Im Gemeinderat wurden Förderrichtlinien zu "Förderungen für Demokratie und Beteiligung" sowie "Kleinprojekte für Demokratie und Beteiligung" mehrheitlich beschlossen.
Mit mehrheitlicher Zustimmung genehmigten die Mandatare die Förderrichtlinien "Förderungen für Demokratie und Beteiligung" sowie "Kleinprojekte für Demokratie und Beteiligung". Die Debatte zeigte unterschiedliche Auffassungen über den Weg zu mehr Bürgerbeteiligung in Wien.
ÖVP-Gemeinderätin Sabine Keri übte grundlegende Kritik an der Demokratie-Strategie; sie sagte, es handele sich weniger um eine konkrete Strategie als um einen sich veränderndes Papier und nannte das "Ausländer-Wahlrecht" weiterhin als Ziel, was sie inakzeptabel fand. Sie kritisierte außerdem die Zusammensetzung der Jury für die Vergabe der Kleinprojekt-Förderungen, da manche Jurymitglieder selbst von städtischen Fördergeldern abhängig seien, und forderte, auch Personen zu Wort kommen zu lassen, "die nicht am Fördertrog der Stadt Wien hängen".
FPÖ-Gemeinderat Harald Stark erklärte, Demokratie in Wien und Österreich funktioniere gut, kritisierte jedoch, dass der Gemeinderat mitunter Entscheidungen vor dem Abschluss von Petitionen treffe oder Projekte gegen den Willen der Bevölkerung durchsetze. Er bemängelte die Intransparenz bei Förderanträgen und dass Ablehnungen von Förderungen nicht begründet würden.
Grüne-Gemeinderätin Dr. Jennifer Kickert kritisierte das Fehlen eines Förderberichts für die Projekte aus dem Vorjahr und mangelnde Transparenz bei der Verwendung der Fördermittel. Sie sagte, auf der Homepage der Demokratiehauptstadt-Initiative seien hunderte Termine verzeichnet, viele davon jedoch von etablierten, bereits von der Stadt geförderten Institutionen durchgeführt worden. Kickert forderte eine Öffnung der Stadtpolitik durch Mitmachelemente und Entscheidungsprozesse, die direkt Betroffene einbeziehen.
Trotz ihrer Kritik verteidigte Kickert die Rahmenbedingungen für die Auswahl der Projekte anhand der Demokratie-Strategie und betonte, dass es einer verbindlichen Grundlage für Förderentscheidungen bedürfe, um Willkür zu verhindern.
NEOS-Gemeinderat Thomas Weber hob hervor, dass die Kombination aus Förderungen für größere Projekte und Kleinprojekten den Zugang zu Initiativen in den Grätzeln stärken könne. Er lobte die Arbeit des Büros für Mitwirkung der Stadt, das die Programme sichtbar mache und Menschen durch Teilhabe zu Gestalter*innen mache. Weber verwies außerdem auf die Bedeutung, das Vertrauen in die Demokratie zu erhalten und zu stärken, insbesondere bei jungen Menschen, die der Politik zunehmend misstrauen könnten.
SPÖ-Gemeinderätin Mag. Nina Abrahamczik erklärte, die Handlungsfelder der Förderungen seien breit genug aufgestellt, um viele Projekte einzubeziehen. Sie verteidigte die Zusammensetzung der Jury mit dem Argument, auf erfahrene Kooperationspartner zurückgreifen zu können, und verwies auf einen ausführlichen Bericht mit Details, der auf der Homepage der Initiative Demokratiehauptstadt veröffentlicht worden sei. Abrahamczik betonte zudem, dass Demokratie ein Prozess sei, der sich an neue Herausforderungen anpassen müsse.
Der Gemeinderat beschäftigte sich außerdem mit dem Plandokument Nr. 8451 für Kaiserebersdorf und Simmering, das einen Schulzubau betrifft. Grüne-Gemeinderätin Mag. Heidemarie Sequenz sagte, der Zubau sei offenbar wegen fehlender Mittel "abgeblasen" worden; die Ausgleichsflächen bestünden aus dem Lehrer*innen-Parkplatz und einer Fläche mit Containerklassen. FPÖ-Gemeinderat Paul Johann Stadler kritisierte hohe Auflagen und befürchtete Versiegelung von Grünflächen. SPÖ-Gemeinderat Dipl.-Ing. Omar Al-Rawi verwies auf den Stadterweiterungsplan und erklärte, es gebe noch keinen Zeitplan für den Bau, die Stadt treffe allerdings Vorbereitungen für die Umsetzung.
Grüne-Gemeinderätin Christina Wirnsberger berichtete, am geplanten Sportplatz sei eine Feldhamster-Population bekannt geworden; diese Tiere seien rechtlich geschützt, und sie forderte entsprechenden Schutz. Sie brachte außerdem einen Antrag zum Schutz der Frischluftschneisen ein.
Der Beschluss zum Radwegausbau in der Brünner Straße in Wien-Floridsdorf wurde positiv aufgenommen. NEOS-Gemeinderätin Mag. Angelika Pipal-Leixner verwies auf das Radwege-Ausbauprogramm der Stadt und nannte als ein Projekt den rund einen Kilometer langen Radweg auf der Brünner Straße, der an bestehende Radwege anknüpfen und durch 23 neue Bäume ergänzt werden solle.
Abstimmungen: Die Förderungen wurden mehrstimmig beschlossen. Die Anträge der Opposition fanden nicht die notwendige Mehrheit. Ebenso wurden die Flächenwidmung im 11. Bezirk und die Sachkreditgenehmigung für Arbeiten an der Hauptstraße B7 mehrstimmig beschlossen.