Am 30. Januar 2026 erschüttert eine Nachricht die österreichische Hauptstadt: Der assistierte Suizid eines jungen ME/CFS-Patienten wird öffentlich angekündigt. Diese tragische Entwicklung wirft ein grelles Licht auf die Missstände im österreichischen Gesundheitssystem, insbesondere in Bezug auf die
Am 30. Januar 2026 erschüttert eine Nachricht die österreichische Hauptstadt: Der assistierte Suizid eines jungen ME/CFS-Patienten wird öffentlich angekündigt. Diese tragische Entwicklung wirft ein grelles Licht auf die Missstände im österreichischen Gesundheitssystem, insbesondere in Bezug auf die Versorgung von Patienten mit Myalgischer Enzephalomyelitis/Chronischem Fatigue-Syndrom (ME/CFS). Der Wiener Patientenanwalt Dr. Gerhard Jelinek zeigt sich tief betroffen und kritisiert die unzureichende Unterstützung für Betroffene.
ME/CFS ist eine komplexe, chronische Krankheit, die durch extreme Erschöpfung, Schmerzen und kognitive Beeinträchtigungen gekennzeichnet ist. Trotz ihrer Schwere wird die Krankheit oft missverstanden und unterschätzt. In Wien gibt es keine ausreichenden stationären Einrichtungen für ME/CFS-Patienten, was die Situation für Betroffene und ihre Familien immens erschwert. Der Aufbau eines Kompetenzzentrums in Wien schreitet nur langsam voran, und viele Patienten sind gezwungen, teure Wahlarztbesuche in Anspruch zu nehmen.
Historisch gesehen war ME/CFS lange Zeit eine wenig erforschte und oft als psychosomatisch abgetane Erkrankung. Erst in den letzten Jahrzehnten hat sich das Verständnis für die Krankheit verbessert, doch die Versorgungslage bleibt prekär. In Österreich sind die Bemühungen zur Verbesserung der Versorgungssituation noch in den Anfängen, im Gegensatz zu Ländern wie Deutschland oder der Schweiz, wo spezialisierte Zentren bereits etabliert sind.
In Deutschland gibt es bereits mehrere spezialisierte Kliniken, die sich der Behandlung von ME/CFS widmen. Auch die Schweiz hat Fortschritte gemacht, indem sie spezialisierte ambulante und stationäre Angebote geschaffen hat. Im Vergleich dazu hinkt Österreich hinterher, was die Versorgung und Anerkennung von ME/CFS betrifft.
Die unzureichende Versorgung hat direkte Auswirkungen auf die Lebensqualität der Betroffenen. Viele sind arbeitsunfähig und erhalten keine angemessene finanzielle Unterstützung. Die fehlende Anerkennung der Krankheit führt oft zu einer Odyssee durch das Gesundheitssystem, ohne dass eine adäquate Behandlung in Sicht ist. Dr. Jelinek betont, dass die mangelnde Empathie und das Unverständnis seitens der Sachverständigen der Pensionsversicherungsanstalt (PVA) die Situation zusätzlich verschärfen.
Statistiken zeigen, dass in Österreich schätzungsweise 25.000 Menschen an ME/CFS leiden. Die Dunkelziffer könnte jedoch höher sein, da viele Fälle nicht diagnostiziert werden. Die finanzielle Belastung durch private Behandlungen und fehlende staatliche Unterstützung zwingt viele Betroffene in die Armut.
Dr. Jelinek fordert eine intensivere Forschung und bessere finanzielle Unterstützung für die Betroffenen. Derzeit sind es vor allem private Initiativen, wie die WE&ME Foundation, die durch Spenden und Charity-Events Mittel für die Forschung bereitstellen. Ohne ausreichende staatliche Unterstützung bleibt die Hoffnung auf Fortschritte in der Behandlung und Anerkennung der Krankheit gering.
Die Zukunft der ME/CFS-Versorgung in Wien hängt von politischen Entscheidungen und der Bereitschaft ab, in die Gesundheit der Bürger zu investieren. Ein Kompetenzzentrum könnte eine zentrale Rolle spielen, um die Versorgung zu verbessern und den Betroffenen eine bessere Lebensqualität zu ermöglichen. Die Anerkennung von ME/CFS als ernsthafte Erkrankung ist ein entscheidender Schritt, um die notwendigen Ressourcen bereitzustellen.
Die Situation der ME/CFS-Patienten in Wien ist alarmierend und erfordert dringende Maßnahmen. Die Politik ist gefordert, die Versorgungssituation zu verbessern und die Krankheit als ernsthafte gesundheitliche Herausforderung anzuerkennen. Nur durch gemeinsames Handeln können wir die Lebensqualität der Betroffenen nachhaltig verbessern. Was denken Sie, welche Schritte sollten als nächstes unternommen werden? Diskutieren Sie mit uns!