Die Wirtschaftskammer Österreich hat Ende Juni 2025 mit einer aufregenden Ankündigung die Aufmerksamkeit auf sich gezogen: In den konstituierenden Sitzungen der jeweiligen Branchen wurden bedeutende Weichenstellungen für die Interessenvertretung im Gewerbe und Handwerk vorgenommen. Besonders bemerke
Die Wirtschaftskammer Österreich hat Ende Juni 2025 mit einer aufregenden Ankündigung die Aufmerksamkeit auf sich gezogen: In den konstituierenden Sitzungen der jeweiligen Branchen wurden bedeutende Weichenstellungen für die Interessenvertretung im Gewerbe und Handwerk vorgenommen. Besonders bemerkenswert sind die personellen Veränderungen an der Spitze mehrerer Bundesinnungen, die nicht nur Kontinuität, sondern auch frischen Wind in die Strukturen bringen.
Ein bedeutender Wechsel fand in der Bundesinnung der Dachdecker, Glaser und Spengler statt. Roman Moosbrugger übernimmt das Ruder von Walter Stackler und bringt mit seinen neuen Stellvertretern Gerald Mutzl und Alexander Eppler frischen Wind in die Führungsetage. Moosbrugger betont: „In Generationen denken und nicht in Wahlperioden: Das ist der Schlüssel zu einer zukunftsorientierten Interessenvertretung.“
Moosbrugger setzt auf langfristige Strategien zur Nachwuchsförderung und zukunftssichere Ausbildungssysteme. Dabei liegt der Fokus auf der Attraktivitätssteigerung des Handwerks für junge Menschen und der Verbesserung der sozialen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen. Er ist überzeugt, dass eine zukunftsfähige Interessenvertretung in Lebensläufen, Familienbetrieben und Generationen denkt. „Wir müssen sicherstellen, dass unsere Berufe heute attraktiv, morgen zukunftssicher und übermorgen noch gesellschaftlich unverzichtbar sind“, erklärt er.
Anders sieht es in der Bundesinnung Bau aus, wo Kontinuität herrscht. Bundesinnungsmeister Ing. Robert Jägersberger wurde in seinem Amt bestätigt und wird weiterhin von Bmstr. Ing. Norbert Hartl und Bmstr. DI Anton Rieder unterstützt. „Ich werde mich auch in Zukunft dafür einsetzen, dass die Rahmenbedingungen für unsere Baufirmen praxisgerecht und bewältigbar bleiben“, betont Jägersberger.
Zu seinen wichtigsten Aufgaben zählen Maßnahmen zur Senkung der Baukosten, die Reduktion der überbordenden Bauvorschriften und Normen sowie die Forcierung von Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten am Bau. Ein weiteres wichtiges Thema ist das nachhaltige Bauen, insbesondere durch die Nutzung der Potenziale der massiven Bauweise in Bezug auf zukünftige Anforderungen an die Gebäudeeffizienz.
In der konstituierenden Bundesinnungsausschuss-Sitzung der Bauhilfsgewerbe wurde Martin Greiner als Bundesinnungsmeister bestätigt. Seine Stellvertreter:innen sind Irene Wedl-Kogler und der neu gewählte Franz Josef Kopf. Greiner betont: „Ein Gewerbeschein wird nicht verschenkt, sondern durch den Nachweis der erforderlichen Qualifikation vergeben.“
Greiner setzt sich für die Stärkung der Position des Gewerbes und Handwerks ein. Aus- und Weiterbildung sollten eine Chance sein, keine bürokratische Hürde. Besonders wichtig sind ihm die österreichweiten gemeinsamen Werbelinien „Profis am Werk“ und „Jungprofis“.
Ein weiterer Führungswechsel fand in der Bundesinnung Gärtner und Floristen statt. KommR Ing. Herbert Eipeldauer löst David Hertl als Bundesinnungsmeister ab. „Der Zukunftsberuf Klimagärtner:in bietet jungen Menschen die Möglichkeit, durch spannende technische Lösungen und den Einsatz von Pflanzen für eine lebenswerte Stadt zu sorgen“, erläutert Eipeldauer.
Die Friedhofsgärtner:innen tragen mit großen Grünflächen zur Biodiversität und Klimaverbesserung bei. Die Ausbildung beschäftigt sich mit der Erhaltung entsiegelter Flächen. Die Zukunft des Handwerks steht im Vordergrund, insbesondere die regionale Beschaffung und nachhaltige Ausrichtung der Betriebe. Green Jobs wie Gartengestaltung, Klimagärtner:in, Floristik und Friedhofsgärtnerei liegen absolut im Trend.
In der Bundesinnung Fußpfleger, Kosmetiker und Masseure bleibt KommR Mst.in Mag.a Dagmar Zeibig an der Spitze. „Auch in der kommenden Funktionsperiode wird ein Fokus auf der Aus- und Weiterbildung liegen, um hohe Qualitätsstandards zu sichern“, erklärt Zeibig.
Zeibig betont die Wichtigkeit des Zusammenhalts in der Branche und der Sichtbarkeit aller vertretenen Berufsgruppen. Engagierte Unternehmer:innen sollen für die Innungsarbeit begeistert werden, um gemeinsam eine starke Stimme im Dialog mit Politik, Wirtschaft und Bildung zu bilden.
Die Bundesinnung der Mechatroniker wird weiterhin von Bundesinnungsmeister MMst. Ing. Andreas Kandioler angeführt. „Wir wollen die Mechatronik als innovative und vielfältige Branche mit Herz, Hirn und Handschlagqualität vertreten“, sagt Kandioler.
Parteipolitik hat in ihrer Arbeit keinen Platz. Im Mittelpunkt stehen die Betriebe, ihre Menschen und ihre Zukunft. Mit Begeisterung, Fachwissen und Zusammenhalt soll die Mechatronik als zukunftsorientierte Branche mit großartigen Berufsaussichten für Fachkräfte positioniert werden.
Die Veränderungen in den Bundesinnungen der Wirtschaftskammer Österreich spiegeln einen breiten Trend wider, der das Handwerk zukunftssicher und attraktiv für kommende Generationen machen soll. Durch strategische Ausrichtungen und gezielte Maßnahmen zur Ausbildung und Nachwuchsförderung werden die Weichen für eine stabile und innovative Zukunft gestellt.
Die Herausforderungen, vor denen das Gewerbe und Handwerk stehen, sind vielfältig. Von der Senkung der Baukosten über die Anpassung an neue technische Standards bis hin zur Förderung von Green Jobs – die Agenda ist umfassend und ambitioniert. Doch mit der neuen Führungsriege und deren Visionen ist die Branche gut aufgestellt, um diese Herausforderungen zu meistern und in eine erfolgreiche Zukunft zu gehen.
Die Bedeutung der Handwerksberufe wird in den kommenden Jahren weiter steigen, da sie nicht nur zur wirtschaftlichen Stabilität beitragen, sondern auch eine entscheidende Rolle in der nachhaltigen Entwicklung und dem Klimaschutz spielen. In einer Zeit, in der technologische Innovationen und Umweltbewusstsein im Mittelpunkt stehen, bietet das Handwerk vielfältige Möglichkeiten, sich zu profilieren und einen positiven Beitrag zur Gesellschaft zu leisten.