Wien, 3. Oktober 2025 – Ein Datum, das in die Geschichte des österreichischen Gesundheitswesens eingehen könnte. Unter dem Motto „Ohne Beteiligung gibt es keine wahre Gesundheit“ fand heute in Wien das Bürger:innenforum statt, das die Patient:innen- und Bevölkerungsbeteiligung stärken soll. Ein ambi
Wien, 3. Oktober 2025 – Ein Datum, das in die Geschichte des österreichischen Gesundheitswesens eingehen könnte. Unter dem Motto „Ohne Beteiligung gibt es keine wahre Gesundheit“ fand heute in Wien das Bürger:innenforum statt, das die Patient:innen- und Bevölkerungsbeteiligung stärken soll. Ein ambitioniertes Projekt, das vom Bundesministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz (BMASGPK) und der Gesundheit Österreich GmbH (GÖG) ins Leben gerufen wurde.
Insgesamt 50 Bürger:innen wurden ausgewählt, um Ideen zu entwickeln, wie Mitsprache und Mitgestaltung im Gesundheitswesen künftig besser gelingen können. Die Zielsetzung ist klar: Das Gesundheitswesen soll sich stärker an den Bedürfnissen der Menschen orientieren. Staatssekretärin Ulrike Königsberger-Ludwig eröffnete das Forum mit eindringlichen Worten: „Ein modernes Gesundheitswesen braucht die Stimme der Bevölkerung. Beteiligung ist kein Zusatz, sondern eine Grundvoraussetzung für gerechte und wirksame Gesundheitsversorgung.“
Die Idee der Bürgerbeteiligung im Gesundheitswesen ist nicht neu. Bereits in den 1970er Jahren wurden in Ländern wie Schweden und Dänemark erste Modelle entwickelt, die Bürger:innen mehr Mitspracherecht einräumten. Diese Länder gelten heute als Vorreiter in Sachen partizipativer Gesundheitsversorgung. Österreich zieht nun nach und versucht, diese erfolgreichen Modelle an die eigenen Bedürfnisse anzupassen.
Im Vergleich zu anderen Bundesländern in Österreich zeigt sich, dass Wien mit diesem Forum einen wichtigen Schritt in Richtung Mitbestimmung geht. Andere Bundesländer wie Tirol und Vorarlberg haben bereits kleinere Initiativen gestartet, jedoch nicht in diesem Umfang. Die bundesweite Beteiligung könnte als Vorbild für weitere Regionen dienen.
Im Vorfeld des Forums hatten alle Interessierten die Möglichkeit, über eine Online-Umfrage auf der Beteiligungsplattform für Gesundheit ihre Perspektive für mehr Mitgestaltung im Gesundheitswesen einzubringen. Insgesamt wurden rund 6.000 zufällig ausgewählte Personen persönlich dazu eingeladen. Die Ergebnisse dieser Umfrage fließen direkt in die Strategieentwicklung ein. Eine repräsentative Auswahl engagierter Bürger:innen wurde nun zum Forum eingeladen, um gemeinsam Ideen für mehr Beteiligung zu erarbeiten und die Voraussetzungen für diese zu klären.
Ein Experte erklärt: „Die hohe Beteiligung an der Umfrage zeigt das große Interesse der Bevölkerung an einer aktiven Mitgestaltung des Gesundheitswesens. Die Herausforderung wird nun sein, diese Ideen in konkrete Maßnahmen umzusetzen.“
Im Zentrum des Forums stehen konkrete Fragen: Was motiviert Bürger:innen zur Beteiligung und welche Unterstützung ist notwendig, damit Beteiligung gelingt? Diese Fragen sind entscheidend, um die Strategie zur Stärkung von Patient:innen- und Bevölkerungsbeteiligung im Gesundheitswesen erfolgreich umzusetzen. Die Ergebnisse werden auf der Online-Beteiligungsplattform veröffentlicht und bilden die Basis für die Erarbeitung der Strategie, die sich an der WHO-Resolution zur sozialen Partizipation orientiert und deren Umsetzung anstrebt.
Für die Bürger:innen bedeutet mehr Mitbestimmung im Gesundheitswesen vor allem eines: Ihre Stimme wird gehört. Dies könnte zu einer gerechteren Verteilung von Gesundheitsleistungen führen und sicherstellen, dass die Versorgung besser auf die tatsächlichen Bedürfnisse der Bevölkerung abgestimmt ist. Ein Bürger, der am Forum teilnahm, äußerte sich positiv: „Es ist ein gutes Gefühl zu wissen, dass unsere Meinung zählt und wir die Möglichkeit haben, das System mitzugestalten.“
Die langfristigen Auswirkungen auf das Gesundheitswesen könnten enorm sein. Mehr Mitbestimmung könnte zu einer höheren Zufriedenheit mit der Gesundheitsversorgung führen und möglicherweise auch die Gesundheitskosten senken, da die Versorgung effizienter gestaltet werden kann.
Die Umsetzung der Strategie zur Stärkung der Bürgerbeteiligung wird nicht ohne Herausforderungen sein. Politische Unterstützung ist entscheidend, um die notwendigen Ressourcen bereitzustellen und die gesetzliche Grundlage für mehr Mitbestimmung zu schaffen. Die WHO-Resolution zur sozialen Partizipation bietet hier einen internationalen Rahmen, an dem sich Österreich orientieren kann.
Ein Zukunftsausblick zeigt, dass die verstärkte Bürgerbeteiligung auch andere Bereiche des öffentlichen Lebens beeinflussen könnte. Bildung, Verkehr und Umwelt sind Themen, bei denen Bürger:innen ebenfalls mehr Mitbestimmung einfordern könnten. Die Politik steht vor der Aufgabe, diese Forderungen in Einklang mit den bestehenden Strukturen zu bringen.
Das Bürger:innenforum in Wien markiert einen Wendepunkt in der österreichischen Gesundheitspolitik. Die Einbindung der Bevölkerung in die Gestaltung des Gesundheitswesens ist ein wichtiger Schritt in Richtung einer gerechteren und effektiveren Versorgung. Die kommenden Monate werden zeigen, ob und wie die erarbeiteten Ideen umgesetzt werden können. Eines ist jedoch sicher: Die Bürger:innen haben ihre Stimme erhoben, und es liegt nun an der Politik, diese zu hören und entsprechend zu handeln.
Für weitere Informationen zur Strategie und zum Bürger:innenforum besuchen Sie beteiligen-gesundheit.at.