Bis zu acht Zentimeter Neuschnee und Kettenpflicht auf mehreren Straßen – Autofahrer müssen mit schwierigen Bedingungen rechnen
Schneefall sorgt in Niederösterreich für salznasse und matschige Fahrbahnen. Der Straßendienst ist im Großeinsatz, auf mehreren Strecken gilt Kettenpflicht.
Der Winter hat Niederösterreich fest im Griff: Am heutigen Morgen meldete der Straßendienst des Landes großflächig salznasse und matschige Fahrbahnen im gesamten Landesgebiet. Die Räum- und Streufahrzeuge sind seit den frühen Morgenstunden im Einsatz, um die Verkehrssicherheit auf den niederösterreichischen Straßen zu gewährleisten.
Die Situation auf den Straßen Niederösterreichs ist derzeit herausfordernd. Während in vielen Gebieten die Fahrbahnen durch den intensiven Winterdienst salznass oder matschig sind, müssen Verkehrsteilnehmer in einigen Regionen mit gestreuten Schneefahrbahnen rechnen. Besonders tückisch: An exponierten Stellen kommt es zur Bildung von Reifglätte, die für Autofahrer eine zusätzliche Gefahr darstellt.
Der Straßendienst des Landes Niederösterreich hat alle verfügbaren Kräfte mobilisiert. Die erforderlichen Räum- und Streueinsätze laufen auf Hochtouren, um die Verkehrswege so schnell wie möglich wieder sicher befahrbar zu machen. Dennoch sollten Autofahrer ausreichend Zeit für ihre Fahrten einplanen und ihre Geschwindigkeit den winterlichen Verhältnissen anpassen.
Für Fahrzeuge mit einem Gewicht über 3,5 Tonnen besteht derzeit auf mehreren Straßenabschnitten Kettenpflicht. Diese Regelung betrifft aktuell folgende Strecken:
Lenker von Lkw und anderen schweren Fahrzeugen sollten diese Streckenabschnitte nur mit entsprechender Ausrüstung befahren. Bei Nichtbeachtung der Kettenpflicht drohen nicht nur empfindliche Strafen, sondern auch erhebliche Gefahren für den Fahrer selbst und andere Verkehrsteilnehmer.
Die Temperaturen in Niederösterreich zeigten heute Früh ein sehr unterschiedliches Bild. Während in Neunkirchen frostige minus vier Grad Celsius gemessen wurden, lagen die Werte in anderen Landesteilen deutlich höher. In Mank, Amstetten, Waidhofen an der Ybbs und Krems wurden plus vier Grad Celsius registriert – ein Temperaturunterschied von beachtlichen acht Grad innerhalb des Bundeslandes.
Diese starken regionalen Unterschiede machen die Arbeit des Winterdienstes besonders anspruchsvoll. Während in den kälteren Regionen klassische Winterdienstmaßnahmen mit Salz und Splitt erforderlich sind, können die milderen Temperaturen andernorts zu schnellerem Abschmelzen des Schnees führen – was wiederum die Gefahr von Aquaplaning erhöht.
Die Neuschneemengen variieren je nach Region erheblich. Am meisten Schnee fiel im Mostviertel, wo in Lilienfeld bis zu acht Zentimeter Neuschnee gemessen wurden. Das Waldviertel folgt mit Schneemengen von bis zu sieben Zentimetern, die in Geras, Raabs an der Thaya und Waidhofen an der Thaya registriert wurden.
Im Weinviertel fielen bis zu fünf Zentimeter Neuschnee. Betroffen sind hier vor allem die Gebiete um Groß Enzersdorf, Mistelbach und Wolkersdorf. Am wenigsten Schnee gab es im Industrieviertel, wo in Mödling bis zu drei Zentimeter gemessen wurden.
Angesichts der aktuellen Straßenverhältnisse empfehlen Experten, einige grundlegende Sicherheitsregeln zu beachten. Autofahrer sollten unbedingt mit Winterreifen unterwegs sein und deren Profiltiefe überprüfen. Die gesetzliche Mindestprofiltiefe beträgt vier Millimeter, für optimale Sicherheit werden jedoch mindestens fünf Millimeter empfohlen.
Darüber hinaus ist es ratsam, den Sicherheitsabstand zum vorausfahrenden Fahrzeug deutlich zu vergrößern. Auf schneebedeckten oder glatten Fahrbahnen kann sich der Bremsweg um ein Vielfaches verlängern. Abrupte Lenkbewegungen und starkes Bremsen sollten vermieden werden, um ein Ausbrechen des Fahrzeugs zu verhindern.
Wer längere Strecken plant, sollte sich vorab über die aktuelle Verkehrslage informieren und ausreichend Zeit einplanen. Auch das Mitführen von warmer Kleidung und einer Decke kann bei längeren Staus im Winter sinnvoll sein.
Für aktuelle Informationen zur Straßenlage in Niederösterreich steht der NÖ Straßendienst unter der Telefonnummer 02742/9005-60268 zur Verfügung. Anfragen können auch per E-Mail an [email protected] gerichtet werden. Die Mitarbeiter informieren über die aktuelle Situation auf den Landesstraßen und geben Auskunft über bestehende Kettenpflichten oder Straßensperren.
Die Landesregierung bittet alle Verkehrsteilnehmer um besondere Vorsicht und gegenseitige Rücksichtnahme auf den winterlichen Straßen Niederösterreichs.