Die diesjährige Ausgabe des Festivals WIENWOCHE, das vom 12. bis 21. September 2025 in Wien stattfindet, verspricht, mit dem provokanten Titel „Breathe Again“ die Masken des Imperialismus zu lüften. In einer Zeit, in der viele Menschen das Gefühl haben, dass ihnen die Luft zum Atmen genommen wird, z
Die diesjährige Ausgabe des Festivals WIENWOCHE, das vom 12. bis 21. September 2025 in Wien stattfindet, verspricht, mit dem provokanten Titel „Breathe Again“ die Masken des Imperialismus zu lüften. In einer Zeit, in der viele Menschen das Gefühl haben, dass ihnen die Luft zum Atmen genommen wird, zielt das Festival darauf ab, gesellschaftliche und historische Verkrustungen aufzubrechen.
WIENWOCHE ist nicht nur ein Festival, es ist eine Plattform, die künstlerische und aktivistische Mittel nutzt, um auf drängende gesellschaftliche Fragen aufmerksam zu machen. Der diesjährige Fokus liegt auf dem Imperialismus und seinen Auswirkungen auf heutige Gesellschaften. Aber was genau ist Imperialismus?
Der Begriff Imperialismus beschreibt die Politik eines Staates, seine Macht durch die Kontrolle anderer Länder oder Völker zu erweitern. Historisch gesehen wurde dies oft durch Kolonialisierung erreicht. Länder wie das britische Empire oder die Habsburger-Monarchie bauten riesige Reiche auf, deren Auswirkungen bis heute spürbar sind.
WIENWOCHE 2025 stellt Fragen wie: Wo manifestiert sich Imperialismus heute? Welche Folgen hat er für Gesellschaften, die einst kolonialisiert wurden? Und wie können wir widerständiges Wissen und Praktiken entwickeln, um diese Strukturen zu durchbrechen?
Das Festival beleuchtet historische Aspekte, wie den Umgang mit dem Erbe der Habsburger-Monarchie und des deutschen Kaiserreichs. Ein besonderes Highlight ist die Diskussion über die aztekische Federkrone „El Penacho“, die im Weltmuseum Wien ausgestellt ist und deren Rückkehr nach Mexiko bisher verweigert wurde.
Die Rückgabe von Kulturgütern ist ein heiß diskutiertes Thema. Viele Artefakte wurden während der Kolonialzeit geraubt oder unter fragwürdigen Umständen erworben. Die Rückführung solcher Objekte ist ein wichtiger Schritt zur Anerkennung und Wiedergutmachung der kolonialen Vergangenheit.
Ein weiteres Beispiel ist die Nofretete-Büste im Neuen Museum Berlin, die als Symbol kolonialer Aneignung gilt. WIENWOCHE greift diese Themen auf und fordert eine kritische Auseinandersetzung mit der imperialistischen Vergangenheit.
Doch Imperialismus ist nicht nur ein Relikt der Vergangenheit. Das Festival thematisiert auch die imperialistischen Zonen der Gegenwart, wie die Gewaltregime an den EU-Außengrenzen und die Ausbeutung von Bodenschätzen in sogenannten „strategischen Partnerländern“.
Die Europäische Union wird oft für ihre Rolle in der Ausbeutung natürlicher Ressourcen kritisiert. Der Bedarf an Rohstoffen führt dazu, dass Länder in Afrika und Asien unter ökologischen und sozialen Folgen leiden. WIENWOCHE fordert hier ein Umdenken und nachhaltige Alternativen.
Das Festival bietet eine Vielzahl von Projekten, die sich mit imperialistischen Strukturen auseinandersetzen. Von der invasiven Pflanzenart „Großer Bärenklau“, die als Metapher für imperialistische Diplomatie dient, bis hin zu FLINTA, die patriarchale Strukturen in der Hiphop-Kultur aufbrechen.
Kunst ist ein mächtiges Werkzeug, um gesellschaftliche Missstände sichtbar zu machen. Sie kann provozieren, zum Nachdenken anregen und Veränderungen anstoßen. WIENWOCHE nutzt diese Kraft, um komplexe Themen für ein breites Publikum zugänglich zu machen.
WIENWOCHE ist nicht nur für Kunstliebhaber. Es richtet sich an alle, die sich für gesellschaftliche Fragen interessieren. Das Programm ist vielfältig und bietet für jeden etwas – von Ausstellungen über Performances bis hin zu Diskussionen.
Das Festival arbeitet mit verschiedenen Organisationen zusammen, darunter das DÖW, das MAK und die „Schwarze Frauen Community“. Diese Kooperationen ermöglichen einen interdisziplinären Austausch und bereichern das Festivalprogramm.
WIENWOCHE 2025 ist ein Weckruf. Es fordert uns auf, die imperialistischen Strukturen unserer Gesellschaft zu hinterfragen und aktiv an ihrer Veränderung mitzuwirken. Die Auseinandersetzung mit diesen Themen ist nicht nur für die Gegenwart relevant, sondern auch für die Zukunft.
Experten sind sich einig: Nur durch die Auseinandersetzung mit der Vergangenheit können wir eine gerechtere Zukunft gestalten. WIENWOCHE leistet hierzu einen wichtigen Beitrag und zeigt, dass Kunst und Aktivismus Hand in Hand gehen können.
Für weitere Informationen und zur Anmeldung für die Pressekonferenz am 4. September 2025 besuchen Sie diesen Link.