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Wien setzt zum internationalen Frauentag ein starkes Zeichen für weibliche Führungsrollen in der Gastronomie: Drei herausragende Chefköchinnen der Wiener Gastronomie-Elite stehen im Mittelpunkt einer internationalen Kampagne des WienTourismus. Parvin Razavi vom Restaurant &flora, Natalie Stebbing vom legendären Hotel Sacher und Clara Aue vom innovativen Heu & Gabel geben in kurzen Video-Porträts authentische Einblicke in ihre Arbeit und die einzigartige Wiener Küche. Die am 8. März 2025 gestartete Initiative erreicht über Instagram, TikTok, LinkedIn sowie die chinesischen Plattformen WeChat und Weibo ein millionenstarkes internationales Publikum.
Die Porträt-Serie fügt sich nahtlos in das laufende Themenjahr "Vienna Bites" ein, das ganz im Zeichen der Wiener Kulinarik steht. Dieses ambitionierte Marketing-Projekt des WienTourismus zielt darauf ab, den Charakter und die Vielfalt der Wiener Genusskultur international zu positionieren. Wien verfügt als einzige österreichische Stadt über zwei Drei-Sterne-Restaurants – das Steirereck im Stadtpark und das Amador. Insgesamt weist die Hauptstadt beeindruckende 14 Restaurants mit zusammen 22 Guide-Michelin-Sternen auf, was Wien zu einem der bedeutendsten Gourmet-Standorte Europas macht.
Das Konzept "Vienna Bites" ist weit mehr als eine reine Tourismus-Kampagne. Es repräsentiert eine strategische Neuausrichtung in der internationalen Positionierung Wiens. Kulinarik wird als Reisemotiv immer wichtiger und ist neben Kunst und Kultur bereits heute ein zentraler Grund für Touristen, Wien zu besuchen. Die Wiener Küche ist weltweit der einzige eigenständige Speisestil, der nach einer Stadt benannt ist – ein Alleinstellungsmerkmal, das touristisch enormes Potenzial birgt.
Der bereits veröffentlichte Vampirfilm "Vienna Bites" demonstriert eindrucksvoll die Reichweite der Kampagne. Mit über 40 Millionen Views zeigt der Film, in dem auch Haubenköchin Parvin Razavi eine wichtige Rolle spielt, wie kreativ und wirkungsvoll moderne Tourismusvermarktung funktionieren kann. Diese innovative Herangehensweise verbindet Wiener Kulturgeschichte mit zeitgemäßer Social-Media-Ästhetik und erreicht dadurch neue, jüngere Zielgruppen.
Parvin Razavi eröffnet die Porträt-Serie als eine der renommiertesten Gastronominnen der Stadt. Die Küchenchefin des Restaurants "&flora" im Hotel Gilbert wurde von Gault-Millau zur Newcomerin des Jahres 2023 gekürt – eine Auszeichnung, die ihre innovative Herangehensweise an die Wiener Küche würdigt. Razavis kulinarische Philosophie basiert auf drei Säulen: Nachhaltigkeit, Regionalität und Experimentierfreude. Sie interpretiert traditionelle Wiener Gerichte neu, ohne dabei deren Essenz zu verlieren.
Die 35-jährige Köchin, die ursprünglich aus dem Iran stammt, bringt eine einzigartige Perspektive in die Wiener Gastronomieszene ein. Ihre Interpretation der Wiener Küche verbindet orientalische Einflüsse mit lokalen Produkten und traditionellen Zubereitungsarten. Im Restaurant &flora setzt sie konsequent auf saisonale Zutaten aus der Region und arbeitet eng mit lokalen Produzenten zusammen. Diese Philosophie spiegelt einen größeren Trend in der gehobenen Gastronomie wider, der Nachhaltigkeit und Regionalität nicht als Marketing-Gag, sondern als grundlegende Geschäftsphilosophie begreift.
Natalie Stebbing verkörpert als Chef-Patissière im Hotel Sacher die Verbindung von jahrhundertealter Tradition mit moderner Handwerkskunst. Das Hotel Sacher, 1876 gegründet, ist nicht nur für die weltberühmte Sachertorte bekannt, sondern gilt als Institution der Wiener Gastronomielandschaft. Stebbing, die 2023 zur Patissière des Jahres ausgezeichnet wurde, führt diese Tradition in die Zukunft.
Für Stebbing definieren Frauen das Fine Dining neu und fordern dabei jene Anerkennung ein, die ihnen längst zusteht. Diese Aussage spiegelt eine wichtige Entwicklung in der gehobenen Gastronomie wider: Während Frauen historisch oft in untergeordneten Rollen oder im Service tätig waren, erobern sie zunehmend Führungspositionen in den Küchen der Spitzengastronomie. Das Hotel Sacher, mit seiner 150-jährigen Geschichte, steht symbolisch für diese Transformation der Branche.
Die Patisserie-Kunst im Sacher umfasst weit mehr als die berühmte Sachertorte. Stebbing und ihr Team kreieren täglich Dutzende verschiedener Süßspeisen, von klassischen Wiener Mehlspeisen bis zu modernen Dessert-Interpretationen. Die Sachertorte selbst wird nach dem Original-Rezept von 1832 hergestellt, wobei täglich etwa 270.000 Stück produziert und weltweit versandt werden.
Clara Aue, Haubenköchin und Küchenchefin im "Heu & Gabel" am Meidlinger Markt, komplettiert das Trio der porträtierten Gastronominnen. Die Gault-Millau-Newcomerin des Jahres 2022 versteht Nachhaltigkeit nicht als Trend, sondern als Selbstverständlichkeit – von der ganzheitlichen Verwertung von Lebensmitteln bis zur bewussten Produktwahl.
Das Restaurant "Heu & Gabel" liegt strategisch günstig am Meidlinger Markt, einem der traditionellen Wiener Märkte, der lokale Produzenten und frische Produkte direkt vor die Küchentür bringt. Diese Lage ermöglicht es Aue, ihre Philosophie der Nose-to-Tail-Verwertung und der ultra-regionalen Küche konsequent umzusetzen. Sie arbeitet eng mit Bauern aus dem Wiener Umland zusammen und bezieht ihre Zutaten zu einem Großteil im Umkreis von 50 Kilometern.
Aues Ansatz der Nachhaltigkeit geht über die reine Produktwahl hinaus. In ihrer Küche wird bewusst auf Lebensmittelverschwendung verzichtet, Reste werden kreativ weiterverwendet, und auch bei der Ausstattung wird auf umweltfreundliche Alternativen gesetzt. Diese ganzheitliche Herangehensweise macht das "Heu & Gabel" zu einem Vorreiter der nachhaltigen Gastronomie in Wien.
Die Porträt-Serie der drei Gastronominnen ist Teil der Wiener Frauenwoche, die rund um den internationalen Frauentag stattfindet. Stadträtin Barbara Novak betont: "Wien ist die Stadt der Frauen – und ihrer Gestalterinnen. Mit der Wiener Frauenwoche und dem Kulinarikjahr des WienTourismus ‚Vienna Bites' zeigen wir mit Nachdruck, wie Frauen die Gastronomie dieser Stadt mit unternehmerischem Mut und Kreativität prägen."
Die Frauenwoche umfasst zahlreiche Aktivitäten verschiedener städtischer Einrichtungen und zielt darauf ab, nicht nur Präsenz zu zeigen, sondern echte Solidarität, Anerkennung und Chancengleichheit als Fundament einer zukunftsfähigen Wirtschaft zu fördern. Diese Initiative spiegelt Wiens Selbstverständnis als progressive, gleichberechtigte Stadt wider.
Ergänzend zur Gastronominierinnen-Serie präsentiert der WienTourismus den City Guide "14 Frauen, 14 Orte" in der App ivie. Dieser digitale Stadtführer erzählt die Geschichten bemerkenswerter Frauen, die Wien geprägt haben: von Wissenschaftlerinnen, die die Kernspaltung entdeckten und den Friedensnobelpreis erhielten, über Kämpferinnen für Frauenrechte bis zu Künstlerinnen, die großartige Werke geschaffen haben.
Die App ivie (ivie.wien.info) wurde speziell für Wien-Besucher entwickelt und bietet interaktive Stadtrundgänge, Insider-Tipps und kulturelle Hintergrundinformationen. Der Frauen-Guide erweitert das Angebot um eine wichtige historische und gesellschaftliche Dimension und macht deutlich, wie sehr weibliche Persönlichkeiten die Entwicklung Wiens beeinflusst haben.
Die strategische Ausrichtung der Kampagne auf verschiedene internationale Märkte zeigt die globale Ambition des WienTourismus. Neben den etablierten europäischen und amerikanischen Social-Media-Plattformen Instagram, TikTok und LinkedIn werden auch die chinesischen Kanäle WeChat und Weibo bespielt. Diese Diversifizierung reflektiert die wachsende Bedeutung des asiatischen Marktes für den Wiener Tourismus.
China entwickelt sich zu einem der wichtigsten Fernmärkte für Wien. Vor der Pandemie verzeichnete Wien kontinuierlich steigende Besucherzahlen aus China, und die chinesischen Touristen gelten als besonders kulturinteressiert und ausgabenfreudig. Die Nutzung von WeChat und Weibo – den wichtigsten sozialen Netzwerken in China – ermöglicht es, diese Zielgruppe direkt und authentisch zu erreichen.
Die internationale Positionierung der Wiener Küche hat erhebliche wirtschaftliche Auswirkungen. Kulinarik-Tourismus ist einer der am schnellsten wachsenden Bereiche der Tourismusbranche. Studien zeigen, dass Reisende, die primär wegen kulinarischer Erlebnisse reisen, überdurchschnittlich hohe Ausgaben tätigen und längere Aufenthalte buchen.
Für Wien bedeutet dies konkret: Jeder zusätzliche Tag Aufenthalt durch kulinarische Attraktionen generiert durchschnittlich 180 bis 250 Euro pro Person an zusätzlichen touristischen Einnahmen. Bei den jährlich rund 17 Millionen Nächtigungen in Wien kann eine erfolgreiche Kulinarik-Positionierung erhebliche volkswirtschaftliche Effekte erzielen.
Die Wiener Küche, die heute international vermarktet wird, hat eine jahrhundertelange Entwicklungsgeschichte. Sie entstand aus der Verschmelzung verschiedener kulinarischer Traditionen der Habsburger Monarchie. Ungarische Gulasch-Traditionen, böhmische Knödel-Kunst, italienische Pasta-Kultur und französische Kochkunst flossen zusammen und bildeten jenen einzigartigen Stil, der heute als "Wiener Küche" bekannt ist.
Die k.u.k.-Zeit prägte nicht nur die Rezepturen, sondern auch die Gastro-Kultur Wiens. Das Kaffeehaus als soziale Institution, die Heurigenkultur mit ihren Weingärten mitten in der Millionenmetropole und die Tradition der Wiener Mehlspeisen sind direkte Erben dieser historischen Entwicklung. Diese kulturhistorische Tiefe macht die Wiener Küche für internationale Touristen besonders attraktiv, da sie nicht nur Geschmack, sondern auch Geschichte und Kultur vermittelt.
Die drei porträtierten Köchinnen stehen beispielhaft für eine neue Generation von Gastronomen, die traditionelle Wiener Küche modern interpretiert, ohne ihre Wurzeln zu verlieren. Parvin Razavi etwa kreiert moderne Variationen klassischer Gerichte wie Wiener Schnitzel oder Tafelspitz, verwendet dabei aber ausschließlich regionale und nachhaltige Zutaten.
Diese Evolution der Wiener Küche spiegelt gesellschaftliche Veränderungen wider: Bewusstsein für Nachhaltigkeit, Interesse an der Herkunft von Lebensmitteln und der Wunsch nach authentischen, aber zeitgemäßen Geschmackserlebnissen prägen die moderne Gastronomie. Die Wiener Spitzenköchinnen verstehen es, diese Trends aufzugreifen und gleichzeitig die Essenz der traditionellen Wiener Küche zu bewahren.
Wien positioniert sich mit der "Vienna Bites"-Kampagne in direkter Konkurrenz zu anderen europäischen Gastronomiemetropolen wie Paris, Lyon, Barcelona oder Kopenhagen. Jede dieser Städte hat eigene kulinarische Stärken entwickelt: Paris mit seiner klassischen französischen Haute Cuisine, Kopenhagen mit der Neuen Nordischen Küche rund um das Noma, Barcelona mit seiner innovativen Tapas-Kultur.
Wiens Vorteil liegt in der einzigartigen Mischung aus historischer Tradition und moderner Innovation. Während andere Städte entweder sehr traditionell oder sehr modern auftreten, gelingt Wien die Balance zwischen beiden Welten. Die k.u.k.-Geschichte bietet authentische Geschichten und Rezepturen, während die moderne Spitzengastronomie internationale Standards erfüllt.
Im deutschsprachigen Raum konkurriert Wien hauptsächlich mit München, Berlin und Zürich. München setzt stark auf die bayerische Bierkultur und Wirtshauskultur, Berlin auf internationale Vielfalt und Street Food, Zürich auf Luxusgastronomie. Wien kann sich mit seiner einzigartigen Kombination aus Kaffeehaus-Kultur, Heurigenkultur und Spitzengastronomie von diesen Konkurrenten differenzieren.
Die internationale Vermarktung der Wiener Gastronomieszene hat Auswirkungen weit über die Stadtgrenzen hinaus. Wien fungiert als Tor zu Österreich und prägt maßgeblich das internationale Image des gesamten Landes. Eine erfolgreiche Positionierung als Gourmet-Destination kann den österreichischen Tourismus insgesamt stärken.
Österreich wird international oft primär mit Alpentourismus, Skifahren und klassischer Musik assoziiert. Die kulinarische Komponente war bisher unterrepräsentiert, obwohl österreichische Küche und Weine international durchaus geschätzt werden. Die "Vienna Bites"-Kampagne kann dazu beitragen, diese Lücke zu schließen und Österreich auch als kulinarisches Reiseziel zu etablieren.
Für andere österreichische Regionen entstehen dadurch Spillover-Effekte: Touristen, die wegen der Wiener Küche nach Österreich kommen, besuchen oft auch andere Bundesländer und entdecken dabei regionale Spezialitäten wie Salzburger Nockerl, Kärntner Nudeln oder steirisches Kürbiskernöl.
Die Fokussierung auf weibliche Führungskräfte in der Gastronomie entspricht einem globalen Trend. In den letzten Jahren haben Köchinnen wie Clare Smyth, Dominique Crenn oder Ana Ros internationale Anerkennung erhalten und neue Standards gesetzt. Wien positioniert sich mit der Präsentation seiner Spitzenköchinnen in diesem internationalen Kontext.
Nachhaltigkeit wird zum entscheidenden Faktor im Gastronomie-Tourismus. Touristen achten zunehmend auf die Umweltauswirkungen ihrer Reisen und bevorzugen Destinationen, die nachhaltige Praktiken fördern. Clara Aues Philosophie der nachhaltigen Küche und Parvin Razavis Fokus auf Regionalität sprechen diese wachsende Zielgruppe direkt an.
Die Nutzung verschiedener Social-Media-Plattformen für verschiedene Zielmärkte zeigt die Professionalisierung des Tourismus-Marketings. Instagram und TikTok erreichen primär jüngere, westliche Zielgruppen, während WeChat und Weibo den chinesischen Markt erschließen. LinkedIn spricht Geschäftstouristen und MICE-Kunden an.
Diese plattformspezifische Ansprache erfordert unterschiedliche Content-Strategien: TikTok-Videos sind kurz und visuell ansprechend, LinkedIn-Beiträge sind informativer und business-orientiert, WeChat-Inhalte sind stärker textlastig und kulturell angepasst. Der WienTourismus demonstriert mit diesem Ansatz modernes, zielgruppengerechtes Marketing.
Die Messung der Kampagnen-Erfolge erfolgt plattformspezifisch: Views, Likes, Shares und Kommentare auf den verschiedenen Kanälen werden analysiert und für die Optimierung künftiger Kampagnen genutzt. Der Erfolg des Vampirfilms mit 40 Millionen Views zeigt die Reichweite moderner digitaler Kampagnen.
Die "Vienna Bites"-Kampagne ist als langfristige Initiative bis 2026 angelegt und wird die internationale Positionierung Wiens nachhaltig prägen. Die Fokussierung auf weibliche Führungskräfte entspricht nicht nur aktuellen gesellschaftlichen Trends, sondern setzt auch ein Zeichen für Diversität und Gleichberechtigung in der Gastronomie.
Für die drei porträtierten Köchinnen bedeutet die internationale Aufmerksamkeit eine erhebliche Steigerung ihrer Bekanntheit und ihres beruflichen Profils. Internationale Medienaufmerksamkeit, Einladungen zu Gastro-Events und mögliche Kooperationen mit internationalen Restaurants sind wahrscheinliche Folgen der Kampagne.
Wien könnte sich langfristig als eine der führenden Gastronomie-Destinationen Europas etablieren. Die Kombination aus historischer Authentizität, moderner Kochkunst und nachhaltigen Praktiken spricht die wichtigsten Trends im Gastronomie-Tourismus an. Die Präsentation weiblicher Führungskräfte verstärkt dieses positive Image zusätzlich.
Die Initiative zeigt exemplarisch, wie moderne Städte ihre kulturellen und kulinarischen Ressourcen strategisch vermarkten können. Wien nutzt seine einzigartigen Stärken – die Verbindung von Tradition und Innovation – und präsentiert sie über zeitgemäße Kanäle einem internationalen Publikum. Diese Herangehensweise könnte Modellcharakter für andere Städte entwickeln, die ihre gastronomische Identität international positionieren wollen.