Es ist ein gewöhnlicher Herbsttag in Wien, doch etwas Außergewöhnliches steht bevor. Am 13. November 2025 öffnet das Wiener Hilfswerk Nachbarschaftszentrum 22 seine Türen für eine besondere Fotoausstellung, die das Leben im Gemeindebau Rennbahnweg in einem völlig neuen Licht zeigt. Diese Ausstellung
Es ist ein gewöhnlicher Herbsttag in Wien, doch etwas Außergewöhnliches steht bevor. Am 13. November 2025 öffnet das Wiener Hilfswerk Nachbarschaftszentrum 22 seine Türen für eine besondere Fotoausstellung, die das Leben im Gemeindebau Rennbahnweg in einem völlig neuen Licht zeigt. Diese Ausstellung, die bis zum 23. Dezember 2025 kostenlos zugänglich ist, verspricht nicht nur atemberaubende Bilder, sondern auch eine neue Perspektive auf das Leben in einem der größten Gemeindebauten Wiens.
Der Rennbahnweg ist mehr als nur ein Wohnkomplex – es ist ein lebendiges Mosaik aus Geschichten und Erfahrungen. Inmitten der oft negativen Wahrnehmung von Gemeindebauten als Orte sozialer Probleme, hebt die Ausstellung „Mein schöner Rennbahnweg“ die Schönheit und das Gemeinschaftsgefühl dieses einzigartigen Ortes hervor. Unter der künstlerischen Anleitung der Wiener Fotografin Sarah Mau haben die Bewohner ihre Umgebung durch die Linse ihrer Kameras erkundet und festgehalten.
Die Reise begann im Juli 2024 mit der Initiative „Frühstück im Hof“, einem Projekt, das das Ziel hatte, die Bewohner des Rennbahnwegs zusammenzubringen und das Gemeinschaftsgefühl zu stärken. Von gemeinsamen Müllsammelaktionen bis hin zu „Eis im Hof“ – das Nachbarschaftszentrum 22 hat kontinuierlich daran gearbeitet, den sozialen Zusammenhalt zu fördern. Diese kollektiven Bemühungen gipfeln nun in der Fotoausstellung, die sowohl die Schönheit als auch die Herausforderungen des Lebens im Gemeindebau thematisiert.
Der Rennbahnweg ist Heimat für rund 9000 Menschen, die aus verschiedenen kulturellen und sozialen Hintergründen stammen. Diese Vielfalt spiegelt sich in den Fotografien wider, die nicht nur die Architektur, sondern auch die Interaktionen und Beziehungen der Menschen zeigen. Die Ausstellung zielt darauf ab, das öffentliche Bild des Rennbahnwegs zu verändern und die positiven Aspekte des Lebens in einem solchen Umfeld zu betonen.
Ein wesentlicher Bestandteil der Initiative ist die Freiwilligenarbeit. Diese bietet den Bewohnern die Möglichkeit, sich aktiv an der Gestaltung ihres Lebensumfelds zu beteiligen. Die Anerkennung und die sichtbaren Ergebnisse ihrer Arbeit stärken das Selbstbewusstsein und die Identifikation mit dem eigenen Lebensraum. Laut einem Experten für soziale Integration ist die Einbindung der Bewohner in solche Projekte entscheidend für den Erfolg und die Nachhaltigkeit sozialer Initiativen.
Gemeindebauten haben in Wien eine lange Tradition. Sie wurden ursprünglich als Antwort auf die Wohnungsnot nach dem Ersten Weltkrieg errichtet und sind bis heute ein wichtiger Bestandteil der städtischen Infrastruktur. Der Rennbahnweg ist eines der größten Beispiele für diese Art von Wohnbau, der nicht nur Wohnraum, sondern auch Gemeinschaftsstrukturen bietet.
Während Wien für seine Gemeindebauten bekannt ist, gibt es ähnliche Wohnprojekte auch in anderen österreichischen Bundesländern. Diese unterscheiden sich jedoch oft in Größe und Konzept. In Graz und Linz beispielsweise sind die sozialen Wohnbauprojekte kleiner und stärker auf individuelle Bedürfnisse zugeschnitten. Die Ausstellung „Mein schöner Rennbahnweg“ könnte als Modell für ähnliche Projekte in anderen Städten dienen, um das Bewusstsein für die positiven Aspekte des Gemeinschaftslebens zu schärfen.
Die Ausstellung hat das Potenzial, das Selbstbild der Bewohner des Rennbahnwegs positiv zu beeinflussen. Indem sie ihre Umgebung durch die Linse einer Kamera betrachten, entwickeln sie ein neues Verständnis für ihre Heimat und erkennen die Schönheit und Einzigartigkeit ihres Lebensraums. Dies kann zu einem stärkeren Gemeinschaftsgefühl und einer erhöhten Zufriedenheit mit ihrem Wohnumfeld führen.
Die Ausstellung „Mein schöner Rennbahnweg“ ist mehr als nur eine Sammlung von Fotografien. Sie ist ein Schritt in Richtung einer inklusiveren und positiveren Wahrnehmung von Gemeindebauten. In Zukunft könnten ähnliche Projekte in anderen Teilen Wiens und darüber hinaus initiiert werden, um das Bewusstsein für die Bedeutung von Gemeinschaft und Zusammenarbeit zu stärken.
Das Wiener Hilfswerk plant bereits weitere Initiativen, um die sozialen Strukturen in den Gemeindebauten zu stärken. Diese könnten von Bildungsprogrammen bis hin zu kulturellen Veranstaltungen reichen, die das Gemeinschaftsgefühl weiter fördern.
Die Vernissage „Mein schöner Rennbahnweg“ ist ein beeindruckendes Beispiel dafür, wie Kunst und Gemeinschaftsarbeit Hand in Hand gehen können, um positive Veränderungen zu bewirken. Sie zeigt, dass hinter den oft anonymen Fassaden der Gemeindebauten eine reiche und vielfältige Welt voller Geschichten und Erfahrungen steckt. Diese Ausstellung ist eine Einladung an alle, einen Blick in diese Welt zu werfen und die Schönheit und Vielfalt des Lebens im Gemeindebau zu entdecken.
Interessierte sind herzlich eingeladen, die Ausstellung zu besuchen und sich selbst ein Bild von der Vielfalt und dem Gemeinschaftsgeist des Rennbahnwegs zu machen. Weitere Informationen und Details zur Anmeldung finden Sie hier.