rolle, indem sie Männer und Burschen dabei unterstützt, eigene und fremde Grenzen zu erkennen und gesunde, respektvolle Beziehungen zu führen.
Die Kampagne wird in ganz Wien durch City Lights, Printanzeigen, Radiospots und Social Media-Videos unterstützt. Diese umfassende Medienpräsenz soll ein breites Publikum erreichen und das Bewusstsein für die Bedeutung der Zustimmung schärfen. Laut einer Studie der Europäischen Union haben Länder mit einem klaren Zustimmungsprinzip eine signifikante Reduzierung von sexuellen Übergriffen verzeichnet.
Die Einführung des „Nur Ja heißt Ja“-Prinzips in Österreich könnte als Vorbild für andere Länder dienen und das Bewusstsein für die Notwendigkeit klarer Zustimmung weiter schärfen. Die Kampagne der Stadt Wien ist ein wichtiger Schritt in Richtung einer Gesellschaft, in der sexuelle Selbstbestimmung respektiert und geschützt wird. Zukünftige Gesetzesänderungen könnten dieses Prinzip weiter stärken und die rechtlichen Rahmenbedingungen für den Schutz vor sexualisierter Gewalt verbessern.
Die Kampagne „Nur Ja heißt Ja“ der Stadt Wien ist ein bedeutender Schritt zur Stärkung der sexuellen Selbstbestimmung und zur Prävention sexualisierter Gewalt. Sie fordert eine klare und aktive Zustimmung bei sexuellen Handlungen und fördert eine respektvolle Kommunikation. Die Auswirkungen dieser Initiative könnten weitreichend sein und als Vorbild für andere Länder dienen. Weitere Informationen zur Kampagne finden Sie auf der Website der Stadt Wien.