Die Wiener Wald- und Wiesen-Charta (WWWC) hat sich als ein visionäres Projekt erwiesen, das die Stadt Wien an die Spitze der europäischen Renaturierungsinitiativen katapultiert hat. Am 27. Juli 2025 veröffentlichte die Stadt Wien ihren neuesten Bericht, der die beeindruckenden Erfolge dieser Initiat
Die Wiener Wald- und Wiesen-Charta (WWWC) hat sich als ein visionäres Projekt erwiesen, das die Stadt Wien an die Spitze der europäischen Renaturierungsinitiativen katapultiert hat. Am 27. Juli 2025 veröffentlichte die Stadt Wien ihren neuesten Bericht, der die beeindruckenden Erfolge dieser Initiative beleuchtet. Doch was steckt hinter dieser Erfolgsgeschichte, die nicht nur Wiens Grünflächen revolutioniert hat, sondern auch als Vorbild für andere Städte in Europa dient?
Die WWWC wurde im April 2021 ins Leben gerufen, basierend auf einem Landtagsbeschluss vom 25. Juni 2020. Die Charta umfasste drei Aktionspläne, die sich auf Wald, Artenvielfalt und Gewässer konzentrierten. Ziel war es, die Grünräume Wiens zu schützen, zu pflegen und nachhaltig zu nutzen. Dieser ambitionierte Plan wurde von der Wiener Umweltschutzabteilung initiiert und von einem breiten Team aus Experten und Stakeholdern unterstützt.
Die Charta definierte zentrale Haltungen und Leitsätze, um die langfristige Sicherung und Förderung von Biodiversität, Klimaschutz und Lebensqualität in Wien zu gewährleisten. Zu den wesentlichen Maßnahmen gehörten:
Diese Maßnahmen wurden in neun thematisch ausgerichteten Subteams umgesetzt. Diese arbeiteten in enger Abstimmung mit Fachleuten und Institutionen zusammen, um die ambitionierten Ziele der Charta zu erreichen.
Die neun Subteams spielten eine entscheidende Rolle bei der Umsetzung der Charta. Sie arbeiteten an einer Vielzahl von Projekten, die von der resilienten Waldbewirtschaftung über innovative Stadtlandwirtschaft bis hin zur nachhaltigen Freizeitmobilität reichten. Ein externes Sounding Board unterstützte das Programm beratend und sicherte die Qualität der Maßnahmen.
Die EU-Verordnung zur Wiederherstellung der Natur verpflichtet die Mitgliedsstaaten dazu, Ökosysteme und Lebensräume in schlechtem ökologischem Zustand schrittweise wiederherzustellen. Wien hat in diesem Rahmen einen umfassenden Wiederherstellungsplan erarbeitet, der vielfältige Themenbereiche abdeckt:
Besonders in urbanen Räumen sind zusätzliche Maßnahmen zur Steigerung von Biodiversität, Grünanteil und Baumüberschirmung erforderlich. Wien hat sich dieser Herausforderung gestellt und beeindruckende Fortschritte erzielt.
Ein zentrales Ergebnis der Charta ist der Ankauf des ehemaligen ÖBB-Verschiebebahnhofs Breitenlee, der nun zu einem 90 Hektar großen Naturschutz-Areal umgewandelt wurde. Mithilfe des nationalen Biodiversitätsfonds konnte die Finanzierung dieses Projekts nahezu vollständig gesichert werden.
Im Rahmen eines EU-Förderprojekts sollen invasive Pflanzen beseitigt und neue Lebensräume für Reptilien, Amphibien und zahlreiche weitere Arten geschaffen werden. Eine Weidelandschaft mit Rindern und Ziegen wird zur nachhaltigen Pflege des Gebiets beitragen. Die Entsiegelung von bislang versiegelten Flächen ist ein weiterer wesentlicher Aspekt der Renaturierung.
Die Maßnahmen der WWWC haben nicht nur die ökologische Gesundheit Wiens verbessert, sondern auch die Lebensqualität der Bewohner erhöht. Die Wiener können nun von einer verbesserten Luftqualität, mehr Grünflächen und einer höheren Biodiversität profitieren. Die Schaffung von Erholungsgebieten und die Förderung von Umweltbildung tragen dazu bei, das Bewusstsein der Bevölkerung für den Naturschutz zu stärken.
Ein führender Umweltexperte lobt die Wiener Initiative: "Die Wiener Wald- und Wiesen-Charta ist ein Paradebeispiel dafür, wie städtische Renaturierung erfolgreich umgesetzt werden kann. Die Stadt hat gezeigt, dass es möglich ist, wirtschaftliches Wachstum und Umweltschutz in Einklang zu bringen."
Wien ist nicht die einzige Stadt in Österreich, die Renaturierungsmaßnahmen umsetzt. Auch andere Bundesländer wie Niederösterreich und die Steiermark haben ähnliche Initiativen gestartet. Doch Wien hebt sich durch die umfassende und koordinierte Umsetzung der Maßnahmen ab.
In Niederösterreich wurde ebenfalls ein Naturschutzplan entwickelt, der sich auf den Schutz von Feuchtgebieten und die Wiederherstellung von Flussauen konzentriert. Die Steiermark hat sich hingegen auf die Förderung von Bergwiesen und die Renaturierung von Almflächen spezialisiert. Während diese Projekte beeindruckend sind, zeigt das Wiener Modell, wie eine Stadt erfolgreich eine Vielzahl von Maßnahmen in einem städtischen Umfeld umsetzen kann.
Die Erfolge der Wiener Wald- und Wiesen-Charta sind erst der Anfang. Die Stadt plant, ihre Renaturierungsbemühungen weiter auszubauen und neue Projekte zu initiieren. Ein Schwerpunkt wird auf der Schaffung von mehr Grünflächen und der Verbesserung der städtischen Biodiversität liegen.
Langfristig ist es geplant, das Naturjuwel Breitenlee durch eine sorgfältig geplante Wegeführung und Aussichtsplattformen für die Bevölkerung erlebbar zu machen. Dies wird nicht nur den Naturschutz fördern, sondern auch den Wienern einen unvergleichlichen Zugang zur Natur bieten.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Wiener Wald- und Wiesen-Charta ein herausragendes Beispiel für erfolgreiche städtische Renaturierung ist. Die Stadt hat gezeigt, dass es möglich ist, die Herausforderungen des Klimawandels und des Artensterbens anzugehen und gleichzeitig die Lebensqualität der Bevölkerung zu verbessern. Die kommenden Jahre werden zeigen, wie Wien weiterhin eine Vorreiterrolle im Bereich des urbanen Naturschutzes einnehmen wird.