Am 18. November 2025 erlebten Schüler:innen und Lehrlinge in Wien, wie Künstliche Intelligenz (KI) nicht nur die Arbeitswelt verändert, sondern auch neue Chancen eröffnet. Beim siebten WKÖ CodingDay wurde deutlich, dass KI weit mehr ist als ein 'Jobkiller'. Sie kann zum 'Booster' für Inklusion werde
Am 18. November 2025 erlebten Schüler:innen und Lehrlinge in Wien, wie Künstliche Intelligenz (KI) nicht nur die Arbeitswelt verändert, sondern auch neue Chancen eröffnet. Beim siebten WKÖ CodingDay wurde deutlich, dass KI weit mehr ist als ein 'Jobkiller'. Sie kann zum 'Booster' für Inklusion werden, indem sie Menschen mit besonderen Fähigkeiten neue Arbeitsmöglichkeiten bietet.
Der Begriff Künstliche Intelligenz beschreibt Technologien, die in der Lage sind, Aufgaben zu übernehmen, die normalerweise menschliche Intelligenz erfordern. Dazu gehören etwa das Erkennen von Sprache, das Treffen von Entscheidungen oder das Lösen komplexer Probleme. In Österreich wird KI zunehmend als Werkzeug gesehen, um die Wirtschaft zu stärken und soziale Inklusion zu fördern.
Ein Beispiel dafür ist das Projekt „Responsible Annotation“ von Kapsch TrafficCom, das Menschen aus dem Autismus-Spektrum Arbeitsmöglichkeiten bietet. Diese Menschen zeichnen sich durch besondere Fähigkeiten wie Detailgenauigkeit und Ausdauer aus, die beim Trainieren von KI-Systemen von Vorteil sind. Martin Hartl, Vorstand des Vereins zur Förderung einer inklusiven Arbeitswelt, hob in einem Workshop hervor, wie wichtig diese Eigenschaften für das Training von KI sind.
Die Geschichte der Künstlichen Intelligenz in Österreich reicht bis in die 1980er Jahre zurück, als erste Forschungsprojekte an Universitäten starteten. In den letzten Jahrzehnten hat sich viel getan: Die Einführung von KI in verschiedenen Branchen hat zu einer Veränderung der Arbeitsprozesse geführt. Insbesondere in den letzten Jahren hat die Digitalisierung den Einsatz von KI in Unternehmen beschleunigt. Heute ist Österreich in Europa für seine innovativen Ansätze im Bereich der KI bekannt.
Im Vergleich zu Deutschland und der Schweiz hat Österreich einen eigenen Weg im Umgang mit KI eingeschlagen. Während Deutschland stark auf die industrielle Anwendung von KI setzt, fokussiert sich Österreich auf die Integration von KI in Bildungs- und Inklusionsprojekte. Die Schweiz hingegen legt großen Wert auf die ethischen Aspekte der KI-Entwicklung. Diese unterschiedlichen Ansätze zeigen, wie vielseitig KI eingesetzt werden kann.
Die Einführung von KI in den Arbeitsmarkt hat konkrete Auswirkungen auf die Bürger:innen. Ein Beispiel ist der Bundeslehrlingshackathon, bei dem 400 Lehrlinge aus 36 Lehrberufen innovative App-Prototypen entwickelten. Diese Veranstaltung zeigt, wie junge Menschen durch die Nutzung von KI neue Fähigkeiten erlernen und anwenden können. Die Lehrlinge präsentierten digitale Lösungen, die von Lern- und Coaching-Apps bis hin zu nachhaltigen Assistenzsystemen reichten.
Für Lehrlinge bedeutet die Teilnahme an solchen Veranstaltungen nicht nur eine Steigerung ihrer digitalen Kompetenzen, sondern auch eine Verbesserung ihrer Teamarbeit und Problemlösungsfähigkeiten. Diese Fähigkeiten sind in der modernen Arbeitswelt von unschätzbarem Wert.
Statistiken zeigen, dass in Österreich derzeit rund 95 Ausbildungsbetriebe an KI-Projekten beteiligt sind. Der Lehrlingshackathon ist ein Bildungsformat der apprentigo und wird seit sieben Jahren gemeinsam mit der Wirtschaftskammer Österreich umgesetzt. Ziel ist es, die digitalen Fähigkeiten der Lehrlinge zu fördern. Über 140 Finalist:innen präsentierten ihre selbst entwickelten digitalen Lösungen, was die Bedeutung solcher Veranstaltungen unterstreicht.
WKÖ-Vizepräsidentin Bettina Dorfer-Pauschenwein betonte, dass der WKÖ CodingDay und der Lehrlingshackathon den digitalen Skills der Lehrlinge eine große Bühne bieten. Martin Puaschitz, Berufsgruppensprecher IT im Fachverband UBIT, sieht in der Veranstaltung eine Initialzündung für viele junge Menschen, sich eingehender mit Themen wie Coding und KI zu beschäftigen.
Die Zukunftsperspektive für KI in Österreich ist vielversprechend. Experten prognostizieren, dass die Nachfrage nach KI-Fachkräften weiter steigen wird. Dies bietet jungen Menschen in Österreich die Möglichkeit, in einem zukunftsorientierten Berufsfeld Fuß zu fassen. Die Integration von KI in Bildungssysteme und Unternehmen wird weiterhin gefördert, um die Wettbewerbsfähigkeit des Landes zu stärken.
Der WKÖ CodingDay 2025 hat eindrucksvoll gezeigt, wie Künstliche Intelligenz nicht nur neue Arbeitsmarktchancen eröffnet, sondern auch zur Inklusion beitragen kann. Für Österreich bedeutet dies, dass junge Menschen bestens auf die Herausforderungen der digitalen Zukunft vorbereitet werden. Die Veranstaltung hat bewiesen, dass in der jungen Generation ein enormes Potenzial steckt, das es zu fördern gilt.
Interessierte Leser:innen können weitere Informationen auf der Website der Wirtschaftskammer Österreich finden.