Der Wiener Gemeinderat fasste in seiner jüngsten Sitzung mehrere Beschlüsse: Die Villa Beer erhält weitere städtische Unterstützung, Tarifänderungen für die städtischen Bäder treten in Kraft, der Hochstrahlbrunnen wird saniert, und die mehrjährige Vertragsgenehmigung für das Programm „Raus aus Gas“ wurde beschlossen.
Der Wiener Gemeinderat fasste in seiner jüngsten Sitzung mehrere Beschlüsse: Die Villa Beer erhält weitere städtische Unterstützung, Tarifänderungen für die städtischen Bäder treten in Kraft, der Hochstrahlbrunnen wird saniert, und die mehrjährige Vertragsgenehmigung für das Programm „Raus aus Gas“ wurde beschlossen.
Die Villa Beer in Hietzing wird mit weiteren 120.000 Euro von der Stadt Wien unterstützt. GR Prof. Mag. Dr. Gerhard Schmid (SPÖ) verglich das Gebäude mit der Villa Tugendhat in Brünn und bezeichnete es als ein Kulturjuwel und „kulturhistorischen Magnet für Tourismus“. Schmid nannte außerdem, dass ein privater Investor 10 Millionen Euro investiert habe und die Stadt 500.000 Euro über den Altstadterhaltungsfonds sowie 200.000 Euro in den Betrieb investiert habe. Er verwies auf Vermittlungsangebote und darauf, dass auch Schüler*innen Besuche und Übernachtungen vor Ort möglich seien.
Diskussionen gab es um die Änderung der Tarife für die Benützung der städtischen Bäder mit Wirksamkeit 1. Mai 2026. GR Michael Stumpf, BA (FPÖ) kritisierte die Einführung einer neuen Monatskarte mit Lichtbild und bemängelte, das Tarifsystem werde komplizierter und weniger leistbar. Er forderte leistbare Eintrittspreise für Familien und bezeichnete die Wiener Bäder als Teil der öffentlichen Daseinsvorsorge.
GRin Sara do Amaral Tavares da Costa (SPÖ) entgegnete, dass Wien im Unterschied zu vielen anderen Bundesländern einen kostenlosen Wasserzugang biete und die städtischen Bäder allen Wiener*innen ein leistbares Angebot ermöglichten. Sie warnte, ohne Tarifanpassungen könnten langfristig Fragen zur Erhaltbarkeit der Infrastruktur auftauchen und nannte die Monatskarte als Möglichkeit, Besucher*innen ein leistbares Badeangebot zu ermöglichen.
Die Sachkreditgenehmigung für die Instandsetzung des Hochstrahlbrunnens wurde einstimmig angenommen. GRin Mag. (FH) Susanne Haase (SPÖ) bezeichnete den Hochstrahlbrunnen als „ein Symbol für die Wiener Wasserversorgung“ und erklärte, Bausubstanz und Technik seien in die Jahre gekommen; die Sanierung werde knapp 12 Millionen Euro in den nächsten fünf Jahren kosten.
GRin Christina Wirnsberger (GRÜNE) nutzte die Debatte auch, um auf die Lage in der Lobau hinzuweisen. Sie betonte den ökologischen Wert der Lobau, sprach von negativen Auswirkungen durch Wassermangel und nannte das Fischsterben im Februar dieses Jahres als Anlass, ein Maßnahmenpaket zur Rettung der Unteren Lobau zu fordern.
Die mehrjährige Vertragsgenehmigung für das Programm „Raus aus Gas“ wurde mehrstimmig angenommen. GR Dipl.-Ing. Dr. Stefan Gara (NEOS) erklärte, Wien habe früh erkannt, dass die Abhängigkeit von fossilen Energieträgern problematisch sei und verwies auf die Broschüre „100 Projekte Raus aus Gas“, die konkrete Beispiele zeige. Ziel sei, Projekte zu skalieren, um langfristig Energiepreise zu stabilisieren und die Wärmeversorgung sicherzustellen.
GRin Christina Wirnsberger (GRÜNE) kritisierte das Tempos der Umsetzung und bemängelte unter anderem, dass in den „Pioniergebieten“ die Anschlüsse an die Fernwärme unter den Erwartungen lägen. Sie forderte verlässliche Rahmenbedingungen und nannte Preiserhöhungen sowie Gewinnentwicklungen bei Wien Energie als Themen der Debatte. GR Clemens Gudenus (FPÖ) warnte vor einem zu schnellen Ersatz funktionierender Systeme, und GR Mag. Josef Taucher (SPÖ) verteidigte die Strategie der Stadt mit Hinweisen auf den Ausbau erneuerbarer Energien und andere Maßnahmen.
Abstimmungen: Die Förderung der Villa Beer, die Sachkreditgenehmigung für den Hochstrahlbrunnen sowie die mehrjährige Vertragsgenehmigung für „Raus aus Gas“ wurden angenommen. Die Änderung der Bädertarife wurde mehrstimmig angenommen, die Förderung der Villa Beer einstimmig.