Am 5. Februar 2026 gab der WWF Österreich bekannt, dass zwei Dämme am Kärntner Radlbach abgerissen werden sollen. Diese Maßnahme zielt darauf ab, einen der längsten, frei fließenden Flussabschnitte in Österreich wiederherzustellen. Insgesamt werden 57 Flusskilometer wieder natürlich und ungehindert
Am 5. Februar 2026 gab der WWF Österreich bekannt, dass zwei Dämme am Kärntner Radlbach abgerissen werden sollen. Diese Maßnahme zielt darauf ab, einen der längsten, frei fließenden Flussabschnitte in Österreich wiederherzustellen. Insgesamt werden 57 Flusskilometer wieder natürlich und ungehindert fließen können. Diese Entscheidung ist ein bedeutender Schritt zur Wiederherstellung des Lebensraums für viele heimische Süßwasserarten.
Der Abbruch der Dämme bietet eine einzigartige Gelegenheit, die ökologische Vielfalt im Radlbach zu fördern. Fachleute sprechen von 'Renaturierung', wenn natürliche Landschaften wiederhergestellt werden, die durch menschliche Eingriffe verändert wurden. Im Falle des Radlbachs bedeutet dies, dass die Flusslandschaft wieder in ihren ursprünglichen Zustand versetzt wird. Diese Maßnahme unterstützt insbesondere bedrohte Fischarten wie die Urforelle, die neue Laichplätze erhalten wird.
Historisch gesehen wurden viele Flüsse in Österreich durch Dämme und andere Bauwerke verändert, um sie für die Energiegewinnung oder den Hochwasserschutz zu nutzen. Seit den 1960er Jahren sind viele Flussabschnitte, darunter auch der Radlbach, von solchen Maßnahmen betroffen. Die Trennung durch Dämme hat nicht nur die Wanderung der Fische behindert, sondern auch die natürliche Dynamik der Flüsse stark eingeschränkt.
Im Vergleich zu anderen Regionen, wie beispielsweise der Schweiz oder Deutschland, ist der Zustand der österreichischen Flüsse besorgniserregend. Während in der Schweiz bereits zahlreiche Projekte zur Renaturierung umgesetzt wurden, hinkt Österreich in vielen Bereichen noch hinterher. In Deutschland gibt es ebenfalls Initiativen zur Renaturierung, allerdings sind die Herausforderungen dort ähnlich groß wie in Österreich.
Die Renaturierung des Radlbachs wird nicht nur die Artenvielfalt fördern, sondern auch den Menschen in der Region zugutekommen. Ein natürlicher Flusslauf kann beispielsweise das Risiko von Hochwasser verringern, da das Wasser besser abfließen kann. Zudem wird die Region für Touristen attraktiver, was der lokalen Wirtschaft zugutekommen könnte. Einheimische Fischer könnten von einer erhöhten Fischpopulation profitieren, was ihre Existenzgrundlage stärkt.
Aktuell sind nur 14 Prozent der österreichischen Flüsse in einem ökologisch sehr guten Zustand. Der WWF betont die Dringlichkeit, naturbasierte Lösungen zu fördern. Diese sind oft effektiver und nachhaltiger als technische Maßnahmen, die in der Vergangenheit bevorzugt wurden. Das Projekt 'Salmon Connect' wird im Rahmen des 'Open Rivers Programme' finanziert, das bereits 197 ähnliche Projekte in Europa unterstützt hat.
Der WWF fordert, dass naturbasierte Lösungen künftig stärker forciert werden. Dies bedeutet, dass der Rückbau von Querbauwerken, wo immer möglich, als vorrangige Option geprüft werden sollte. Die Wiederherstellung intakter Flussökosysteme wird nicht nur die Biodiversität stärken, sondern auch die natürlichen Funktionen der Flüsse wiederherstellen. Die langfristigen Vorteile solcher Maßnahmen könnten auch zur Erreichung internationaler Umweltziele beitragen.
Der Abbruch der Dämme am Radlbach ist ein entscheidender Schritt in Richtung nachhaltiger Umweltschutz in Österreich. Diese Maßnahme zeigt, dass naturbasierte Lösungen eine effektive Alternative zu technischen Eingriffen sein können. Die Renaturierung wird nicht nur die Artenvielfalt fördern, sondern auch positive Auswirkungen auf die lokale Bevölkerung haben. Es bleibt abzuwarten, ob ähnliche Projekte in Zukunft häufiger umgesetzt werden. Interessierte Leser finden weitere Informationen auf der Webseite des WWF.