Eine erschütternde Realität kommt ans Licht: In Österreich werden Frauen mit Behinderungen systematisch ihrer reproduktiven Selbstbestimmung beraubt. Was nach einem längst überwundenen Kapitel der Medizingeschichte klingt, ist bittere Gegenwart.
Die aktuelle Diskussion rund um Sterilisationen von Frauen* mit Behinderungen, angestoßen durch eine Dokumentation von andererseits, macht ein Thema sichtbar, das viel zu lange im Verborgenen geblieben ist: Zwangssterilisation und Zwangsverhütung.
Die Dokumentation deckt sich mit den wenigen Studien und dem Erfahrungswissen der Expert*innen und Mitglieder* bei FmB – Interessensvertretung Frauen* mit Behinderungen:
Strukturen in Österreich sind vielfach darauf ausgerichtet, dass Frauen* mit Behinderungen – insbesondere Frauen mit Lernschwierigkeiten – keine Mütter werden dürfen. Das zeigt sich in fehlender Unterstützung, in Vorurteilen und in Entscheidungen, die über die Köpfe der Frauen hinweg getroffen werden.
„Wir sprechen hier nicht über Einzelfälle, sondern über ein strukturelles Problem, das tief in unserem Gesellschaftssystem verankert ist. Frauen* mit Behinderungen, ganz besonders Frauen* mit Lernschwierigkeiten, wird das Recht auf Mutterschaft oft von vornherein abgesprochen.“ Heidemarie Egger, Co-Vorsitzende FmB.