Zurück
Politik

WWF kritisiert Salzburger Nachtjagd-Pläne: Gefahr für geschützte Arten

3. Dezember 2025 um 06:42
Teilen:

Am 3. Dezember 2025 veröffentlichte der WWF Österreich eine scharfe Kritik an den geplanten Änderungen des Salzburger Jagdgesetzes. Diese Änderungen, die von der Landesregierung vorgeschlagen wurden, ermöglichen eine Ausweitung der Nachtjagd und den Einsatz von Nachtsichtgeräten gegen geschützte Art

Am 3. Dezember 2025 veröffentlichte der WWF Österreich eine scharfe Kritik an den geplanten Änderungen des Salzburger Jagdgesetzes. Diese Änderungen, die von der Landesregierung vorgeschlagen wurden, ermöglichen eine Ausweitung der Nachtjagd und den Einsatz von Nachtsichtgeräten gegen geschützte Arten wie Biber, Wolf und Goldschakal. Laut WWF-Experte Christian Pichler verstößt dieser Ansatz gegen EU-Recht und gefährdet zahlreiche Tiere.

Die umstrittene Novelle des Jagdgesetzes

Das Salzburger Jagdgesetz soll dahingehend geändert werden, dass die Nachtjagd mit elektronischen Bildverstärkern und Wärmebildgeräten erlaubt wird. Diese Geräte, auch als Nachtsichtgeräte bekannt, ermöglichen es Jägern, Tiere in der Dunkelheit zu erkennen und zu erlegen. Während diese Technologie in der Jagd allgemein verwendet wird, ist ihr Einsatz bei geschützten Arten hoch umstritten. Die FFH-Richtlinie der Europäischen Union verbietet nichtselektive Fang- und Tötungsmethoden, um Verwechslungen und unabsichtliche Tötungen zu verhindern.

Historische Entwicklung der Jagdgesetze

Die Jagdgesetze in Österreich haben sich über die Jahre erheblich entwickelt. Ursprünglich waren sie auf den Schutz von Wildbeständen und die Regulierung der Jagdaktivitäten fokussiert. Mit dem Beitritt zur Europäischen Union mussten diese Gesetze jedoch an die strengen EU-Vorschriften angepasst werden, die einen stärkeren Schutz für bedrohte Arten vorsehen. Die aktuellen Pläne der Salzburger Landesregierung stehen im Widerspruch zu diesen Bemühungen, die Artenvielfalt zu schützen.

Vergleich mit anderen Ländern

Ein Blick über die Grenzen zeigt, dass ähnliche Maßnahmen in der Schweiz bereits zu tragischen Vorfällen geführt haben. Ein Wildhüter erschoss drei seltene Luchse, da er sie mit anderen Wildtieren verwechselte. In Deutschland und Österreich sind Jagdpraktiken strenger reguliert, um solche Fehler zu vermeiden. Auch die Schweiz hat daraufhin ihre Regelungen überarbeitet, um den Schutz gefährdeter Arten zu gewährleisten.

Auswirkungen auf die Bürger

Die geplanten Änderungen könnten weitreichende Auswirkungen auf die Bevölkerung haben. Einerseits könnte die erhöhte Jagdaktivität in der Nacht zu einer Störung der Nachtruhe führen. Andererseits besteht die Gefahr, dass geschützte Arten, die auch für den Tourismus von Bedeutung sind, dezimiert werden. Ein Beispiel ist der Biber, der durch seine Aktivitäten Flusslandschaften formt und so zur Biodiversität beiträgt. Ein Rückgang dieser Art könnte das ökologische Gleichgewicht stören und langfristige Auswirkungen auf die Umwelt haben.

Zahlen und Fakten

Der WWF weist darauf hin, dass in den letzten Jahren die Populationen von Bibern und Wölfen in Österreich stabil geblieben sind. Diese Stabilität könnte durch die geplante Gesetzesänderung gefährdet werden. Eine Studie des Bundesumweltministeriums zeigt, dass nichtselektive Jagdmethoden in 20% der Fälle zu unbeabsichtigten Tötungen führen, was die Gefährdung der Artenvielfalt weiter erhöht.

Zukunftsperspektive

Experten sind sich einig, dass die Zukunft des Artenschutzes in einer verstärkten Zusammenarbeit zwischen Behörden, Naturschutzorganisationen und der Bevölkerung liegt. Der WWF fordert daher nicht nur die Rücknahme der Gesetzesänderung, sondern auch eine umfassende Überarbeitung der Jagdregeln, um den Schutz gefährdeter Arten zu stärken. Langfristig könnte dies dazu führen, dass Österreich eine Vorreiterrolle im europäischen Artenschutz einnimmt.

Fazit und Ausblick

Die geplante Novelle des Salzburger Jagdgesetzes hat eine hitzige Debatte ausgelöst. Während die Landesregierung auf die Notwendigkeit einer Regulierung der Wildbestände hinweist, betont der WWF die Gefahren für geschützte Arten. Die kommenden Wochen werden zeigen, ob die Landesregierung den Forderungen des WWF nachkommt. Bis dahin bleibt die Frage offen, wie Österreich den Spagat zwischen Naturschutz und Jagdinteressen meistern wird.

Für weitere Informationen besuchen Sie die offizielle Pressemitteilung des WWF.

Schlagworte

#Biber#EU-Recht#geschützte Arten#Goldschakal#Jagdgesetz#Nachtjagd#Naturschutz#Salzburg#Wolf#WWF

Weitere Meldungen

OTS
FPÖ

Strukturkrise an PH Baden: FPÖ fordert Schubumkehr

23. März 2026
Lesen
OTS
Wirtschaft und Finanzen

Österreich startet historisches Koordinationskomitee für Budgetkonsolidierung

23. März 2026
Lesen
OTS
FPÖ

FPÖ kritisiert Regierung scharf: Spritpreisbremse als Wahlkampftheater

23. März 2026
Lesen
Alle Meldungen anzeigen